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Ostrogoschsk

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Vorlage:Infobox Ort in Russland Ostrogoschsk (Vorlage:RuS) ist eine Stadt in der Oblast Woronesch (Russland) mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD).<ref name="einwohner_aktuell" />

Geographie

Datei:Preobrazhenskaya chur.in Ostrogozhsk.JPG
Kirche in Ostrogoschsk

Die Stadt liegt auf der Mittelrussischen Platte etwa 140 km südlich der Oblasthauptstadt Woronesch an der Tichaja Sosna, einem rechten Nebenfluss des Don. Sie liegt auf dem historischen Gebiet von Sloboda-Ukraine.

Ostrogoschsk ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Die Stadt liegt an der auf diesem Abschnitt 1895 eröffneten Eisenbahnstrecke CharkiwWaluikiBalaschowPensa.

Geschichte

Als offizielles Gründungsjahr gilt 1652, als hier auf Anweisung des Zaren Alexei Michailowitsch an Stelle einer bereits seit Anfang des Jahrhunderts existierenden Ansiedlung ein Ostrog im Verlaufe der Belgoroder Linie entlang der damaligen Südgrenze des Zarentums Russland errichtet wurde. Der Ortsname ist von Namen des Baches Ostrogoschtsch abgeleitet, welcher hier in die Tichaja Sosna mündet.

Die Stadt wurde von Kosaken der Regimenter Nischyn und Tschernihiw unter der Führung von Iwan Dsykowskyj aufgebaut. Die 1003 Kosakenfamilien bewahrten die militärische Organisation des Hetmanats und bildeten eines der fünf Kosakenregimenter der Sloboda-Ukraine – das Ostrogoschsk-Regiment.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

1765 wurde das Stadtrecht verliehen; 1779 wurde die Stadt Verwaltungszentrum eines Kreises (Ujesds), dies blieb sie während des gesamten 19. Jahrhunderts innerhalb des Gouvernements Woronesch.

1918 wurde die Stadt ein Teil der Ukrainischen Volksrepublik und 1920 von Bolschewiken übernommen.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Im Zweiten Weltkrieg wurde Ostrogoschsk am 5. Juli 1942 von der deutschen Wehrmacht besetzt und am 20. Januar 1943 von Truppen der Woronescher Front der Roten Armee im Rahmen der Operation Ostrogoschsk-Rossosch zurückerobert.

Bevölkerung

Nach der Volkszählung von 1897 lebten 20.983 Menschen (10.410 Männer und 10.573 Frauen) in der Stadt. Verteilung der Bevölkerung nach Sprachen gemäß der Volkszählung von 1897<ref>Vorlage:Literatur</ref>:

Sprache Sprecher Prozent
Ukrainisch 10 789 51,42 %
Russisch 9 815 46,78 %
Jiddisch 128 0,61 %
Polnisch 73 0,35 %
Deutsch 67 0,32 %
andere 111 0,52 %
Gesamt 20 983 100 %

Bevölkerungsentwicklung:

Jahr Einwohner
1897 20.983
1926* 11.000
1939 11.707
1959 28.403
1970 29.921
1979 34.044
1989 34.492
2002 34.585
2010 33.842

*Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Ostrogoschsk ist eine Reihe von Kaufmannshäusers aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert erhalten.

Ostrogoschsk besitzt ein nach dem Maler Iwan Kramskoi benanntes Heimatmuseum mit Bildergalerie. Das Geburts- und Wohnhaus des Malers wurde ebenfalls als Museum hergerichtet.

Im Stadtzentrum steht ein Gedenkstein zur Erinnerung an ein Treffen zwischen Peter dem Großen und dem ukrainischen Hetman Iwan Masepa, welches in 1696 in Ostrogoschsk stattfand.

Persönlichkeiten

  • Anatoli Filiptschenko (1928–2022), Kosmonaut, verbrachte Jugend in Ostrogoschsk; Ehrenbürger der Stadt
  • Iwan Kramskoi (1837–1887), Maler, Pädagoge und Kunstkritiker, geboren in Ostrogoschsk
  • Samuil Marschak (1887–1964), Schriftsteller, verbrachte Kindheit und Jugend in Ostrogoschsk
  • Kondrati Rylejew (1795–1826), Dichter und Dekabrist, lebte mehrere Jahre auf einem Landgut bei Ostrogoschsk und heiratete hier eine Gutsbesitzertochter; schrieb die Ode Peter der Große in Ostrogoschsk
  • Nikolai Stankewitsch (1813–1840), wurde im nahen Dorf Uderewka geboren und besuchte in Ostrogoschsk die Schule

Wirtschaft

In Ostrogoschsk gibt es Betriebe der Lebensmittel- und Textilindustrie sowie der Bauwirtschaft.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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