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Ostau (Adelsgeschlecht)

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Ostau ist der Name eines alten preußischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Ostau gehören zum ostpreußischen Uradel. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Datei:Ostau-Wappen.png
Wappen derer von Ostau.

Geschichte

Herkunft

Das Geschlecht nannte sich ursprünglich Ponnau, nach dem gleichnamigen Stammhaus im ehemaligen Landkreis Königsberg. Erstmals erwähnt wird ein von Ponnau um 1380. Dessen Söhne Hans und Jacob von Ponnau auf Kisitten werden am 15. März 1414 mit Jacobsdorf belehnt.<ref>George Adalbert von Mülverstedt: Geschichtliche Nachrichten von dem altpreußischen Adelsgeschlechter von Ostau. Magdeburg 1886, S. 100, Nr. 3.</ref> Kneschke nennt den 1435 erscheinenden Johann von Ostau als Familienmitglied. Zu Zeiten von Paul von Rusdorf, dem Hochmeister des Deutschen Ordens, soll er Ordensfähnrich und Panierführer gewesen sein. In einer Familienurkunde heißt es „Seine Nachkommen sind berühmte Kriegsleute, Kanzler und weise Räthe von Zeit zu Zeit gewesen“.<ref name="Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon">E. H. Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 7, Friedrich Voigt, Leipzig 1867, S. 3–4. (Google Books)</ref>

Nach dem Genealogischen Handbuch wird der Name von Ostau erst um 1535, aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen, angenommen. Die Stammreihe beginnt mit Georg von Ostau († 1551) auf Kisitten und Kegels.<ref>Christoph Franke u. a.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon, Band X, Band 119 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1999, S. 68.</ref>

Ausbreitung und Linien

Zwei der drei Söhne des Stammvaters Georg von Ostau wurden die Begründer der beiden Linien des Geschlechts. Fabian von Ostau auf Kisitten und Kegels war der Stifter der älteren und Siegmund von Ostau auf Kleszowen der Begründer der jüngeren Linie. Der dritte Sohn Johann von Ostau auf Ilischken und Jacobsdorf starb ohne Nachkommen. Die ältere Linie erlosch Mitte des 18. Jahrhunderts, während die jüngere bis in die heutige Zeit gelangen konnte. Zweige ließen sich später auch im Jerichower Kreis des Herzogtums Magdeburg nieder.

Aus der älteren Linie kam Albrecht von Ostau (1613–1678), ein Enkel von Fabian, Herr auf Nerfken, Kegels, Sedlienen und Schönfliess. Er wurde Geheimrat und Hofrichter. Ludwig von Ostau (1663–1737), Herr auf Lablacken, war Geheimer Etatminister, Kanzler und Lehnsdirektor. Er heiratete Maria Casimira Elenore Gräfin von Schlieben. 1756 mit dem Tod von Albrecht Siegmund von Ostau (* 1712), Kapitän im Regiment „von Canitz“, erlosch die ältere Linie im Mannesstamm.

Aus der jüngeren Linie kam Johann von Ostau (1592–1631) auf Kampken und Taktau, Sohn von Siegmund von Ostau. Er wurde preußischer Hofgerichtsrat und heiratete Catherine von Kunheim aus dem Haus Lablacken. Sein Bruder Fabian von Ostau (1595–1645) auf Kleszowen war preußischer Kanzler<ref>Simon Dach: Klag-Geticht Uber Hochbetrawerlichem aber seligem Ableiben DesHochEdlen Gestrengen und Vesten Herrn Fabians von Ostaw/Churfürstl. Brandenb. Preussischen Ober-Regiments Raths und Canzlers/Erbherren auff Kleeschowen/Klevinen und Bringlacken etc. Welcher in herzlicher Anruffung seines Erlösers den 22. Jenner 1645. selig sein Leben beschlossen/ und darauff den 9. Mertz in der Tragheimschen Kirchen Christlich und Adelichem Gebrauch nach eingesenckt worden. Johann Reussner, Königsberg 1645. (Digitalisat)</ref>. Dessen Sohn Johann Siegmund († 1700) auf Kleszowen wurde Tribunal-Vizepräsident. Von seinen Enkeln, Christoph Albrecht (1735–1805) auf Lablacken und Frödau, Etatminister und Ober-Burggraf des Königreiches Preußen, Ludwig August (* 1736) auf Puschkeiten, Landrat und Julius Wilhelm (1738–1808) auf Quanditten, Landesdirektor und Landrat, konnte nur Letzterer den Mannesstamm fortsetzen.

Friedrich Aegidius von Ostau (* 1772), Sohn von Julius Wilhelm, starb 1857 als preußischer Major und Landrat. Sein Bruder Heinrich Carl von Ostau (1790–1872) schied nach 40-jähriger Dienstzeit als Generalmajor aus der Preußischen Armee.

Datei:Lablacken-Sammlung Duncker (5370620).jpg
Gut Lablacken um 1863/64, Sammlung Alexander Duncker.
Datei:Dretzel-Sammlung Duncker (5416168).jpg
Schloss Dretzel um 1857/58, Sammlung Alexander Duncker. Berlin.

Besitzungen

Nach Ledebur waren schon früh (vor 1500) Kisitten im späteren Landkreis Preußisch Eylau und Kegels im späteren Landkreis Bartenstein (Ostpr.) im Besitz der Familie von Ostau. 1550 konnte auch Kleszowen im Landkreis Darkehmen erworben werden. Der größte Teil des Grundbesitzes lag damit in den ostpreußischen Kreisen Preußisch Eylau und Friedland. Puschkeiten, Stockheim und Dommelkeim im Friedländer Kreis waren noch 1800 und Lablachen von 1643 bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Familienbesitz.<ref name="Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon" />

Später wurden Angehörige auch in der Provinz Preußen unter anderem mit den Rittergütern Dretzel und Ringelsdorf (Genthin) im Landkreis Jerichow II besitzlich. Ringelsdorf mit 1020 ha wurde nach 1912 verkauft. Dretzel mit etwa 610 ha<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> konnte bis 1945 gehalten werden.

Wappen

Das Wappen zeigt in Silber eine sparrenweise schwarze Armschiene, begleitet von drei (2, 1) roten Rosen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken eine Rose vor einem schwarzen Hahnenfederbusch.

Bekannte Familienmitglieder

Siehe auch

Literatur

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}}. (Auszug):

    • Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser 1981 A (Uradel), Band XVI, Band 76 der Gesamtreihe GHdA, Limburg an der Lahn 1981. S. 401–407. (Bildnisse davor).
    • Christoph Franke: GHdA-Adelslexikon. Band X, Band 119 der Gesamtreihe GHdA, Limburg an der Lahn 1999, S. 68. ISBN 978-3-7980-0819-9.
    • Gottfried Graf Finck von Finckenstein, Christoph Franke: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser 2012 A (Uradel), Band XXXIII, Band 152 der Gesamtreihe GHdA, Limburg an der Lahn 2012. ISBN 978-3-7980-0852-6.

Einzelnachweise

<references />