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Orientalische Rauke

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Orientalische Rauke
Datei:Sisymbrium orientale sl21.jpg

Orientalische Rauke (Sisymbrium orientale)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Rauken (Sisymbrium)
Art: Orientalische Rauke
Wissenschaftlicher Name
Sisymbrium orientale
L.

Die Orientalische Rauke<ref name="FloraWeb" /> (Sisymbrium orientale), auch Östliche Rauke<ref name="InfoFlora" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rauken (Sisymbrium) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).<ref name="Euro+Med" />

Beschreibung

Datei:Sisymbrium columnae — Flora Batava — Volume v18.jpg
Illustration aus Flora Batava, Volume 18
Datei:Sisymbrium orientale stem leaf4 (15964635758).jpg
Stängelblatt mit oft rückwärts gerichteten Zipfeln
Datei:Sisymbrium orientale01.jpg
Blütenstände
Datei:Sisymbrium orientale (8418985505).jpg
Blüten und Früchte
Datei:Sisymbrium orientale sl26.jpg
Blüte im Detail, gut zu erkennen sind Blütenkelch und -krone
Datei:Sisymbrium orientale sl24.jpg
Ausschnitt eines Fruchtstandes mit den dünnen Schoten

Vegetative Merkmale

Die Orientalische Rauke ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 40 bis 60 (30 bis 80) Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind grau behaart (Indument). Der aufrechte und im oberen Bereich meist verzweigte Stängel ist im unteren Bereich weich behaart und bis in den oberen Bereich mit abstehenden etwa 1 Millimeter langen, weichen Trichomen bedeckt.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="Markgraf1958" />

Die Laubblätter an einem Exemplar können sehr unterschiedlich sein. Die Grundblätter sind ungeteilt.<ref name="FloraWeb" /> Die unterer Stängelblätter sind gestielt, fiederschnittig, mit unregelmäßigen Seitenabschnitten und großem Endabschnitt.<ref name="InfoFlora" /> Die oberen Stängelblätter sind gestielt und dreiteilig-spießförmig bis ungeteilt.<ref name="InfoFlora" /> Die unteren und mittleren Stängelblätter sind schrotsägeförmig fiederspaltig mit jederseits zwei bis vier Blattabschnitten, ihr Endabschnitt ist meist dreieckig-spießförmig.<ref name="Markgraf1958" /> Die Seitenabschnittte sind oft schmal und rückwärts gerichtet.<ref name="Markgraf1958" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.<ref name="FloraWeb" /> Der anfangs schirmtraubige, durch Streckung der Blütenstandsachse später traubige Blütenstand enthält viele Blüten. Es sind keine Tragblätter vorhanden.<ref name="Markgraf1958" />

Die zwittrige<ref name="BiolFlor" /> Blüte ist radiärsymmetrisch und vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier aufrechten Kelchblätter sind bei einer Länge von 3,5 bis 5,5 Millimetern elliptisch und nicht gehörnt.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Markgraf1958" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /> Die blassgelben,<ref name="InfoFlora" /> verwelkt weißen Kronblätter sind mit einer Länge von meist 8 bis 9 (6 bis 10) Millimetern<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> etwa doppelt so lang wie die Kelchblätter und 2,5 bis 4 Millimeter breit; ihr Nagel ist 3 bis 5,5 Millimeter lang.<ref name="Markgraf1958" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /> Die Staubbeutel sind 1,5 bis 2 Millimeter lang.<ref name="InfoFlora" /> Der Griffel ist 1 bis 2, selten bis zu 4 Millimeter lang<ref name="Jepson_eFlora2012" /> und meist keulen- oder kreiselförmig verdickt.

Der mit einer Länge von 3 bis 8 Millimetern relativ kurze Fruchtstiel ist zur Reifezeit stark verdickt und fast so dick wie die Frucht; er steht 45 bis 60 Grad vom Stängel ab und ist oft nach außen gebogen.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="Markgraf1958" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /> Die Schote ist bei einer Länge von meist 6 bis 10 (4 bis 13) Zentimetern sowie einem Durchmesser von 1 bis 1,5 Millimetern linealisch.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="Markgraf1958" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /> Die reifen Schoten öffnen sich mit zwei Fruchtklappen.<ref name="FloraWeb" /> Die Samen liegen zu meist 80 bis 100 (60 bis 140) einreihig am Rahmen (Replum)<ref name="FloraWeb" /> in einem Fruchtfach.<ref name="Markgraf1958" /> Die Samen sind bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimetern länglich.<ref name="Jepson_eFlora2012" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 14 vor.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /><ref name="Jepson_eFlora2012" /><ref name="BiolFlor" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Bei der Orientalische Rauke handelt es sich um einen sommerannuellen, einjährig-überwinternden oder immergrünen zweijährigen, mesomorphen Therophyten<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> und eine Halbrosettenpflanze.<ref name="BiolFlor" />

Blütenökologisch handelt es sich um Scheibenblumen mit halbverborgenem Nektar, die Nektarien befinden sich an der Basis der Staubblätter.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> Als Belohnung für die Bestäuber ist Nektar vorhanden.<ref name="FloraWeb" /> Bestäuber sind Syrphiden, Bienen sowie Falter.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> Die Blüten sind homogam, die männlichen und weiblichen Blütenorgane sind gleichzeitig fertil.<ref name="FloraWeb" /> Die Bestäubung erfolgt durch Insekten und es findet auch Selbstbestäubung statt.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" /> Die Orientalische Rauke ist selbstkompatibel: Selbstbefruchtung führt erfolgreich zum Samenansatz.<ref name="FloraWeb" /><ref name="BiolFlor" />

Diasporen sind die Samen.<ref name="BiolFlor" /> Die Diasporen werden durch den Wind (Anemochorie) und durch Autochorie ausgebreitet.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen

Die Orientalische Rauke stammt ursprünglich aus dem Orient. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst etwa Süd- und Mitteleuropa, Nordafrika, West- und Zentralasien, den Kaukasusraum, die Arabische Halbinsel, Indien und Pakistan.<ref name="GRIN" /> Genauer kann das Gebiet aber nicht eingegrenzt werden.<ref name="GRIN" /> Es gibt Fundortangaben für Österreich, Liechtenstein, Frankreich, Korsika, die Balearen, Spanien, Italien, die Slowakei, Tschechien, Ungarn, Serbien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Albanien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Nordmazedonien, Griechenland, Kreta, Karpathos, Zypern, die Türkei, Israel, Palästina, Jordanien, Libyen, Sinai-Halbinsel, Ägypten, Marokko, Belarus und die Ukraine.<ref name="Euro+Med" /> Als Neophyt kommt die Orientalische Rauke in Nord- und Südamerika, in Makaronesien, in Ost- sowie Südafrika und im nördlichen Europa vor.<ref name="GRIN" />

In Mitteleuropa kommt die Orientalische Rauke als Neophyt an trockenen Ruderalstellen wie Wegrändern, Schutt- oder Umschlagplätzen vor. Sie gedeiht auf warmen, trockenen, nährstoffreichen, wenig humosen Lehm- oder Tonböden im wintermilder Klima.<ref name="Oberdorfer2001" /> Pflanzensoziologisch gehört Sisymbrium orientale in Mitteleuropa in den Verband Sisymbrion, im Mittelmeerraum in den Verband Hordeion.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die gültige Erstveröffentlichung von Sisymbrium orientale erfolgte 1756 durch Carl von Linné in Centuria II Plantarum, S. 24.<ref name="Euro+Med" /><ref name="Markgraf1958" /><ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton orientale bedeutet „östlich, aus dem Orient“. Ein Synonym für Sisymbrium orientale <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Sisymbrium columnae <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq.; das Artepitheton columnae ehrt den italienischen Botaniker Fabio Colonna (1567–1640), der diese Art 1616 in seinem Werk Ecphrasis als „Rapistrum montanum Irionis folio“ beschrieben und abgebildet hatte.<ref name="Markgraf1958" /> Weitere Synonyme für Sisymbrium orientale <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Brassica subhastata <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Sisymbrium subhastatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Hornem., Sisymbrium subhastatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Hornem., Sisymbrium longesiliquosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Willk., Sisymbrium orientale <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. orientale,<ref name="Euro+Med" /> Sisymbrium orientale <templatestyles src="Person/styles.css" />L., var. orientale, Sisymbrium orientale var. leiocarpum <templatestyles src="Person/styles.css" />Halácsy, Hesperis columnae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Kuntze, Hesperis orientalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Kuntze, Pachypodium columnae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Webb, Sisymbrium costei <templatestyles src="Person/styles.css" />Foucaud & Rouy, Sisymbrium daghestanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vassilcz., Sisymbrium fujianense <templatestyles src="Person/styles.css" />L.K.Ling, Sisymbrium fujianensis <templatestyles src="Person/styles.css" />L.G.Lin, Sisymbrium irio var. longicarpum <templatestyles src="Person/styles.css" />Albo<ref name="Tropicos" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Sisymbrium orientale bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Sisymbrium orientale L., Orientalische Rauke. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="BiolFlor"> Orientalische Rauke. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="InfoFlora"> Sisymbrium orientale L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Markgraf1958"> Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. S. 108–110. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Verlag Carl Hanser, München 1958. </ref> <ref name="Jepson_eFlora2012"> Ihsan A. Al-Shehbaz: Datenblatt Sisymbrium orientale, 2012 In: Jepson Flora Project (Hrsg.): Jepson eFlora. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Brassicaceae. Datenblatt Sisymbrium orientale In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Orientalische Rauke (Sisymbrium orientale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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