Zum Inhalt springen

Omaruru

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Gemeinde in Namibia

Datei:Omaruru Franke Tower 2.jpg
Franketurm in Omaruru

Omaruru ist eine Gemeinde im gleichnamigen Wahlkreis Omaruru in der Region Erongo in Namibia. Die Gemeinde hat 10.670 Einwohner (Stand 2023), ist 191,9204 Quadratkilometer groß<ref name="nsa">Erongo Region. Namibia Statistics Agency, 2023 Census. Abgerufen am 11. Juni 2024.</ref> und liegt am Omaruru sowie am Otjimakuru. Beide Flüsse entspringen in der Nähe des Berges Etjo (Vorlage:Höhe).

Omaruru gilt als Künstlerstadt Namibias.

Der Name Omaruru leitet sich von Otjiherero omaere omaruro für „bitteren Quark“' ab und bezieht sich auf einen Busch (Grauer Stinkbusch), der im Flussbett des Omaruru anzutreffen ist.

Geschichte

Seit 1867 (vermutlich schon 1863) war Omaruru das Gebiet des Herero-Clans der Zeraua. 1871 gründete Axel Eriksson (mit zwei Landsleuten) eine Brauerei. Die Rheinische Mission errichtete ab 1872 einige Gebäude. Der Missionar Gottlieb Viehe schrieb hier die erste Bibelübersetzung ins Herero und bekehrte viele Herero der Region zum Christentum. 1894 wurde in Omaruru eine Militärstation der Deutschen Schutztruppe für die Kolonie Deutsch-Südwestafrika eingerichtet, die Leutnant Richard D. Volkmann bis 1898 als Distriktchef leitete.

Anfang 1904 wurde die Ansiedlung Schauplatz eines Herero-Aufstandes gegen die hier stationierten deutschen Soldaten, der jedoch nach nur einer Woche niedergeschlagen wurde. Die eingeschanzten Soldaten bekamen Unterstützung von einer Kompanie, die von Hauptmann Victor Franke geführt wurde. Diese durchbrach den Belagerungsring der Herero und befreite die Kaserne. Über Opferzahlen beiderseits ist nichts näher bekannt. An diese Operation erinnert in Omaruru der Franketurm. Dieser und die umliegenden Gefechtsfelder sind ein Nationales Denkmal Namibias.

Heute ist Omaruru ein eher verschlafenes, aber sehr kosmopolitisches Städtchen, in dem es außer einer Reihe von Hotels, einem Campingplatz und ein paar Läden vor allem eine Reihe von Kunsteinrichtungen bzw. -vereinen und nicht zuletzt auch eine Deutsche Schule gibt. Außerhalb von Omaruru liegt das rund 3,5 Hektar große Weingut Kristall Kellerei, eines von nur wenigen Weinanbaugebieten in Namibia, wie auch das Benediktinerkloster Waldfrieden. Zu Omaruru gehören auch die umliegenden Ansiedlungen Okombahe (3400 Einwohner), Otjimbojo, Otjohorongo und Omahoro. Die Landschaft in der Umgebung ist relativ fruchtbar.

Im Oktober 2007 reisten Nachfahren des Generals Lothar von Trotha und Mitglieder der Familie von Trotha auf Einladung der traditionellen Führer der Herero nach Omaruru, um sich öffentlich für von Trothas Rolle beim Aufstand der Herero und Nama zu entschuldigen und um Vergebung zu bitten.<ref>Deutsche Entschuldigung für Herero-Massaker</ref>

Im August 2022 wurde eine großräumige Erweiterung des Stadtgebietes um 150 Hektar genehmigt. Diese wird durch private Investoren realisiert.<ref>Stadtteil Wolke 9 genehmigt. Wolke 9, 1. August 2022.</ref>

Kunst und Kultur

In den letzten Jahren haben sich Künstler und Kunstwerkwerker niedergelassen, die dem Ort ein moderneres Flair verschaffen. Bekannt ist Tikoloshe Afrika<ref>Vorlage:Webarchiv Abgerufen am 25. Oktober 2016.</ref> an der Ortseinfahrt, das kunstvolle Holzschnitzereien anbietet. Eine Gruppe von Kavango-Schnitzern lässt sich vom natürlichen Wuchs des Materials inspirieren und fertigt dann skurrile Schnitzereien. Geschnitzt wird aus verwitterten, trockenen Wurzeln und Baumstämmen, die teilweise Tausende von Jahren alt sind. Das Holz wird zumeist in der Halbwüste und in den nördlichen Gebieten Namibias gesammelt.

Der WDR produzierte eine gleichnamige Fernsehserie.

Verwaltung und Politik

Verwaltung

Omaruru gliedert sich in den gleichnamigen Stadtteil und die 1996 proklamierte Vorstadt Ozondje (Extension 1).<ref>Vorlage:Webarchiv (PDF; 463 kB)</ref>

Politik

Bei den Kommunalwahlen 2020 erhielt die SWAPO mit 2 die meisten Sitze, verlor aber gegenüber der Wahlen 2015 erheblich (zuvor 4 Sitze). Die IPC, NUDO, PDM, UDF und die Bürgervereinigung erhielten jeweils einen Sitz. Bürgermeister ist seitdem Rodger Nautoro der PDM.

Städtepartnerschaften

Bildungseinrichtungen

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur und Verfilmungen

  • Gudrun Murray, Lisa Pesch: Omaruru im Laufe der Zeit, Jean Fischer, Omaruru o. J.
  • Antje Otto-Reiner, Ingeborg Schomschor: Die Geschichte des alten Missionshauses in Omaruru, National Monuments Council of Namibia, Windhoek 1991, ISBN 0-86976-236-2.
  • Andreas Vogt: Nationale Denkmäler in Namibia. Ein Inventar der proklamierten nationalen Denkmäler in der Republik Namibia, Gamsberg Macmillan, Windhoek 2006, ISBN 99916-0-752-8.
  • Joris de Vries: Manasse Tjiseseta. Chief of Omaruru 1884-1898, Namibia, Rüdiger Köppe Verlag, Köln 1999, ISBN 978-3-89645-055-5.

Das Leben deutscher Bauern in Omaruru und der Herero-Aufstand waren Gegenstand einer gleichnamigen deutschen Vorabendserie von 1976 mit Walter Giller und Manfred Seipold.

Weblinks

Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten Vorlage:Hinweis Klicklaute