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Olympisches Dorf (Turin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Schacholympiade 2006 Turin.jpg
Brücke

Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gab es erstmals drei Olympische Dörfer, welche für insgesamt 5000 Personen Platz boten.

Beschreibung

Das Hauptdorf befand sich in der Stadt Turin selbst, ein weiteres in Melezet und das letzte in Sestriere. Ein Vorteil dieser dezentralen Organisation bestand in den kürzeren Reisezeiten zwischen der Unterkunft und den Austragungsorten. Außerdem konnten sich die Athleten bereits an das jeweilige Klima gewöhnen, in welchem sie die Wettkämpfe bestreiten mussten. Grundsätzlich bestand die Möglichkeit, die Unterkunft in einem der drei Orte frei zu wählen, was von den Athleten und Verbänden sehr begrüßt wurde.<ref>Official Report of the 2006 Winter Olympic Games in Torino</ref>

Fläche Turin: über 10 ha
Kapazität insgesamt 5.000 Personen
Baukosten EUR 20 Millionen<ref>http://www.bauten.de</ref>
vorherige Nutzung
  • Turin: ehemaliger Großhandelsmarkt, Bau aus den 1930er Jahren
  • Bardonecchia: Renovierung der „Colonia Medail“, ein historisches Gebäude aus den späten 1930er-Jahren
  • Sestriere: Club Med und die Valtur-Türme<ref>Official Report of the 2006 Winter Olympic Games in Torino</ref>
Nachnutzung Nutzung durch die Stadt sowie für wissenschaftliche und sportliche Zwecke angestrebt<ref>http://www.torinolympicpark.org</ref>

Architektur

2002 gewann das Münchner Nachfolgerbüro von Otto Steidle, Steidle Architekten<ref>BAUWELT - Das Olympische Dorf in Turin - Otto Steidle. Abgerufen am 5. Februar 2021.</ref>, den Wettbewerb für den städtebaulichen Masterplan des Olympischen Dorfs. Neben Steidle Architekten errichteten unter anderem Adolf Krischanitz, Diener & Diener<ref>BAUWELT - Das Olympische Dorf in Turin - Diener & Diener. Abgerufen am 5. Februar 2021.</ref><ref>Casa A1 Villagio Olimpico - Diener & Diener Architekten. Abgerufen am 5. Februar 2021.</ref>, Hilmer & Sattler, Ortner & Ortner und Albert Constantin<ref>BauNetz Media GmbH: Olympisches Dorf Turin 2006 | steidle architekten, München. Abgerufen am 5. Februar 2021.</ref> Wohngebäude auf dem Areal. Das Farbkonzept stammt von dem Berliner Künstler Erich Wiesner.<ref>Olympische Farb-Skulptur: Farbimpulse. Abgerufen am 5. Februar 2021.</ref>

Kritik und Nachnutzung

Die langfristige Nachnutzung von Bauwerken rund um die Olympischen Winterspiele 2006 wurde in Medienberichten teils kritisch bewertet. Insbesondere in den Bergorten errichtete Wettkampfstätten wie die Bobbahn in Cesana Torinese sowie die Skisprungschanzen in Pragelato galten wegen hoher laufender Kosten als schwer nachnutzbar und wurden teils geschlossen, dem Verfall überlassen und sind heute Lost Places.<ref>Die Ruinen von Turin. In: CIPRA – Leben in den Alpen. 16. November 2010, abgerufen am 1. Februar 2026.</ref><ref>Passion and debts: the mixed legacy of the 2006 Turin Games. In: Reuters. 19. Januar 2026, abgerufen am 1. Februar 2026.</ref>

Auch Teile des Turiner Olympischen Dorfs blieben zeitweise ungenutzt. Ab März 2013 gab es Hausbesetzungen von mehreren leerstehenden Gebäuden durch Geflüchtete und Migranten, wodurch die Objekte zeitweise von über 1.000 Personen unter prekären Verhältnissen bewohnt waren.<ref>MSF intervention in ex-MOI settlements, Turin. In: Urban Spaces. Médecins Sans Frontières (MSF), 7. März 2019, abgerufen am 1. Februar 2026.</ref><ref>Occupy Turin: refugees find a home in Italy's abandoned Olympic Village. In: The Guardian. 2. März 2016, abgerufen am 1. Februar 2026.</ref> In den Folgejahren wurden Räumungen und Umquartierungen schrittweise eingeleitet.<ref>Torino, partito lo sgombero dei rifugiati dall'ex villaggio olimpico. In 5 resistono. In: la Repubblica (Torino). 20. November 2017, abgerufen am 1. Februar 2026.</ref> Reuters berichtet, dass Teile des als Ex-MOI bekannt gewordenen Areals inzwischen als Studierenden- und Sozialwohnungen genutzt werden.<ref>Passion and debts: the mixed legacy of the 2006 Turin Games. In: Reuters. 19. Januar 2026, abgerufen am 1. Februar 2026.</ref>

Weblinks

Commons: Olympisches Dorf (Turin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 45° 1′ 33″ N, 7° 39′ 19″ O

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