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Olivier Ameisen

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Olivier Ameisen (* 25. Juni 1953 in Paris; † 18. Juli 2013 ebenda<ref>Nachruf in Le Monde vom 19. Juli 2013</ref>) war ein französischer Kardiologe und Buchautor. Er erkannte die Wirkung des Arzneimittels Baclofen gegen Alkoholismus.

Werdegang

Im Alter von 16 Jahren begann Ameisen im Jahr 1969 das Studium der Medizin an der Universität Paris V und am Hôpital Cochin, dem Lehrkrankenhaus der Universität Paris. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1978 arbeitete er als Assistenzarzt in der Nephrologie des Krankenhauses Saint-Cloud. Im Anschluss daran machte er die Kardiologie zu seinem Fachgebiet, zog nach New York und hatte ab 1983 eine Stellung als Forschungsassistent in der kardiologischen Abteilung des New York Hospital-Cornell University Medical College (seit 1998 NewYork-Presbyterian Hospital und Weill Cornell Medical College) inne. Später wurde er Dozent für Medizin an der Cornell University und Facharzt am New York Hospital. Im Jahr 1994 eröffnete er zudem eine Privatpraxis im New Yorker Stadtteil Manhattan. Im Zuge einer immer stärker werdenden Alkoholabhängigkeit stellte Ameisen im Jahr 1997 seine Tätigkeit als Arzt vollständig ein, um sich der Therapie seiner eigenen Erkrankung zu widmen. Nach zahlreichen erfolglosen Therapieversuchen gelang es ihm nach eigenen Angaben, seinen Alkoholismus mithilfe des Muskelrelaxans Baclofen, welches er sich für einen Selbstversuch als Off-Label-Use selber verschrieben hatte, vollständig zu überwinden. Ameisen hatte bis zu seinem Tod eine Gastprofessur an der State University of New York inne.<ref>Ameisen: Das Ende meiner Sucht (2009) ISBN 978-3-88897-585-1 - Le Dernier Verre (2008)</ref>

Im Jahre 2005 veröffentlichte Ameisen einen Erfahrungsbericht über die suchthemmende Wirkung von Baclofen in der Fachzeitschrift Alcohol and Alcoholism.<ref>Ameisen: Complete and prolonged suppression of symptoms and consequences of alcohol-dependence using high-dose baclofen: a self-case report of a physician. Alcohol Alcohol. 2005;40(2):147-50. PMID 15596425 Volltext</ref> Die auch in einem populärwissenschaftlichen Werk aufgearbeiteten positiven Erfahrungen wurden kontrovers diskutiert<ref>Bublitz: Baclofen - ein Medikament gegen Alkoholsucht? Stern.de, abgerufen am 8. September 2009.</ref><ref>Mayer: Nie wieder Lust auf Alkohol. @1@2Vorlage:Toter Link/www.stuttgarter-zeitung.deStuttgarter Zeitung online (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive ), abgerufen am 8. September 2009.</ref><ref>Swaminathan: Self-Experimenters: To Purge Binges, Alcoholic Cardiologist Self-Prescribed an Experimental Drug. Scientific American, abgerufen am 8. September 2009.</ref><ref> Schofield: France abuzz over alcoholic 'cure'. BBC online, abgerufen am 8. September 2009.</ref> und im Rahmen einer klinischen Studie 2012 getestet. Die Behandlung wurde am 3. Juni 2013 durch die französische Behörde für Arzneimittelsicherheit ANSM anerkannt.<ref>Colloque baclofène du 3 juin 2013 Baclofène-Alcoolisme, dailymotion.com, abgerufen am 17. Dezember 2025 (französisch)</ref> In Frankreich nahmen 2014 täglich 100.000 Menschen Baclofen ein, das von rund 10.000 Ärzten verschrieben wurde, die von der Wirkung überzeugt waren.<ref>Frankreich: Baclofen zur Förderung der Alkoholabstinenz „vorläufig“ zugelassen aerzteblatt.de, 14. März 2014, abgerufen am 17. Dezember 2025</ref>

Er war der jüngere Bruder des Arztes Jean Claude Ameisen und lebte in New York und Paris. Olivier Ameisen erhielt am 12. Juli 2013 die Auszeichnung Ritter der französischen Ehrenlegion<ref>Décret du 12 juillet 2013 portant promotion et nomination legifrance.gouv.fr, 14. Juli 2013, abgerufen am 17. Dezember 2025 (französisch)</ref> und starb am 18. Juli 2013 in Paris an einem Herzinfarkt.<ref>Olivier Ameisen, l'apôtre du Baclofène, est mort lemonde.fr, 19. Juli 2013, abgerufen am 17. Dezember 2025 (französisch)</ref> Er wurde im Cimetière du Montparnasse beerdigt.<ref>Montparnasse (75) : tombeaux remarquables de la 4ème division landrucimetieres.fr, abgerufen am 17. Dezember 2025 (französisch)</ref>

Werke

  • Das Ende meiner Sucht (2009), aus dem Frz. von Ursel Schäfer. ISBN 978-3-88897-585-1 – Le dernier verre (2008)

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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