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Olga Dawidowna Kamenewa

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Datei:Kameneva.jpg
Olga Dawidowna Kamenewa, 1926

Olga Dawidowna Kamenewa ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), geborene Bronstein; * 1883; † 11. September 1941 bei Orjol) war eine russische Revolutionärin, die Schwester von Leo Trotzki und Ehefrau von Lew Kamenew.

Biografie

Vorlage:Hinweisbaustein Nach der Oktoberrevolution arbeitete sie im Volkskommissariat für Bildung der RSFSR. Sie leitete dort die Theaterabteilung (TEO).<ref name=":0">Sheila Fitzpatrick: The Commissariat of Englightment. Soviet Organization of Education and the Arts under Lunacharsky. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 0-521-52438-5, S. 18.</ref> Auf Betreiben von Anatoli Lunatscharski, einem Befürworter einer gemäßigteren Kulturpolitik, und mit Zustimmung von Lenin wurde sie aus diesem Amt im Jahr 1920 entlassen.<ref>Leach, Robert and Borovsky, Victor; A History of Russian Theatre, Cambridge University Press, Cambridge 1999, S. 303, ISBN 0-521-43220-0</ref>

In der Sowjetunion war sie 1925 Gründungsvorsitzende der „Allunionsgesellschaft für kulturelle Verbindung mit dem Ausland“ (VOKS). Bis Ende der 1920er Jahre pflegte sie inoffizielle diplomatische Kontakte ZU westlichen Ländern und hatte hierbei unter anderem um wirtschaftliche Hilfe bei der Bekämpfung der Hungersnot in der Wolga-Region ersucht.

Nach Trotzki und Kamenew verlor sie bis 1927 alle Posten in der Partei und 1929 auch den Vorsitz der VOKS. Im Jahr 1935 wurde sie, nach der Verurteilung ihres von ihr getrennt lebenden Mannes und Grigori Sinowjew, gemeinsam mit ihren Söhnen Alexander (* 1906) und Jurij (* 1921) ebenfalls verhaftet und 1941 im Zentralgefängnis von Orjol inhaftiert.

Als sich die Wehrmacht 1941 Orjol näherte, ließ Stalin 157 prominente politische Gefangene, darunter Kamenewa und ihre Söhne, vom NKWD am 11. September nahe der Stadt in einem Wald erschießen.<ref>Kurzbiografie bei Sheila Fitzpatrick: Stalins Mannschaft. Teamarbeit und Tyrannei im Kreml. Schöningh, Paderborn 2017, ISBN 978-3-506784-32-2, S. 289.</ref>

Literatur

  • Kapitel eins von Leo Trotzkis Autobiographie My Life, Charles Schribner 's Sons, New York 1930.
  • Robert Leach, Victor Borovsky: Eine Geschichte des russischen Theaters. Cambridge University Press, 1999, ISBN 0-521-43220-0, S. 303.
  • Elizabeth A. Wood: The Baba and the Comrade: Gender and Politics in Revolutionary Russia. Indiana University Press, 1997, ISBN 0-253-21430-0, S. 80–81.
  • James Robert Constantine (Hrsg.): Gentle Rebel: Letters of Eugene V. Debs. University of Illinois, 1995, ISBN 0-252-06324-4, S. 223–224.
  • Margaret A. Trott in William H. Schneider (Hrsg.): Rockefeller philanthropy and modern biomedicine : international initiatives from World War I to the Cold War. Indiana University Press, Bloomington, IN 2002, ISBN 0-253-34151-5, S. 148.
  • Elisabeth Kehoe: The titled Americans: three American sisters and the British aristocratic world into which they married. Atlantic Monthly Press, New York 2004, ISBN 0-87113-924-3, S. 325.
  • Robert Conquest: The great terror: a reassessment. Oxford University Press, New York 1990, ISBN 0-19-507132-8, S. 76.
  • Michael Parrish: The lesser terror: Soviet state security 1939–1953. Praeger Publishers, Westport, CT 1996, ISBN 0-275-95113-8, S. 69.

Weblinks

Commons: Olga Kameneva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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