Odzala-Kokoua-Nationalpark
| Odzala-Kokoua-Nationalpark | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe Datei:Welterbe.svg
| |
| Vertragsstaat(en): | Kongo |
| Typ: | Natur |
| Kriterien: | (ix), (x)
|
| Fläche: | 1.179.376 ha |
| Pufferzone: | 4.206.860 ha |
| Referenz-Nr.: | 692 |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2023 (Sitzung 45) |
Der Odzala-Kokoua-Nationalpark (französisch Parc national d’Odzala-Kokoua) liegt im Nordwesten der Republik Kongo nahe der Grenze zu Gabun auf 400 bis 600 m Höhe über dem Meeresspiegel. Er ist 13.546 km² groß und wurde bereits 1935 eingerichtet, womit er einer der ältesten Nationalparks in Afrika ist. Der Nationalpark befindet sich im Kongobecken und beinhaltet besonders artenreiche Regenwaldregionen.<ref name = Africanparks>Odzala-Kokoua. A biological hotspot in the heart of the world’s second-largest tropical rainforest. africanparks.org, abgerufen am 4. März 2026</ref>
Seit 1977 ist das Gebiet als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen, seit 2023 als UNESCO-Weltnaturerbe.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Liste der UNESCO-Biosphärenreservate ( des Vorlage:IconExternal vom 6. November 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., UNESCO.de, Stand 30. Juni 2011, abgerufen am 29. Februar 2012</ref><ref>UNESCO World Heritage Centre: Forest Massif of Odzala-Kokoua. Abgerufen am 21. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zu den vertreteenen Tierarten zählen unter anderem, die gefährdeten afrikanischen Waldelefanten, sowie 17 unterscheidliche Arten von Primaten.<ref name = Unesco>Forest Massif of Odzala-Kokoua. UNESCO, abgerufen am 4. März 2026</ref>
Vegetation und Klima
Landschaftlich beinhaltet der Park sowohl tropischen Regenwald, mit zahlreichen Lichtungen, der zum Odzala-Kokoua Waldmassiv zählt, als auch Savanne (im Norden), die durch kleiner Baumbestände aufgelockert wird. In den Grenzbereichen der bewaldeten Regionen finden sich zudem Galeriewälder und Feuchtgebiete.<ref name = Harvard>Odzala-Kokoua National Park, Republic of Congo. Harvard University, abgerufen am 4. März 2026</ref>
Es gibt zwei Regenzeiten, von denen die erste zwischen März und Mai und die die zweite zwischen September und Dezember liegt. Während der nassesten Monate Mai und November sind die Safaricamps im Nationalpark geschlossen. Bei einem Jahresniederschlag von 1400 bis 1600 mm beträgt die durchschnittliche Temperatur 30 °C.
Flora und Fauna
Etwa 4.400 unterschiedlichen Pflanzenarten sind im Park heimisch. Eine Besonderheit stellen dabei u. a. die Gebiete dar, die von Pfeilwurzgewächsen dominiert werdenr.<ref name = Harvard />
Im Odzala-Nationalpark leben rund 100 Säugetierarten, darunter zahlreiche Huftiere einschließlich unterschiedlicher Antilopen, wie Bongos, Sitatungas, Gelbrückenducker und Kronenducker, sowie Büffel.<ref name = Africanparks /><ref name = Harvard />
Zu den durch Kamerafallen (2014) nachgewiesenen Raubtieren zählen die Tüpfelhyänen, Afrikanische Wildhunde, Afrikanische Goldkatzen, Servale, Löwen und Leoparden.<ref name="Mammalogy">P. Henschel, G.-A. Malanda & Hunter (2014): The status of savanna carnivores in the Odzala-Kokoua National Park, northern Republic of Congo. Journal of Mammalogy, Volume 95, Issue 4, 22 August 2014, Pages 882–892.doi:10.1644/13-MAMM-A-306</ref>
Auch Riesenwaldschweine, Pinselohrschweine und zahlreiche Primaten, einschließlich Gorillas und Schimpansen zählen zur Parkfauna. Darüber hinaus bevölkern rund 440 Vogelarten und eine große Anzahl unterscheidlicher Gliederfüßer den Nationalpark.<ref name = Africanparks /><ref name = Harvard />
Im Jahr 1989 wurden die Großsäugetiere im Rahmen des europäischen Programmes ECOFAC (Conservation et utilisation rationelle des Ecosystèmes Forestiers en Afrique Centrale) über 10 Monate beobachtet, um ihre Bestände zu erfassen. Besonderer Augenmerk lag dabei auf der Gruppenzusammensetzung und Bestandsstruktur der Gorillas, bei der 442 Individuen identifiziert wurden, darunter 37 Gruppen und 21 Einzeltiere. Die Gruppen, mit je einem ein Silberrücken (Alphatier) umfassten durchschnittlich 12 Tiere und waren somit größer als zuvor beschriebenen Gruppen des westlichen Gorillas. Die Tiere schätzten insbesondere sumpfige Lichtungen, deren krautigen Pflanzen und Pfeilwurzgewächse zu ihrer Nahrung zählen, da die Pflanzen auf Lichtungen nachweislich mehr Mineralsalzen enthalten als im Wald wachsende.<ref name = IUCN>Conservation et utilisation rationnelle des écosystèmes forestiers en Afrique centrale. Dossier d'exécution. (1989, französisch) IUCN, abgerufen am 4. März 2026</ref>
Auf Dauer soll die finanzielle Autonomie des Parks soll durch einen gezielten Ausbau von Ökotourismus sicher gestellt werden.
Probleme mit Menschenrechtsverletzungen
Im Jahr 2018 rückte die zunehmende Belastung durch 37 menschliche Siedlungen im unmittelbaren Umfeld des Parks ins Zentrum des Interesses. Rückgänge bei unterscheidlichen Tierarten wurden insbesondere auf Wilderei zurückgeführt, da rund 25 Prozent der Anwohner einen Teil ihres Lebensunterhaltes durch den Verkauf von sogenanntem Bushmeat bestritten. Von Bejagung waren insbesondere Bestände unterschieldicher kleiner Affenarten sowie Duckerantilopen und Stachelschweine betroffen.<ref name="Food">G.A. Mavah, S.M. Funk, B. Child, M.E. Swisher, R. Nasi & J.E. Fa(2014): Food and livelihoods in park-adjacent communities: The case of the Odzala Kokoua National Park. Biological Conservation, Vol. 222, June 2018, pp 44-51. doi:10.1016/j.biocon.2018.03.036</ref>
Berichte, denen zufolge bewaffnete Parkranger Angehörige aus dem Volk der Baka angegriffen und misshandelt haben, wurden bereits 2020 publik. Offiziellen Angaben zu folge hätten die Wildhüter, als Angestellte des kongolesischen Staates lediglich die Grenzen des Parks verteidigt.<ref>Simone Schlindwein: Gewalt in afrikanischen Nationalparks. Wann bilden Einzelfälle ein System? vom 31. März 2020 Die Tageszeitung, abgerufen am 4. März 2026</ref>
Die Europäische Union, die den Park im Rahmen des ECOFAC-Programmes (zwischen 2018 und 2024) mit sechs Millionen Euro unterstützt hat, gab daraufhin eine Untersuchung in Auftrag. Die Anschuldigungen, es habe Übergriffe gegeben, die als Verletzung der Menschenrechte gelten, wurde 2024 offiziell bestätigt.<ref>Atrocities committed by African Parks rangers against the Baka in the EU-funded Odzala-Kokoua National Park (Republic of Congo). vom 12. März 2024 Europaparlament, abgerufen am 4. März 2026</ref> Die Anschuldigungen wurden auch von der Parkverwaltung bestätigt, die eine verstärkte Strafverfolgung der Täter anstrebt und ihren Verhaltenskodex entsprechend angepast hat.<ref>African Parks' Response to Conclusion of Independent Human Rights Investigation in Odzala-Kokoua National Park. vom 8. Mai 2025 africanparks.com, abgerufen am 4. März 2026</ref>
Literatur
- Wally und Horst Hagen: Die afrikanischen Nationalparks als Lebensräume der Elefanten. In: Vitus B. Dröscher (1990): Rettet die Elefanten Afrikas (S. 222)
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 0° 48′ N, 14° 56′ O
{{#coordinates:0,8|14,933333333333|primary
|dim=100000
|globe=
|name=
|region=CG-13/CG-15
|type=landmark
}}
Naturerbe: Sangha Trinational: Nationalpark Nouabalé-Ndoki (2012) | Waldmassiv Odzala-Kokoua (2023)