Oberer Hauenstein
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Der Obere Hauenstein ist ein Pass im Schweizer Kanton Basel-Landschaft in der Gemeinde Langenbruck zwischen Balsthal im Kanton Solothurn und Waldenburg. Die Passhöhe liegt auf der Wasserscheide in einer Höhe von Vorlage:Höhe Die historische Passstrasse gilt als Verkehrsweg von nationaler Bedeutung.<ref>Solothurner Zeitung vom 8. August 2017: Der Obere Hauenstein ist ein geschützter historischer Verkehrsweg</ref>
Geschichte
Der «Howenstein» wurde 1145 erstmals beurkundet. Er verband das Rheintal mit dem Schweizer Mittelland und gehörte zu den zentralen Juraübergängen, die als gute Verkehrswege für den Zusammenhalt des riesigen Römerreichs wichtig waren. Davon zeugen römische Münzen und ein Votivaltar, die im Bereich der Passhöhe gefunden wurden und auf ein römisches Passheiligtum hinweisen. Der historische Pass war zur Römerzeit die kürzeste Verbindung von Aventicum via Solodurum nach Augusta Raurica.
Mit der Öffnung der Gotthardpassstrasse bei der Schöllenen zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde der günstiger gelegene Untere Hauenstein bevorzugt. Der Obere Hauenstein blieb für den Verkehr in die Westschweiz wichtig: Kaiser Sigismund soll ihn um 1414/15, Joseph II. 1777 und Napoleon Bonaparte 1797 passiert haben.
Alte Strassenstücke (sogenannte «Römerstrassen») finden sich noch östlich des Passes bei Langenbruck und auf dem Wanderweg zwischen Holderbank und Balsthal. Von der alten befestigten Strasse sind in den Stein gemeisselte Karrenrinnen erhalten geblieben. Es handelt sich um Sicherungsmassnahmen aus dem frühen Mittelalter, damit die schweren Fuhrwerke die steilen, gefährlichen Stellen mit Seilen gesichert in der vorbestimmten Spur passieren konnten, ohne mit Radblockaden in den Wald abzurutschen. Tief eingeschnittene Hohlwege und die Pflästerung der Chaussée aus dem 18. Jahrhundert bezeugen die damalige Bedeutung der Strasse.<ref>Archäologie Basel-Landschaft: Der Obere Hauenstein – Auf der Suche nach der Römerstrasse</ref>
Am 20. Juli 2000 führte die 87. Tour de France über den Oberen Hauenstein. Die 17. Etappe von Lausanne nach Freiburg im Breisgau führte von der Schweiz zum Etappenziel Freiburg im Breisgau nach Deutschland.<ref>Streckenprofil der 87. Tour de France (2000)</ref><ref>Spiegel Online: Der Breisgau ist aus dem Häuschen, Artikel vom 19. Juli 2000, zuletzt aufgerufen am 5. Juni 2019</ref> Der Obere Hauenstein wurde aufgrund seiner vergleichsweisen Kürze und Steigung mit der Kategorie 3 („leicht“) klassifiziert. Die Bergwertung am Oberen Hauenstein konnte Jean-Cyril Robin vor Jacky Durand und Alexander Winokurow für sich entscheiden.<ref>Live report: Stage 18 - July 20: Lausanne - Fribourg-En-Brisgau, 246.5 km, aufgerufen am 13. Juni 2022.</ref>
Passstrasse heute
Über den Pass verläuft die Hauptstrasse 12 von Bern und Solothurn nach Basel. Sie schafft die Verbindung zwischen den Strassen am Jurasüdfuss bei Oensingen und dem Ergolztal bei Liestal. Bis zur Eröffnung der Autobahn A1 bildete sie die wichtigste Strasse zwischen Basel und Solothurn.
Sperrstelle Oberer Hauenstein
Der Obere Hauenstein ist seit römischer Zeit eine bedeutende Verkehrsverbindung ins Mittelland. Für die Militärstrategen stellte sich immer wieder das Problem der wirksamen Verteidigung dieser Nord-Süd-Achse.
Die Sperrstelle wurde im November 1938 im Detail geplant, die Truppen der Grenzbrigade 4 begannen im Sommer 1940 mit dem Bau der Werke. Die Artilleriestellungen Spittel wurden im Juli/August 1941 durch das Baudetachement «Renfer» errichtet. Die Strasse von Liestal nach Oensingen besteht aus acht aufeinander folgenden Sperren. Mögliche Umgehungsstrassen wurden ebenfalls mit Sperren versehen.
Das Engnis von Waldenburg wurde mit vier Infanteriebunkern gesperrt. Am Felsenfuss unter dem Bunker A 3606 wurde eine Zivilschutzanlage gebaut. Der 2018 gegründete Bunkerverein Waldenburg führt mehrere jährliche Führungen durch.<ref>Bunkerfreunde: Anlagen Waldenburg BL</ref><ref>Bunkerverein Waldenburg</ref>
Die Sperrstelle im Gebiet von Spittel besteht aus zwei Bunkern, vier Artilleriestellungen, sechs modernen Unterständen und einem Geländepanzerhindernis mit Strassen- und Bachbarrikaden.
Die Sperrstelle wurde 1994 mit der Auflösung der Grenzbrigade 4 ausser Dienst gestellt. Sie gilt als militärhistorisches Denkmal von nationaler Bedeutung.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
- Ik-Stand A 3599 Rankwog Brücke, Winznau Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3600 Talhaus Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3601 Bubendorf Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3602 Oberdorf Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3603 Oberdorf Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3604 Waldenburg Ost: Pak (früher 7.5-cm-Feldkanone)Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3605 Waldenburg West Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3606 Waldenburg Ost: Pak (früher 7.5-cm-Feldkanone) Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3607 Waldenburg West: Pak (früher 7.5-cm-Feldkanone) Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3608 Spittel Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3609 Spittel Vorlage:Coordinate
- Artilleriebunker A 3610 Spittel-Nünbrunnen Vorlage:Coordinate
- Artilleriebunker A 3611 Spittel-Nünbrunnen Vorlage:Coordinate
- Artilleriebunker A 3612 Spittel-Nünbrunnen Vorlage:Coordinate
- Artilleriebunker A 3613 Spittel-Nünbrunnen Vorlage:Coordinate
- Infanteriewerk A 3614 Chräiegg Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3615 Schönthal Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3616 Lochhus Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3617 Beuggen Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3618 Beuggen Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3619 Titterten Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3620 Titterten Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3621 Titterten Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3622 Titterten Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3623 Reigoldswil-Grund Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3624 Reigoldswil-Grund Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3625 Reigoldswil-Nord Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3626 Reigoldswil Kuhweid Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3627 Reigoldswil Kuhweid Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3628 Seewen Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3629 Seewen Vorlage:Coordinate
- GPH Sagemätteli Seewen Vorlage:Coordinate
- Geschützstand mobile Artillerie A 3630 Bretzwil Vorlage:Coordinate
- Geschützstand mobile Artillerie A 3631 Bretzwil Vorlage:Coordinate
- Geschützstand mobile Artillerie A 3632 Bretzwil Vorlage:Coordinate
- Geschützstand mobile Artillerie A 3633 Bretzwil Vorlage:Coordinate
- 8,4-cm-Artilleriebunker A 3634 Burgruine Gilgenberg Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3635 Meltingerbrücke Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3636 Meltingerbrücke Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3637 Nunningen-Enge Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3638 Roderis Vorlage:Coordinate
- Infanteriewerk Wolfsschlucht Nord A 3671 Hinterhammer Welschenrohr Vorlage:Coordinate<ref>Solothurner Zeitung vom 11. Juni 2012: Bunker Hammerrain und Sprengobjekt</ref>
- Infanteriebunker A 3672 Balsthal Vorlage:Coordinate
- Infanteriewerk A 3673 Balsthal Vorlage:Coordinate
Sperrstellen Challhollen Laufen Kleinlützel Huggerwald
- Infanteriebunker A 3482 Grellingen Vorlage:Coordinate
- Sprengobjekt M0378 Grellingen Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3484 Challplatten Mitte Challhollen Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3485 Challplatten Nord Challhollen Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3486 Felsplatte Challhollen Vorlage:Coordinate
- Infanteriewerk Pak A 3487 Lützelmündung Süd Laufen Vorlage:Coordinate
- Infanteriewerk Pak A 3488 Lützelmündung Nord Laufen Vorlage:Coordinate
- Kaverne A 3489 Schiessstand Laufen Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3490 Röschenz Fluh Röschenz Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3491 Kleinlützel Nord Kleinlützel Vorlage:Coordinate
- Infanteriewerk Pak A 3492 Kleinlützel Süd Kleinlützel Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3493 Station Bärschwil West Bärschwil Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker Liesberg 3494 Huggerwald
- Infanteriebunker A 3495 Tannig Huggerwald Vorlage:Coordinate
- Infanteriebunker A 3496 Räschberg Ost Huggerwald Vorlage:Coordinate
- Ik-Schild A 3497 Räschberg West Huggerwald Vorlage:Coordinate
- Sprengobjekt Kleinlützel M 0361<ref>Kleinlützelbunker.ch: Sprengobjekt Kleinlützel M 0361</ref>
Bunkervereine
Der im Juni 2020 gegründete «Bunkerverein Titterterberg» betreibt und unterhält ihm zur Betreuung übergebene Anlagen als militärhistorische Zeitdokumente. Er will damit das öffentliche Interesse an deren Geschichte und Technik fördern. Die ersten Arbeiten am Bunker A 3622 haben begonnen.<ref>Der Verein, auf bvtb.ch, abgerufen am 16. August 2021</ref>
Die Festungswerke Sperrstelle Waldenburg, Infanteriebunker Kuhweid (Reigoldswil) und Festungswerke Kleinlützel (BL/SO) sind im Besitze anderer Eigentümer.<ref>Vorlage:Webarchiv, auf bunkerverein-waldenburg.ch, abgerufen am 16. August 2021</ref>
Der Verein Festungswerke Solothurner Jura unterhält Festungswerke im Bezirk Thal (Raum Gänsbrunnen-Welschenrohr und Mümliswil-Balsthal-Oensingen) mit der Sperrstelle Gänsbrunnen sowie Festungswerke im Raum Olten (Raum Belchen-Challhöchi, Trimbach) mit der Sperrstelle Challhöchi. Er führt jeweils im September «Tage der offenen Türen» durch.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Literatur
- Theophil Burckhardt-Biedermann: Die Strasse über den oberen Hauenstein am Basler Jura. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 1, 1902, S. 1–52. Teil1., Teil 2.
- Werner Reber: Zur Verkehrsgeographie und Geschichte der Pässe im östlichen Jura. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Baselland 11, Liestal 1970.
- Rudolf Schnyder: Keramik vom Fuss des oberen und unteren Hauensteins. In: Aarburger Neujahrsblatt. 1973. S. 42–46 (Digitalisat).
- Beat Horisberger: Zur Problematik der «römischen» Karrgeleise im schweizerischen Jura. Archäologie des Kantons Solothurn 8, 1993.
- Jan von Wartburg: Liestal, Langhagstrasse 36: Datierung einer historischen Strasse. Archäologie Baselland, Jahresbericht 2017.
- IVS: Historische Verkehrswege im Kanton Solothurn
- IVS: Historische Verkehrswege im Kanton Basel-Landschaft
Weblinks
- Vorlage:HLS
- Steigungsprofil aus Richtung Waldenburg
- Steigungsprofil aus Richtung Balsthal
- Bunkerverein Kleinlützel: Sperre Kleinlützel
Einzelnachweise
<references />