Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Porzellanmanufaktur Nymphenburg – Wikipedia Zum Inhalt springen

Porzellanmanufaktur Nymphenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Königliche Porzellan Manufaktur Nymphenburg GmbH & Co. KG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Porzellanmanufaktur Nymphenburg logo.svg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1747
Sitz München
Leitung Anders Thomas
Branche Porzellan
Website www.nymphenburg.com

Die Porzellanmanufaktur Nymphenburg (heutige Eigenschreibweise: Porzellan Manufaktur Nymphenburg) wurde 1747 gegründet und stellt bis heute rein handgefertigtes, künstlerisch hochwertiges Porzellan her.

Geschichte

Datei:8Schlossrondell-02.jpg
Nördliches Schlossrondell, Hauptgebäude der Porzellanmanufaktur Nymphenburg seit 1761

Kurfürst Maximilian III. Joseph förderte nach seinem Regierungsantritt 1745 die Gründung von Manufakturen, um damit die Staatsfinanzen zu sanieren. Ab 1747, im Jahr der Eheschließung mit Maria Anna von Sachsen, versuchte man sich in der Porzellanherstellung und bekam Ende des Jahres das Schloss Neudeck in der Münchner Au zur Verfügung gestellt. Mit der Unterstützung des Kurfürsten gelang es schließlich dem Münchner Hafnermeister Johann Niedermayer, eine Porzellanfigur herzustellen. Am 3. November 1754 wurde Franz Anton Bustelli als Figurist eingestellt, etwa zu der Zeit, als man endlich die Porzellanherstellung beherrschte. 1755 erhielt die Manufaktur ihren ersten Hofauftrag und 1756 gelang es erstmals, das Porzellan farbig zu bemalen.

Datei:Bustelli Liebesgruppe Der stürmische Galan BNM.jpg
Liebesgruppe „Der stürmische Galan“ von Franz Anton Bustelli, um 1756
Datei:Auliczek.jpg
Der Bildhauer Dominikus Auliczek wurde 1763 Nachfolger von Franz Anton Bustelli

Mit dem Juristen und Unternehmer Sigmund Graf von Haimhausen wurde die Porzellanmanufaktur Nymphenburg ab 1758 unternehmerisch ausgerichtet und im Jahr 1761 in die von Joseph Effner gestalteten Gebäude am Nördlichen Schlossrondell vor dem Schloss Nymphenburg verlegt, in denen sich die Manufaktur auch heute noch befindet. Der durch das Gelände der Manufaktur verlaufende Nymphenburg-Biedersteiner Kanal treibt seitdem und bis heute die mechanischen Geräte in den rückwärtigen Gebäuden, die meist aus späterer Zeit stammen, an.

Auf Bustelli folgten weitere große Porzellankünstler wie Dominik Auliczek der Ältere und Johann Peter Melchior. Als Grundlage für weitere Forschungen sind inzwischen über 600 Porzellankünstler und -arbeiter aus allen Perioden bis nach 1945 namentlich erfasst. 1765 arbeiteten 187 Personen in Nymphenburg: Die Produktion erreichte ihren höchsten Stand. Ein großer Förderer der Manufaktur war Ludwig I., der viele Aufträge vergab. Besonders beliebt waren Tafelservice mit Kopien berühmter Gemälde oder mit bayerischen Landschaften im antikisierenden Stil. 1810 wurde Anton Auer beauftragt, Gemälde der königlichen Bildergalerie auf ein Service zu übertragen.<ref>Wilhelm Adolf Schmidt: Auer, Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 637.</ref> Seine Nachfolge als Obermaler trat 1815 Christian Matthias Adler an; auch Auers Sohn Maximilian Joseph Auer war als Porzellanmaler tätig.<ref>Hyacinth Holland: Auer, Maximilian Joseph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 46, Duncker & Humblot, Leipzig 1902, S. 84.</ref> 1822 wurde Friedrich von Gärtner als künstlerischer Leiter der Manufaktur berufen.

Niedergang

Mitte des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der Manufaktur zusehends, so dass 1856 die künstlerische Produktion ganz eingestellt wurde und man beschloss, die Manufaktur zu privatisieren. Am 22. Februar 1862 wurde die Nymphenburger Porzellanmanufaktur an Ferdinand Scotzniovsky (1837–1892) und Karl Arendts verpachtet, nachdem sie vorher viele Jahre mit Verlust gearbeitet hatte.

Der Schwerpunkt verlagerte sich auf Produkte für den technischen, medizinischen und sanitären Bereich. Die Warenpalette für feines Geschirr blieb erhalten, um Nachbestellungen ausführen zu können. Ein neuer Absatzmarkt wurde mit der Belieferung der unter Ludwig I. wieder eingesetzten Klöster mit robustem Hotelporzellan erschlossen. Auch Krankenhäuser, Gasthöfe, Hotels und Militäreinheiten bestellten diese Waren. Seit Ende der 1870er-Jahre stieg die Nachfrage nach Bierkrugdeckeln und Pfeifenköpfen. Eine heute fast vergessene Mode war das Anbringen von Porzellanmedaillons auf Grabsteinen im 19. Jahrhundert. Die Manufaktur belieferte mit ihrem reichen Sortiment den ganzen deutschen Sprachraum. Ab Oktober 1887 führte Scotzniovsky die Manufaktur alleine weiter.

Zweite Blütezeit unter Albert Bäuml

Datei:Modern S Oval coffee service in 'Adiantum capillus-veneris' design, Max Rossbach, 1900-1902, Hermann Gradl the Elder, 1900, Königlich-Bayerische Porzellan-Manufaktur Nymphenburg - Bröhan Museum, Berlin - DSC04044.JPG
Teller mit Dessein: Adiantum capillus-veneris, Max Rossbach & Hermann Gradl d. Ä., 1900–1902, Bröhan-Museum, Berlin

1888 pachtete Albert Bäuml, ein aus Theusing bei Karlsbad stammender Kaufmann, die Manufaktur mit dem Vorhaben, die Porzellankunst des 18. Jahrhunderts wieder aufleben zu lassen. Zu diesem Zweck mussten spezialisierte Fachleute eingestellt werden. Schließlich musste die richtige Zusammensetzung einer zarten makellosen Rohmasse genauso gefunden werden wie eine exklusive Farbpalette. Da es kaum brauchbare, überlieferte Formen in der Manufaktur gab, bemühte sich Albert Bäuml, in Museen und von Privatbesitz altes Nymphenburger Porzellan aufzuspüren oder es im Antiquitätenhandel zu erwerben. Er legte eine Sammlung an, die er ausschließlich aus privaten Mitteln finanzierte und die konsequent auf wechselseitige Ergänzung mit den Museumsbeständen ausgerichtet war.<ref>Barbara Krafft: 250 Jahre Porzellan-Manufaktur Nymphenburg, München 1997, S. 125.</ref> Die Sammlung Bäuml wird im Obergeschoss des Marstallmuseums in Nymphenburg ausgestellt und umfasst rund 1000 Exemplare.

Albert Bäuml war es auch, der Bustelli „wiederentdeckte“. Die Suche nach und der Ankauf von altem Porzellan aus der Nymphenburger Produktion war Voraussetzung für die Rekonstruktion der einzelnen Modelle. Manche Figuren konnten erst nach Jahrzehnten aufgekauft werden: Die Vier Jahreszeiten von Dominik Auliczek im Jahre 1909, der Gestörte Schläfer von Franz Anton Bustelli erst 1911. Es ist ein Verdienst Albert Bäumls, dass er dem zu übermäßigem Pomp neigenden Publikumsgeschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts die schlichte Noblesse des 18. Jahrhunderts entgegensetzte. Seit den Leipziger Messen seiner Anfangsjahre und der Teilnahme an der Chicago World’s Fair 1893 ließ sich Albert Bäuml keine Gelegenheit entgehen, die Erzeugnisse seiner Nymphenburger Porzellanmanufaktur auf Ausstellungen zu präsentieren. Regelmäßig wurden sie mit Medaillen ausgezeichnet. Es gab Ehrendiplome bei der Weltausstellung Paris 1900 und bei der Weltausstellung Brüssel 1910.

Jugendstil und Art déco

Datei:Serval katt - Hallwylska museet - 87169.tif
Serval, ca. 1910. Hallwylsches Museum, Stockholm.

Um nicht ausschließlich nach alten Vorlagen zu produzieren, wurden hervorragende zeitgenössische Künstler angeworben. An der Wende zum 20. Jahrhundert war dieses Ziel erreicht und neben historischen Kopien wurden nun elegante Jugendstilgeschirre entwickelt. Einer der größten späteren Verkaufserfolge entstand mit dem Service „Gerippt“ zwischen 1892 und 1897. Es entstand zuerst als Kaffee- und Teeservice, wurde dann jedoch zu einem Speiseservice erweitert und macht immer noch einen wesentlichen Teil der Geschirrproduktion aus. Mit den Formen „Modern“ und „S“ von Max Rossbach kam endgültig der Jugendstil ins Programm. Seine auffälligste Erscheinung, dem Fischservice „688“ von Hermann Gradl, zeichnete die Manufaktur auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 aus: Verschiedenartige Fische schweben förmlich durch eine zartgrüne Unterwasserwelt zwischen purpurbräunlichen seetangähnlichen Schlinggewächsen.

1906 wurde der Bildhauer Joseph Wackerle künstlerischer Leiter der Manufaktur. In Zusammenarbeit mit Architekten und Dekorationskünstlern wurden in der Manufaktur Objekte zum Fassadenschmuck und zur Innenausstattung von Bauten gestaltet. Die meisten hat der Zweite Weltkrieg zerstört, am ehemaligen Palais Arco-Zinneberg am Wittelsbacher Platz, finden sich noch farbige Majolika-Reliefs nach einem Entwurf von Joseph Wackerle aus dem Jahre 1909. Frostharte Produkte aus Majolika für den Außenbereich, wie z. B. für die Pergola des Münchner Ausstellungsparks, den Schmuckhof des Botanischen Gartens in München oder den Haupteingang des Münchner Tierparks knüpften an die Gartenskulpturen des 18. Jahrhunderts an und erweiterten das Sortiment. Damit gehörte die Porzellanmanufaktur Nymphenburg bereits in den 1900er-Jahren zu den Vorreitern unter den keramischen Betrieben mit künstlerischer Ausrichtung, die den Trend als neues Aufgabenfeld erkannten.

Beispielhaft für den Weg in die Moderne, wie ihn die Porzellanmanufaktur Nymphenburg in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts beschritt, sind neben Gartenfiguren und Bauplastiken aus Majolika Vasen unterschiedlichster Ausprägung. Für die von asiatischen Dosen inspirierten Deckelurnen legte Joseph Wackerle unterschiedliche Entwürfe für Blumendekore vor. Ein deutlicher Schritt weg von klassischen, eher formal aufgefassten Blumendekoren hin zu natürlich wirkenden Garten- und Wiesenblumen gelang dem Illustrator und Landschaftsmaller Rudolf Sieck. Ein weiterer wichtiger Künstler ist Adelbert Niemeyer, der sowohl Form wie Dekor seiner Vasen entwarf. Von Paul Ludwig Troost ist ein Dekorentwurf für die klassische Vasenform Nr. 881 nachweisbar. Sie verweist auf die farblich reduzierte Stilwelt des Art déco.

Theodor Kärner begründete den Ruhm der Nymphenburger Tierplastik und schuf während seiner Arbeit für Nymphenburg 88 Tiermodelle. Auch durch Willy Zügel entstanden bedeutende Tierplastiken. Alle wiesen die damals innovative Unterglasurmalerei auf, die aufgrund ihres gedeckt-naturhaften Kolorits dafür besonders geeignet war. In den Jahren zwischen 1905 und 1920 wurde die Nymphenburger der Königlichen Porzellanmanufaktur Kopenhagen in der Tierdarstellung mindestens ebenbürtig.<ref>Barbara Krafft: 250 Jahre Porzellan-Manufaktur Nymphenburg, München 1997, S. 136.</ref>

Wolfgang von Wersin entwarf eine große Anzahl verschiedener, gut verkäuflicher Tafelserviceformen wie Adonis (1932), Helios (1932) und Lotos (1932/36). Auch die wohlbekannten Kaffee- und Teetonnen, bemalt mit exotischen Vögeln und Pflanzen, als Markenzeichen des Münchner Delikatessengeschäfts Dallmayr stammen von Wersin.

Nach dem Tode Albert Bäumls im Jahre 1929 führten dessen drei Söhne Dr. Fritz Bäuml (1887–1969), Alfred Bäuml (1892–1971) und Kurt Bäuml (1899–1979) die Leitung der oHG „Staatliche Porzellanmaunufaktur A. Bäuml“ weiter. Fritz Bäuml hatte Chemie und Kunstgeschichte studiert und nach einem längeren Aufenthalt an der École de Cèramique in Sèvres 1912 in Erlangen promoviert. Neben seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Porzellanchemiker und Farbenspezialist war er der künstlerische Leiter. Alfred Bäuml wurde nach Studienaufenthalten in Paris und London kaufmännischer Leiter. Seit 1954 war er norwegischer Konsul. Kurt Bäuml war für Personalangelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, was auch den reibungslosen Ablauf der nicht seltenen Staatsbesuche in der Manufaktur beeinhaltete. Nach dem Tode seiner beiden Brüder führte Kurt Bäuml das Unternehmen als Alleininhaber weiter.

Zeit des Nationalsozialismus

Paul Ludwig Troost war bis zu seinem Tod 1934 der bevorzugte Architekt Adolf Hitlers. Von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für die Manufaktur waren seine Aufträge, für die er bereits vorhandene Modelle auswählte und den Dekor dafür entwarf. So wurde die erste Klasse von Ozeandampfern des Norddeutschen Lloyd mit Porzellan aus Nymphenburg ausgestattet. Die Verbindung Troosts zur Porzellanmanufaktur Nymphenburg bestand jedoch bereits seit 1908. 1929 hatte Troost die innerstädtischen Verkaufsräume der Nymphenburger Porzellanmanufaktur am Odeonsplatz umgebaut. Seine Ehefrau, die Innenarchitektin Gerdy Troost, führte nach seinem Tod dessen Atelier weiter. "1934 bis 1937 gab Gerdy Troost in der Porzellanmanufaktur Nymphenburg umfangreiche Servicebestellungen für die verschiedenen Wohnsitze Adolf Hitlers, etwa den Berghof auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden, in Auftrag. So das Service Perl für Hitlers Wohnung am Münchner Prinzregentenplatz 16 für 36 Personen, für die Kanzlerwohnung in der Berliner Reichskanzlei, aber auch für das Restaurant und Bierstüberl im Haus der Deutschen Kunst (Figuren von Wackerle). Das Auswärtige Amt in Berlin bestellte Prunkvasen mit Dekoren von Paul Ludwig Troost – als beliebte Staatsgeschenke auch in doppelter oder dreifacher Größe ausgeführt. Mit besonderem Luxus sollten die Gäste der deutschen Botschaft in London beeindruckt werden. In München orderte Gauleiter Wagner für das Prinz-Carl-Palais und seinen Dienstsitz in der Kaulbachvilla. Das neu gestaltete Münchner Künstlerhaus wurde mit Geschirren für 1350 Personen ausgestattet.<ref>Doris Fuchsberger; Albrecht Vorherr: Schloss Nymphenburg unterm Hakenkreuz. München 2014, S. 168.</ref> Ebenfalls aus Nymphenburg stammte das Geschirr für den Speisewaggon im Führersonderzug, für die Neue Reichskanzlei und für den Führerbau in München.

Auch andere NS-Größen wie Gauleiter Adolf Wagner bezogen Waren aus der Manufaktur, die so zum Hoflieferanten der politischen Elite des Dritten Reichs avancierte.

Die Manufaktur im Zweiten Weltkrieg

Nach Kriegsbeginn produzierte man im Auftrag der Gummiindustrie Köpfe für Tauchermützen, Handformen für Gummihandschuhe, Modelle zur Kondomherstellung usw. Bereits Ende 1941 wurden zu fast 80 Prozent diese als kriegswichtig eingestuften Gegenstände hergestellt. Als Kriegszulieferer war die Manufaktur ein Angriffsziel für Bombenangriffe. In der Nacht vom 9. auf den 10. März 1943 erfolgte die Hauptzerstörung, spätere Bombardements in den darauffolgenden Jahren verursachten weitere Schäden. Hierbei wurde auch ein Großteil des alten Aktenbestands vernichtet. Auch das Stadtgeschäft im Eckhaus Odeonsplatz/Briennerstraße wurde stark zerstört. „Waren 1936 100 Mitarbeiter beschäftigt, hatte sich deren Zahl in den ersten drei Kriegsjahren mehr als halbiert, die Umsätze waren noch drastischer eingebrochen. Für einfache Hilfsarbeiten waren in der Manufaktur ab Ende 1942 acht Zwangsarbeiter tätig, sie wohnten zum Teil auf dem Betriebsgelände. Die Lagerdokumentation des Stadtarchivs München nennt den Lagernamen KZ-Nebenlager Porzellan-Manufaktur.“<ref>Doris Fuchsberger; Albrecht Vorherr: Schloss Nymphenburg unterm Hakenkreuz. München 2014, S. 169.</ref>

Neubeginn 1945

Die kostbarsten Modelle, Formen und alte Porzellane waren in den Keller der Badenburg im Schlosspark Nymphenburg ausgelagert worden. Diese hatte zwar einen Bombentreffer erhalten, der Keller jedoch blieb unversehrt. Nach kurzer Zeit gelang es der Familie Bäuml, die Produktion unter schwierigen Bedingungen wieder aufzunehmen. Abnehmer waren anfangs hauptsächlich Mitglieder der amerikanischen Besatzungstruppen.

Neuzeit

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Porcelain in the Botanischer Garten München-Nymphenburg - DSC07534.jpg
Porzellan-Kakadu im Botanischen Garten München-Nymphenburg
Datei:Dachauer Stilleben.jpg
Bayerischer Löwe

Von 1975 bis 2011 war die Manufaktur vom Freistaat Bayern an den Wittelsbacher Ausgleichsfonds verpachtet, die historischen Gebäude am Nördlichen Schlossrondell wurden von der Bayerischen Schlösserverwaltung an die Manufaktur vermietet.

Am 1. Oktober 2011 übernahm die Schloß Kaltenberg – Königliche Holding und Lizenz KG mit ihrem geschäftsführenden Gesellschafter Luitpold Prinz von Bayern das Unternehmen in Pacht.<ref>Pressemitteilung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prinz Luitpold von Bayern übernimmt die Porzellan Manufaktur Nymphenburg. (Memento vom 12. März 2014 im Internet Archive) In: Wittelsbacher Ausgleichsfonds, 30. September 2011, (PDF; 2 S., 110 kB).</ref> Seit April 2012 lautet der offizielle Firmenname Königliche Porzellan Manufaktur Nymphenburg GmbH & Co. KG.<ref>siehe: unternehmensregister.de.</ref>

Die Manufaktur hat heute knapp 50 Angestellte<ref>Königliche Porzellan Manufaktur Nymphenburg GmbH & Co. KG, München, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023, abgerufen über unternehmensregister.de.</ref>, die Fertigung erfolgt ausschließlich von Hand.<ref>„Das Geld fällt nicht vom Himmel“, Donaukurier vom 20. Juni 2024.</ref> In der Dreherei, Malerei, Brennerei und Vergoldung arbeiten zumeist künstlerisch vorgebildete Mitarbeiter, die drei Jahre lang innerhalb der Manufaktur ausgebildet wurden. Die Manufaktur verfügt über fast alle historischen Archivmuster und fertigt auf Bestellung Service oder fehlende Teile nach diesen Mustern an. Auf Wunsch werden alte Muster auch modernisiert.

Ferner werden moderne bis avantgardistische Service oder Dekorationsobjekte angefertigt, wobei die Muster von zeitgenössischen Designern und Künstlern stammen. Im 21. Jahrhundert waren das unter anderem Konstantin Grcic, Hella Jongerius, Kiki Smith, Joep van Lieshout, Olaf Nicolai und Carsten Höller. Die klassischen Figurinen der Commedia dell’arte mit ihren Barockkostümen wurden in Zusammenarbeit mit Modeschöpfern wie Christian Lacroix oder Vivienne Westwood als Fashionistas neu eingekleidet. Teilweise orderten auch Prominente wie Kate Moss oder Damien Hirst Skulpturen von sich selbst oder von ihren Kunstwerken.

Museum

Im Obergeschoss des Marstallmuseums Nymphenburg kann das Museum Nymphenburger Porzellan – Sammlung Bäuml besichtigt werden.

Bekannte Künstler

<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />

Literatur

  • Siehe auch Liste von Porzellanmanufakturen und -herstellern
  • Marita Krauss: Die königlich-bayerischen Hoflieferanten. Volk Verlag, München 2008, ISBN 978-3-937200-27-9, S. 246–259.
  • Katharina Hantschmann: Nymphenburger Porzellan 1797 bis 1847. Geschichte, Modelle, Dekore. Klinkhardt und Biermann, München u. a. 1996, ISBN 3-7814-0390-4, Dissertation der Universität München, 1993.
  • Friedrich H. Hofmann: Geschichte der bayerischen Porzellan-Manufaktur Nymphenburg. 3 Bände. Hiersemann, Leipzig 1921–1923. Nachdruck: Scherer, Edition Arkanum, Berlin 1991, ISBN 3-89433-009-0.
  • Barbara Krafft, Max Oppel (Red.): 250 Jahre Porzellan-Manufaktur Nymphenburg 1747 – 1997. IP-Verlags-Gesellschaft, München 1997, ISBN 3-00-001191-9.
  • Timo Nüßlein: Paul Ludwig Troost (1878–1934). Böhlau, Wien u. a. 2012, ISBN 978-3-205-78865-2, Dissertation der Universität Heidelberg, 2011, Inhaltsverzeichnis.
  • Timo Nüßlein: Der „Erste Baumeister des Dritten Reichs“ und das Porzellan – Paul Ludwig Troost und die Staatliche Porzellanmanufaktur Nymphenburg, in: Keramos 220, ISSN 0453-7580, Gesellschaft der Keramikfreunde, Deggendorf 2013.
  • Arno Schönberger: Nymphenburger Porzellan. Prestel, München 1949 (Bilderhefte des Bayerischen Nationalmuseums München 4).
  • Rainer Schuster: Nymphenburger Porzellan. Kostbarkeiten aus der Sammlung Bäuml und dem Residenzmuseum München. Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München 1997, ISBN 3-9805654-0-8.
  • Rosel Termolen (Hrsg.): Nymphenburger Porzellan. 3. Auflage. Rosenheimer, Rosenheim 1997, ISBN 3-475-52504-6 (Rosenheimer Raritäten).
  • Hans Thoma: Porzellan-Manufaktur Nymphenburg. 1747–1947. Zweihundert Jahre Nymphenburg. Bruckmann, München 1947.
  • Alfred Ziffer: Nymphenburger Porzellan. Sammlung Bäuml. Arnold, Stuttgart 1997, ISBN 3-925369-61-9.

Filme

  • Rokoko und Punk. Porzellan aus Nymphenburg. Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, 44:12 Min., Buch und Regie: Julia Benkert, Produktion: Bayerischer Rundfunk, Reihe: Lido, Erstsendung: 12. Dezember 2013 beim Bayerischen Fernsehen, Inhaltsangabe und online-Video von BR.
  • Nymphenburger Porzellan. Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 24:45 Min., Regie: Leonhard Steinbichler, Produktion: megaherz, ServusTV, Reihe: Fast vergessen, Erstsendung: 7. Juli 2012 bei ServusTV, Inhaltsangabe mit online-Video von ServusTV.

Weblinks

Commons: Porzellan Manufaktur Nymphenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 48° 9′ 36,3″ N, 11° 30′ 26,8″ O

 {{#coordinates:48,160092|11,507436|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-BY
   |type=landmark
  }}

Vorlage:Hinweisbaustein