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Nundinum

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Vorlage:Hinweisbaustein Der im römischen Reich verwendete Begriff Nūndinum ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=de|SCRIPTING=Latn|SERVICE=deutsch}}) bezeichnet einen neuntägigen Zeitraum. Wegen der damals üblichen Inklusivzählung (erstes Stück wird mitgezählt) umfasste es jedoch tatsächlich nur acht Tage.

Mit Nundinae wurden ebenso die Markttage bezeichnet, die in die römische Achttagewoche eingebettet waren.

Nundinae als Feriae

Datei:Jupiter cameo Louvre Bj1820.jpg
Jupiter (römische Kamee)

Im römischen Kalender wurden die Nundinae mit den vier festen Tagen des Monats, Kalenden, Nonen, Iden und Tubilustrium, verbunden, die in ihrer Kalenderfunktion zusätzlich der Doppelzählung unterliegen konnten. Insofern war für vier Kalender-Nundinae eine Bandbreite von 28 bis 31 Tagen möglich. Die Nundinae begannen an einem der vier festen Kalendertage immer am Mittag.

Ab 287 v. Chr. besaßen die Nundinae aufgrund der Lex Hortensia Feriae-Charakter und führten in der späteren römischen Republik als Fas-Tage ein Versammlungsverbot. Der römische Historiker und Antiquar Granius Licinianus nahm in seinen Schriften an, die er im 2. Jahrhundert n. Chr. verfasste, dass die Nundinae zugleich Jupiter-Opfertage waren (feriae Iovis). Iulius Modestus, ein lateinischer Grammatiker des frühen 1. Jahrhunderts n. Chr., ergänzte hierzu, dass die Pontifices die Nundinae nicht als Feriae ansahen. Es ist jedoch belegt, dass der Gott Jupiter an den Nundinae Opfergaben seitens der Flaminica in der Regia erhielt.<ref>Jörg Rüpke: Kalender und Öffentlichkeit: Die Geschichte der Repräsentation und religiösen Qualifikation von Zeit in Rom. S. 275.</ref>

Nundinae und der Nundinalzyklus

Der um 254 v. Chr. geborene Komödiendichter Plautus verband die Nundinae mit einem besonderen Status, da an diesen Tagen ein Koch mit besonderen Kenntnissen aufwändige Speisen zubereitete. Varro weiß zudem, dass an den Nundinae kein Schulunterricht stattfand und „man sich den Bart rasierte“.<ref>Varro, Menippeae 186: Quotiens priscus homo ac rusticus Romanus inter Nundinum barbar radebat?</ref> Dagegen fehlen in der späteren Zeit Belege für die besondere Rolle der Nundinae. Nähere Untersuchungen legen nahe, dass sich der besondere Charakter der Nundinae auf den Nundinalzyklus bezog.<ref>Jörg Rüpke: Kalender und Öffentlichkeit: Die Geschichte der Repräsentation und religiösen Qualifikation von Zeit in Rom. S. 454–456.</ref>

Das Zusammentreffen von Nundinae-Markttagen mit den vier Orientierungstagen des römischen Kalenders ist erstmals am Ende der römischen Republik belegt. Ähnliche Konstellationen sind auch für Feriae-Tage festzustellen, wobei einige dieser Feriae-Tage ihren Festcharakter behielten, aber dennoch die Abhaltung des Markttages nicht verhinderten, wie die Einträge in den Fasti Amiterni für den 15. und 19. Juli als NP-Tage belegen. Nur sehr wichtige Anlässe begründeten eine Verschiebung der Markttage. Das entscheidende Kriterium für die Entscheidung einer Verlegung von Markttagen unterlag keinen religiösen Motiven, sondern richtete sich zumeist nach der Art des Festes, dessen ungehinderte Ausrichtung mit der Verschiebung Rechnung getragen werden sollte. Macrobius bezieht sich auf eine weitere Grundlage, die für eine Verlegung des Markttages im Jahr 78 v. Chr. verantwortlich war:

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Cassius Dio beschrieb für das Jahr 44 n. Chr. nur beiläufig die Verlegung des Markttages aufgrund vom Zusammentreffen mit einem anderen wichtigen Festtag, da derartige Verlegungen „auch sonst schon oft geschahen“.<ref>Cassius Dio: Römische Geschichte. Bd. 60, 24,7.</ref> Dagegen ist von Cassius Dio für das Jahr 52 v. Chr. die Abhaltung des Markttages an einem Neujahrstag dokumentiert, der nur aufgrund günstiger Vorzeichen nicht verschoben wurde:

Datei:Monteverde tempio di Iside 2873.JPG
Reste eines römischen Isis-Tempels

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Ablösung des Nundinalzyklus durch die 7-Tage-Woche

Wann der Nundinalzyklus im täglichen Leben in Rom bzw. im römischen Herrschaftsbereich der Sieben-Tage-Woche wich, ist im Einzelnen unklar. Auf inschriftlichen Kalendern der augusteischen Zeit findet sich neben dem Nundinalzyklus auch eine siebentägige Planetenwoche. In einer Elegie des Tibull († 19/18 v. Chr.) findet sich ein Hinweis auf den „heiligen Tag des Saturn“, an dem man angeblich nicht reisen dürfe.<ref>Tibull I 3, 18; ähnlich Ovid, Remedia amoris 219 f., wo die „peregrina Sabbata“ als mögliche Reisehindernisse erwähnt werden.</ref> Hier zeigt sich eine Beeinflussung durch den jüdischen Schabbat. Bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. setzte sich die Sieben-Tage-Woche weitgehend durch, wobei auch das zunehmende Interesse an Astrologie eine Rolle spielte.<ref>Karl-Wilhelm Weeber: Alltag im alten Rom. Ein Lexikon. Artemis & Winkler, Zürich 1998, ISBN 3-7608-1206-6, S. 411.</ref> Rechtlich kann die Verbindlichkeit der Sieben-Tage-Woche erst mit Kaiser Konstantin ab 321 n. Chr. in der Gesetzgebung zur Arbeits- und Gerichtstagsfreiheit des Sonntags festgemacht werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20121120095929

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Literatur

  • Jörg Rüpke: Kalender und Öffentlichkeit: Die Geschichte der Repräsentation und religiösen Qualifikation von Zeit in Rom. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-014514-6

Einzelnachweise

<references/>