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Novo (Magazin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Novo: Argumente für den Fortschritt

Novo Logo
Beschreibung Essaymagazin
Verlag Novo Argumente Verlag<ref name="impressum" /> (Deutschland)
Hauptsitz Frankfurt am Main<ref name="impressum" />
Erstausgabe 1992
Gründer Thomas Deichmann
Erscheinungsweise vierteljährlich
Verkaufte Auflage 1.500–2.000 Exemplare
(eig. Angaben)
Geschäftsführer Alexander Horn<ref name="impressum" />
Weblink www.novo-argumente.com
ISSN (Print)

Novo ist ein Online-Magazin, das viermal im Jahr eine buchartige Essaysammlung herausgibt.

Geschichte und Positionen

Hervorgegangen aus einer studentischen Initiative gegen Rassismus, wurde das Magazin Novo 1992 an der TU Darmstadt gegründet. Herausgeber war eine dem Trotzkismus nahestehende Studentengruppe<ref>"Novo Argumente" – "Wir glauben an die Digitalisierung". In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 23. April 2016.</ref> namens „Linkswende“, die keinerlei Verbindungen zu Linksruck, einer damaligen Strömung innerhalb der SPD und zu deren Ableger in Österreich mit dem gleichen Namen Linkswende unterhielt. Mitte der 1990er Jahre zog die Redaktion nach Frankfurt am Main um.

Am Ende des Jahrzehnts kam es zu einer inhaltlichen Neuorientierung: von antiautoritär linken hin zu libertär fortschrittsoptimistischen Positionen.<ref name="df">"Novo Argumente" – "Wir glauben an die Digitalisierung". In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 23. April 2016.</ref> Novo bezeichnet sich heute als „Forum für Debatten“,<ref>Über Novo. In: Novo. Abgerufen am 23. April 2016.</ref> das „zum Verständnis der aktuellen Situation beitragen, Missstände kritisieren und nach Wegen in eine bessere Zukunft fragen“ wolle. Nach eigenen Aussagen wendet sich das Magazin gegen „Volkserzieher, professionelle Panikmacher, Technokraten und jeden, der meint, weniger Freiheit wäre die Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit“.<ref>Das Projekt. In: Novo. Abgerufen am 23. April 2016.</ref>

Chefredakteur und Herausgeber von 1992 bis 2011 war Thomas Deichmann. Seitdem ist Alexander Horn Geschäftsführer. Bis 2010 erschien Novo als zweimonatliches Printmagazin. Von 2009 bis 2016 nannte es sich in Eigenschreibweise „NovoArgumente“. Seit 2016 führt es wieder den Namen „Novo“ mit der Unterzeile „Argumente für den Fortschritt“.<ref name="Impressum">Impressum. In: Novo. Abgerufen am 23. September 2021.</ref> In diesem Jahr zog die Novo-Redaktion nach Berlin um.

Das Magazin ist Kooperationspartner des gleichfalls libertären, britischen Online-Magazins Spiked und des alljährlich in London stattfindenden Debattenfestivals Battle of Ideas.

Es besteht eine lose Form der Zusammenarbeit und ein Austausch mit dem Portal Achse des Guten. Dirk Maxeiner, Mitgründer der Achse des Guten, ist Autor bei Novo.<ref>novo-argumente.com</ref> Thomas Deichmann, Novo-Gründer und Chefredakteur bis 2011, war wiederum vielfacher Autor der Achse des Guten.<ref>achgut.com</ref> Regelmäßig werden Novo-Artikel von der Achse des Guten gespiegelt und verlinkt.<ref>23.02.2020, 13.02.2020, 30.01.2020, 28.01.2020</ref> Der Geschäftsführer Alexander Horn veröffentlicht regelmäßig Artikel auf der Achse des Guten.<ref>Autorenseite Achgut. Abgerufen am 22. August 2025.</ref> Bei Veranstaltungen des Magazins, dem sog. „Berliner Salon“, welcher einmal im Monat online stattfindet, werden häufig Artikel des Portals als Lesetipp verlinkt.<ref>Deutschland nach der Wahl: Weiter wie bisher? In: Freiblickinstitut. 22. Februar 2025, abgerufen am 22. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>NGOs: Verfechter der Zivilgesellschaft oder staatlich finanzierte Lobbyisten? In: Freiblickinstitut. 22. Februar 2025, abgerufen am 22. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Horn schreibt darüber hinaus regelmäßig für Tichys Einblick.<ref>Alexander Horn. In: Tichys Einblick. Abgerufen am 22. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Veranstalterin des „Berliner Salons“ ist das „Freiblickinstitut e.V.“, welches nach eigenen Angaben 2023 aus dem Umfeld des Magazins heraus gegründet wurde.<ref>Über. In: Freiblickinstitut. 1. September 2023, abgerufen am 22. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Vorstandsvorsitzende des Vereins ist Sabine Beppler-Spahl. Publikationen der Stammredaktion (u. a. in Person von Thilo Stahl und Sabine Peppler-Stahl) werden heute vor allem auf rechten Plattformen rezipiert und öffentlichkeitswirksam verbreitet. Exemplarisch seien hier der Kopp-Verlag<ref>Kopp - portofrei bestellen bei Kopp-verlag.de. Abgerufen am 22. August 2025.</ref> und die Achse des Guten<ref>Novo – Alexander Horn Publikationen - achgut shop. Abgerufen am 22. August 2025.</ref> genannt.

Rezeption

Im Jahr 2006 setzte sich das strom magazin mit den energiewirtschaftlichen Beiträgen des Heftes Nr. 81 auseinander. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Beiträge durchwegs konservative, einseitige Argumentationen aufwiesen, die mit wissenschaftlichen Zahlen „garniert“ seien. So würden Zweifel an der von Radioaktivität ausgehenden Gefahr und den Folgen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl genannt, die im Widerspruch zur wissenschaftlichen Forschung ständen. Auch würde der Solarenergie die Chance abgesprochen, kommerziell erfolgreich zur Energieversorgung Deutschlands beitragen zu können. Die Kosten und Gefahren der Atommüll-Endlagerung blieben jedoch unerwähnt. Das Heft, so die „Alte Zöpfe in neuem Gewand“ betitelte Rezension, animiere „eher zum skeptischen als zum verblüfften Kopfschütteln“.<ref>Novo: Alte Zöpfe in neuem Gewand in strom magazin vom 2. März 2006.</ref>

In der FAZ nannte Lorenz Jäger das Magazin 2009 als Beispiel für Klimaskeptiker, die sich als „Ritter in Frontstellung“ gegen Politische Korrektheit sähen und Gefallen an Industriezuschüssen gefunden hätten, über konkrete Sponsoren aber schweigen. Opponenten würden regelmäßig als „naive Gutmenschen“ abgetan. Der Konservatismus in Novo sei geprägt von einem „elitistisch-technokratischen Glauben“ an einen „Kapitalismus in seiner fragwürdigsten Form“ und der Verortung des Westens in einem vermeintlichen Kulturkampf mit dem Islam.<ref>Lorenz Jäger: Klimaskeptiker: Die letzten Fortschrittsgläubigen. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 23. September 2021]).</ref>

Dirk Maxeiner und Michael Miersch – beide Autoren bei Novo – empfahlen 2008 in der Welt Novo für Leser, die den Mainstream nicht teilen, als „publizistisches Refugium der Aufklärung“. Die Redaktion behandele Themen wie „Öko wird Großtechnik“ und „Lob der autonomen Unternehmensführung“. „Anti-Atom-Aktivisten“ und „Gentechnik-Paniker“ würden journalistisch hart angegangen.<ref>Maxeiner, Miersch : Lest antizyklisch, in die Welt vom 27. März 2008.</ref>

In einem 2010 in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel bezeichnet Johannes Boie Novo als ein ambitioniertes Projekt mit Anspruch und vielen klugen Texten, dessen Lektüre sich lohne. Manche Meinung in Novo erscheine zwar durchaus verwegen und zuweilen entstehe der Eindruck, es werde Kritik um der Kritik willen geübt. Gleichzeitig nützten dort bekannte Publizisten die Möglichkeit „frei von etablierten Blattlinien“ und ohne nennenswerte Bezahlung zu schreiben.<ref>Johannes Boie: Die armen Banker. In: Süddeutsche Zeitung. 52, 7. Januar 2010, S. 13.</ref>

In Zeit Campus zählt Daniel Erk Novo zu seinen „Neun Tipps für mehr politisches Engagement“. In der „Zeitschrift mit liberalen Ideen ohne die Krawattigkeit der FDP“ sei Liberalismus wieder „klug und sexy“. Es lohne sich, über die Texte zu lesen, darüber nachzudenken und zu debattieren.<ref>Daniel Erk: Und jetzt alle. In: Die Zeit Campus. Nr. 4, 1. Juli 2013, S. 36–38.</ref>

Im Kontext einer Zeitschriftenkolumne zu dem Online-Magazine Spiked positioniert Gregor Dotzauer vom Tagesspiegel 2018 Novo als „pathologisch industriefreundliches“ Partnermagazin von Spiked.<ref>Gregor Dotzauer: Online-Magazin "Spiked" Ein bisschen Trotz muss sein. In: Der Tagesspiegel. 21. Januar 2018. (tagesspiegel.de)</ref>

Der am 24. Februar 2020 auf der Novo Webseite veröffentlichte Artikel Die Leiden des jungen Torunarigha<ref>Die Leiden des jungen Torunarigha, von Stefan Chatrath, novo-argumente.com vom 24. Februar 2020.</ref> von Stefan Chatrath, Sportmarketing-Professor und Vize-Chef der Wissenschaftlichen Kommission des Landessportbundes, bezüglich der rassistischen Beleidigungen gegen den Fußballer Jordan Torunarigha führte zur Entbindung Chatraths von seinen Ämtern.<ref>„Hätte seine Gefühle im Griff haben müssen“ Sportmarketing-Professor attackiert Hertha-Profi Torunarigha. In: Der Tagesspiegel. 25. Februar 2020. (tagesspiegel.de)</ref><ref>Text gegen Herthas Torunarigha Berliner Wissenschaftler irritiert mit Rassismus-Aussage, Rbb24 25. Februar 2020.</ref><ref>Nach Rassismus-Verharmlosung Chatrath von Ämtern entbunden, FAZ 25. Februar 2020.</ref><ref>Nach Vorfall um Herthas Torunarigha Wissenschaftler verharmlost Rassismus – und wird gefeuert. t-online.de vom 25. Februar 2020. (t-online.de)</ref>

Autoren

In Novo publizieren u. a. folgende Autoren:<ref>Autoren A–Z. In: Novo. Abgerufen am 23. April 2016.</ref>

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Interviewt wurden u. a.

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Auflage

Gemäß eigenen Angaben hatte die Novo-Printausgabe 2015 eine Auflagenhöhe von 1.500 bis 2.000 Heften pro Ausgabe.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="impressum"> Impressum. In: Novo. Abgerufen am 23. September 2021. </ref> </references>