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Norman Braun (Architekt)

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Norman Braun (* 30. August 1912 in Johannesburg/Südafrika<ref>Allgemeines Künstlerlexikon, XIV, 1996, 9; Sonja Hildebrand, Egon Eiermann. Die Berliner Zeit. Das architektonische Gesamtwerk bis 1945 (=Dissertation TU München), Braunschweig/Wiesbaden 1999, S. 359; Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Textband, Berlin 1961, S. 675.</ref>; † 6. Juli 1986 in Berlin<ref>Überprüft anhand der schriftlichen Quellen im Baukunstarchiv der Akademie der Künste (Berlin); so auch bei Hildebrand, S. 359. Im Allgemeinen Künstlerlexikon (XIV, 1996, 9) ist das Sterbedatum falsch angegeben. In mehreren Online-Datenbanken kursieren falsche Angaben, wahlweise zum Geburtsjahr, zum Todesjahr oder zu beidem.</ref>) war ein deutscher Architekt.

Leben

Braun lebte seit 1916 in Berlin.<ref>Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Textband, Berlin 1961, S. 675.</ref> Er studierte von 1931 bis 1937 an der Technischen Hochschule Berlin, Diplom bei Heinrich Tessenow. Seit 1937 Mitarbeiter im Büro von Hans Köhler, während des Zweiten Weltkriegs bei Egon Eiermann, wo er 1942–44 an Planung und Errichtung des Ausweichkrankenhauses in Beelitz-Heilstätten beteiligt war.<ref>Sonja Hildebrand, Egon Eiermann. Die Berliner Zeit. Das architektonische Gesamtwerk bis 1945 (=Dissertation TU München), Braunschweig/Wiesbaden 1999, S. 219.</ref> Brauns Zeit bei Eiermann wurde von mehreren Kriegseinsätzen unterbrochen, die er bei einer bautechnischen Pioniereinheit ableistete.<ref>Hildebrand, S. 359.</ref>

Nach 1945 arbeitete Braun als freier Architekt. In den 1950er und 1960er Jahren wirkte er mit an den städtebaulichen Großprojekten in Charlottenburg-Nord (ausführender Architekt für die Berlin-Brandenburg-Aufbaugesellschaft), in der Gropiusstadt in Berlin-Neukölln und an der John-Locke-Siedlung in Berlin-Lichtenrade.

Bauten in Berlin (Auswahl)

Datei:Normanbraunegethus1.JPG
Eigenes Wohnhaus, 1956/57, Blick auf die Gartenfront
Datei:Schlüterstraße 64 (Berlin-Charlottenburg).JPG
Wohn- und Geschäftshaus, Schlüterstraße 64, Berlin-Charlottenburg (1956)
  • Kaufhaus Denninger, Breite Straße 25–29, Spandau (1950). 1963 um ein zweites Obergeschoss aufgestockt, Fassade bereits 1971 umgestaltet.<ref>Jürgen Grothe, Wiederaufbau in den fünfziger Jahren, in: Gerhard Dünnhaupt (Red.): Spandau. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Vierzig Jahre Spandauer Baugeschichte, Berlin 1985, S. 33–70, S. 43.</ref>
  • Wohnanlage und Ladenzeile Seegefelder Straße 58–62/Borkzeile 7–11, Spandau (1953/56).<ref>Neue Wohnbauten in Berlin-Spandau. Architekt Dipl.-Ing. Norman Braun, in: Bauwelt, Heft 48, 1955, S. 976f. Denkmaldatenbank Berlin, OBJ-Dok-Nr. 09046379</ref> Zeilenbebauung, Grün- und Freiflächen. Teilweise ungewöhnliche Raumaufteilung: durch die ganze Hausbreite reichende Wohnzimmer und Flure mit direktem Tageslicht.
  • Reihenhäuser Heerstraße 163/165 und Am Rupenhorn 1, Berlin-Charlottenburg (1955).<ref>Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Textband, Berlin 1961, S. 446 f.; Abb. 566 f. in: Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Tafelband, Berlin 1961.</ref> Zwei Reihen zu je vier Eigenheimen.
  • Mietshaus Schlüterstr. 64, Berlin-Charlottenburg (1956).<ref> Denkmaldatenbank Berlin, OBJ-Dok-Nr. 09096422.</ref> Geschäftsräume, fünf Wohngeschosse und ein sechstes zurückliegendes Geschoss. Große Fensterflächen, lederfarbene Fliesen.
  • Neubau Französische Kirche mit Wohnhaus, Berlin-Wilmersdorf, Joachim-Friedrich-Str., zw. 1959–1961 erbaut
  • Eigenes Wohnhaus, Am Rupenhorn 1b, Berlin-Westend (1956/57).<ref>Denkmaldatenbank Berlin, OBJ-Dok-Nr. 09096077; Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Textband, Berlin 1961, S. 447. Haus mit vielen Perspektiven, in: Film und Frau 10 (1958), Heft 11, S. 118f.; Ganz oben liegt der große Wohnraum, in: Schöner Wohnen 2 (1961) Heft 5, S. 12–17.</ref> Vier Ebenen in Split-Level-Bauweise, großzügige Fensterfronten zur Gartenseite mit Ausblick über die Havellandschaft, gelbe Klinker, flaches Satteldach.
  • Mietshaus Haeftenzeile 2–8, Charlottenburg-Nord (1956).<ref>Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Textband, Berlin 1961, S. 463; Abb. 601, in: Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Tafelband, Berlin 1961.</ref> Recht konventioneller Bau, gemeinsam mit Werner Labes.
  • Wohnhäuser Heerstraße 384–400, Berlin-Spandau (1957/58).<ref>Jürgen Grothe, Bauboom in Spandau, in: Gerhard Dünnhaupt (Red.): Spandau. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Vierzig Jahre Spandauer Baugeschichte, Berlin 1985, S. 71–118, S. 110.</ref> Moderne Etagenumlaufheizungen ermöglichten das Beheizen mehrerer Räume mit nur einem Ofen.
  • Mietshaus Bismarckstraße 82/83, Berlin-Charlottenburg (1958).<ref>Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Textband, Berlin 1961, S. 453.</ref> Ladengeschoss, fünf Obergeschosse und ein sechstes zurückliegendes Teilgeschoss (nach 1990 umgebaut); helle Klinker, hellblaue Brüstungen an der Hoffassade.
Datei:Normanbraunloschmidtstr.JPG
Fassadendetail Wohnhaus Loschmidtstraße, 1958/59
  • Mietshäuser Otto-Suhr-Allee 50–68 und Loschmidtstraße 1–15/18–26/Alt-Lietzow 42, Berlin-Charlottenburg (1958/59).<ref>Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Textband, Berlin 1961, S. 462.</ref> Sechs- bis achtgeschossig, Flachdächer, schlichte Fenster wechseln mit Loggien ab. Ursprünglich variierten die Brüstungsstreifen der Stockwerke farblich von Haus zu Haus.
  • Einkaufszentrum Halemweg 17, Charlottenburg-Nord (1960).<ref>Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Textband, Berlin 1961, S. 464; Abb. 604 f., in: Irmgard Wirth (Bearb.), Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Tafelband, Berlin 1961.</ref> Atriumanlage mit 20 Läden und gärtnerisch gestaltetem Innenhof.
  • Wohnanlage, Am Rupenhorn 4, Berlin-Charlottenburg (1960).<ref>Denkmaldatenbank Berlin, OBJ-Dok-Nr. 09040461.</ref> Errichtet im Auftrag des Senders Freies Berlin.
  • Krowelstraße, Berlin-Spandau (1960/61).<ref>Jürgen Grothe, Bauboom in Spandau, in: Gerhard Dünnhaupt (Red.): Spandau. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Vierzig Jahre Spandauer Baugeschichte, Berlin 1985, S. 71–118, S. 88.</ref> Vier- und siebengeschossige Wohnkomplexe, gut durchsonnt.
  • Wohnhäuser Heerstraße 277–283, Berlin-Spandau (1962/64).<ref>Jürgen Grothe, Bauboom in Spandau, in: Gerhard Dünnhaupt (Red.): Spandau. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Vierzig Jahre Spandauer Baugeschichte, Berlin 1985, S. 71–118, S. 106.</ref> Fünf Zeilenwohnhäuser in Nord-Süd-Ausrichtung mit insgesamt 116 Wohnungen.
  • Grundschule am Regenweiher, Johannisthaler Chaussee 328, Gropiusstadt/Berlin-Neukölln (1963/65).<ref>Hans Bandel/Dittmar Machule, Die Gropiusstadt. Der städtebauliche Planungs- und Entscheidungsvorgang, Berlin 2. Aufl. 1974, S. 165.</ref> Vierflügelanlage in konventioneller ein- und zweigeschossiger Bauweise; für 20 Klassen und vier Vorschulklassen; Mehrzwecksaal, Turnhalle und Hausmeisterwohnung.
  • Zeilenhochhaus Heerstraße 387/Sandstraße, Berlin-Spandau (1964/66).<ref>Rolf Rave/Hans-Joachim Knöfel, Bauen seit 1900 in Berlin, Berlin 1968, Nr. 204.</ref> Laubenganghaus für die GSW; Garagen im Erdgeschoss, Wohnungen erstrecken sich über mehrere Etagen.
  • 78 Einfamilienhäuser zwischen Sandstraße und Vogelzeile, Berlin-Spandau (1965/66).<ref>Jürgen Grothe, Bauboom in Spandau, in: Gerhard Dünnhaupt (Red.): Spandau. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Vierzig Jahre Spandauer Baugeschichte, Berlin 1985, S. 71–118, S. 109.</ref> Flachdachbauten in Reihenhausformation.
  • Wohnhäuser Wollankstraße 34–53, Berlin-Gesundbrunnen (1966/67).<ref name="Rave3">Rolf Rave/Hans-Joachim Knöfel, Bauen seit 1900 in Berlin, Berlin 1968, S. 3.</ref>
  • Friedhofskapelle auf dem Französischen Kirchhof, Wollankstraße 50, Berlin-Gesundbrunnen (1967).<ref name="Rave3"/>
  • Hochhäuser Hakenfelder Straße, Berlin-Spandau (1968/69).<ref>Jürgen Grothe, Bauboom in Spandau, in: Gerhard Dünnhaupt (Red.): Spandau. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Vierzig Jahre Spandauer Baugeschichte, Berlin 1985, S. 71–118, S. 81.</ref> 132 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen auf 17 bzw. 18 Etagen, Süd- und Westbalkone mit Ausblick über den Spandauer Forst.

Archive

Bibliothek und beruflicher Nachlass Norman Brauns befinden sich im Baukunstarchiv der Akademie der Künste (Berlin). Im Bundesarchiv Berlin liegt die Akte zur Pflichtmitgliedschaft in der Reichskulturkammer.

Literatur

  • Neue Wohnbauten in Berlin-Spandau. Architekt Dipl.-Ing. Norman Braun, in: Bauwelt 46 (1955), Heft 48, S. 976 f.
  • Irmgard Wirth (Bearb.): Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg. 2. Teil, Textband, Berlin 1961.
  • dies.: Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Charlottenburg, 2. Teil, Tafelband, Berlin 1961.
  • Gerhard Dünnhaupt (Red.): Spandau. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Vierzig Jahre Spandauer Baugeschichte. Berlin 1985.
  • Karl H. P. Bienek: Wohnen in Siemensstadt. Wohnungs- und Sozialbauten, Versorgungs-, Verkehrs-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, Berlin 1992.
  • Sonja Hildebrand: Egon Eiermann. Die Berliner Zeit. Das architektonische Gesamtwerk bis 1945 (Dissertation TU München), Braunschweig/Wiesbaden 1999, ISBN 3-528-02424-0.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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