Zum Inhalt springen

Nordrach (Erlenbach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox Fluss

Die Nordrach ist ein 15 km langer Fluss im westlichen Schwarzwald, der bei Zell am Harmersbach im Ortenaukreis in Baden-Württemberg von rechts und Nordnordosten mit dem Harmersbach zum ab hier nur noch kurzen Erlenbach, einem Nebenfluss der Kinzig, zusammenfließt. Ihr oberster Lauf heißt Klausenbach.

Name

Als Ortsname erscheint der Name in den mittelalterlichen Aufzeichnungen als Norderaha (1139), Norderahe (1209) und um 1373 als Norderache.

Das Wort Nordrach ist abgeleitet vom altdeutschen nord = Nord und aha = Bach und bedeutet dementsprechend „nördlicher Bach“,<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref> bezogen auf den Harmersbach als dem südlichen Gegenstück. Die gleiche Namenssituation kennzeichnet auch den Zusammenfluss der Ordnach (1111: Nordera) mit dem Seebach, dem Oberlauf der Wutach.

Geographie

Verlauf und Tallandschaft

Das nach Südwesten entwässernde Quellgebiet der Nordrach wird hufeisenförmig umschlossen von der früher als walddunkel geltenden Hochfläche der Moos. Sie entspringt südlich des Edelmannskopfes als Klausenbach auf dem nördlichen Gemeindegebiet von Nordrach im Ortenaukreis. Die mündungsfernste Quelle ist ein Brunnen, der etwa 1,2 km östlich des Siedigkopf-Gipfels bei der Hilseckhütte auf etwa Vorlage:Höhe liegt. Von hier an gräbt sich der junge Bach schnell einen tiefen, gut einen Kilometer langen und waldbestandenen Kerbtalabschnitt in Richtung Südosten, in dem ihn der Geißschleifweg nah begleitet. Dann läuft ihm auf ungefähr Vorlage:Höhe der fast ebenso lange nördliche Quellast aus dem Sägloch zu. Nach etwa einem weiteren Kilometer fließt ihm auf etwa Vorlage:Höhe ein Ast aus dem Glasloch hinzu, neben dem die K 5354 ins Tal absteigt, das es mit dem im Osten benachbarten Renchtal verbindet und daraufhin der Nordrach talabwärts fast bis zur Mündung folgt.

An dieser Stelle beginnt auf dem Talgrund die offene Flur, und die ersten Häuser von Nordrach-Kolonie zeigen sich. Der Bach heißt von nun an Nordrach. Er zieht südwestwärts durch ein Kerbsohlental, auf dessen schmalem Grund immer wieder kleine Zinken der Gemeinde liegen. Von beiden Seiten laufen der Nordrach hier nacheinander etliche Bäche von weniger als 2½ Kilometern Länge aus oft steilen und größtenteils bewaldeten Kerbtälern zu. Vor allem auf der linken Seite entfernt sich dabei die Waldgrenze am Hang – wenn man einen nicht seltenen, aber nirgends breiten Waldstreifen am unteren Hangfuß außer Acht lässt – bis zu einen Kilometer vom Lauf und steigt bis zu 300 Meter über den Talgrund, auf den offenen Hangabschnitten dazwischen sind viele Einzelgehöfte verstreut.

Nach etwa der Hälfte ihrer Flusslänge, kurz vor dem Dorf Nordrach, mündet von rechts und aus dem Norden auf etwa Vorlage:Höhe ihr längster Zufluss, das Ernsbächle. Der Talgrund weitet sich hier zu einer kleinen Ebene, und die Nordrach zieht nun mit deutlich weniger Gefälle nach Südsüdwesten. Beim Gemeindeteil Untertal liegt oberhalb von Gewerbebauten ein größeres Neubaugebiet am, verglichen mit dem rechten, sehr viel flacheren linken Hang, dessen Siedlungszeilen auf ihm fünfzig Höhenmeter einnehmen, danach wird die Besiedlung im Tal wieder sporadischer. Gleich nach dem letzten Nordracher Zinken Lindach tritt der Fluss auf etwa Vorlage:Höhe in das Gebiet der ländlichen Kleinstadt Zell am Harmersbach ein, in dem er auf dem restlichen knappen Viertel seines Laufes verbleibt. Vor dem größeren Zinken Neuhausen zweigt rechts der dreiviertel Kilometer lange, etwas mäandrierende Sägkanal ab, der zwischen dessen Häusern wieder zurückfließt. Am nördlichen Siedlungsrand von Zell selbst geht nach links ein 1⅓ km langer, eher gerader Gewerbekanal zum Harmersbach ab. Am Westrand von Zell mündet die Nordrach schließlich von rechts und Nordosten in den Harmersbach, wenige Schritte nachdem dieser den Gewerbekanal aufgenommen hat. Der vereinte Fluss zieht dann unter dem Namen Erlenbach weiter in der Richtung der Nordrach und erreicht nach etwa zwei Kilometern die Kinzig.

Einzugsgebiet

Die Nordrach hat ein Einzugsgebiet von 40 km² Größe. Es ist ein etwa 14 km langer, südsüdwestlich laufender Schlauch, der sich schon bald nach der Nordspitze am Edelmannskopf im Mooswald auf gut vier Kilometer Breite ausgeweitet hat und sich dann langsam bis vor den Mündungskeil wieder auf etwas mehr als zwei Kilometer verengt. In der südlichen Hälfte verläuft die Nordrach der westlich benachbarten Kinzig genau entgegengerichtet.

Im Norden und Nordosten liegt jenseits der Wasserscheide das Einzugsgebiet der Rench. Eine lange Bergkette im Südosten trennt das Einzugsgebiet der Nordrach von dem des Harmersbachs. Im Südwesten und Westen konkurriert der Reichenbach, im Nordwesten die Haigerach, die beide zur Kinzig entwässern.

Zuflüsse

Längen und Einzugsgebiete nach den Datensatzeinträgen auf LUBW-FG10 und LUBW-GEZG, Gewässernamen bevorzugt nach der Hintergrundkarte der LUBW-FG10.

Ursprung der Nordrach auf etwa Vorlage:Höhe als Klausenbach aus einem Brunnen an der Hilseckhütte im südlich des Edelmannskopfes gelegenen Mooswald auf dem nördlichen Gemeindegebiet von Nordrach, etwa 1,2 km östlich des Sedigkopfes.

  • (Quellast durchs Sägloch), von links auf etwa Vorlage:Höhe, 1,15 km. Entsteht etwa 0,7 km nordwestlich des Löcherberg-Gipfels im Hanselwald auf etwa Vorlage:Höhe.
  • (Quellast aus dem Glasloch), von links am Nordostrand von Nordrach-Kolonie auf etwa Vorlage:Höhe, 1,947 km. Entsteht etwa 1,3 km südsüdöstlich des Edelmannskopfes bei der Hohtannhütte auf etwa Vorlage:Höhe.
    Mit diesem Zufluss wird der Bach zur Nordrach.
  • Arnsbächle, von links bei Nordrach-Moosmatte auf etwa Vorlage:Höhe, 0,913 km. Entsteht am Bärhag auf etwa Vorlage:Höhe und durchläuft das Heiberloch.
  • Moosbächle (vielleicht auch Moosbächlein), von rechts bei Moosmatte auf etwa Vorlage:Höhe, 2,045 km und 2,252 km². Entsteht etwa 0,6 km nördlich von Nordrach-Moosbach auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Schornbach, von rechts bei Nordrach-Bärhag auf etwa Vorlage:Höhe, 1,214 km und 0,359 km². Entsteht etwa 0,3 km südwestlich des Rabenfels auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Bechtenbach, von rechts kurz nach Bärhag auf etwa Vorlage:Höhe, 1,788 km und 1,027 km². Entsteht beim Wanderheim zwischen Kornebene und Schnaitberg auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Wippersbächle, von links zu Füßen des Nordracher Rautschhofs auf etwa Vorlage:Höhe, 2,244 km und 3,196 km². Entsteht etwa 1,0 km südwestlich des Rautschkopf-Gipfels auf etwa Vorlage:Höhe.
  • (Bach aus dem Holzsack), von rechts bei Nordrach-Hintertal auf etwa Vorlage:Höhe, 1,334 km und 0,787 km². Entsteht im Holzsack am Südostabfall des Schnaitbergs auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Merkenbach, von rechts bei Hintertal auf etwa Vorlage:Höhe, 1,114 km. Entsteht am gleichnamigen Nordracher Zinken auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Rühlsbach, von links auf etwa Vorlage:Höhe, 1,055 km. Entsteht etwa 1,0 km WNW des Täschenkopf-Gipfels im Rutschbühl auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Regelsbach, von links in Nordrach-Hinter Schrofen auf etwa Vorlage:Höhe, 1,399 km und 0,744 km². Entsteht am Nordracher Zinken Flacken auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Ittersbach, von links in Nordrach-Vorder Schrofen auf etwa Vorlage:Höhe, 0,816 km und 0,342 km². Entsteht am Nordracher Zinken Unterflacken auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Ernsbächle, von rechts in Nordrach-Vor Ernsbach auf etwa Vorlage:Höhe, 2,807 km und 2,149 km². Entsteht am Südhang des Schnaitbergs auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Schanzbächle, von links in Nordrach gegenüber der Kirche auf etwa Vorlage:Höhe, 1,774 km und 0,802 km². Entsteht zwischen den Nordracher Zinken Flacken und Mühlstein auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Hutmacherbächle, von links bei Nordrach-Allmend auf etwa Vorlage:Höhe, 1,04 km. Entsteht beim Nordracher Zinken Buchbühl auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Hermersbächle, von links in Nordrach-Lindach auf etwa Vorlage:Höhe, 0,946 km. Entsteht etwa 0,5 km nördlich des Kuhhornkopf-Gipfels auf etwa Vorlage:Höhe.
  • (Bach aus dem Klausenloch), von links auf etwa Vorlage:Höhe, 0,881 km. Entsteht etwa 0,3 km südöstlich des Roßgabeneck-Gipfels auf etwa Vorlage:Höhe.
  • Steinenbach, von links kurz vor den ersten Häusern von Zell am Harmersbach-Neuhausen auf etwa Vorlage:Höhe, 1,082 km. Entsteht etwa 0,4 km südwestlich des Kuhhornkopf-Gipfels im Eckwald auf etwa Vorlage:Höhe.
  • (Sägkanal), von rechts nach den ersten Häusern von Neuhausen auf etwa Vorlage:Höhe, 0,757 km. Geht zwischen den beiden vorigen Mündungen auf rund Vorlage:Höhe nach rechts ab und läuft in Schlingen.
  • Eichgraben, von rechts im südlichen Neuhausen auf etwa Vorlage:Höhe, 0.916 km. Entsteht etwa 0,3 km östlich des Neugrabeneck-Gipfels auf etwa Vorlage:Höhe.
  • → (Abgang des Gewerbekanals), nach links beim Sportgelände am Nordrand von Zell auf etwa Vorlage:Höhe, 1,394 km. Mündet knapp vor dem Zusammenfluss von Nordrach und Harmersbach in den letzten.

Zusammenfluss der Nordrach mit dem von links kommenden Harmersbach nach einem Lauf von 15,126 km und auf etwa Vorlage:Höhe am Westrand von Zell am Harmersbach zum Erlenbach, der selbst nach weiteren nur 2,6 km in die Kinzig mündet.

Trivia

Nach der Nordrach ist ein Song der deutschen Krautrock Formation Jud's Gallery benannt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Das Stück geriet durch einen Gerichtsprozess gegen Gary Moore in den Fokus der Öffentlichkeit. Es wurde gerichtlich bestätigt, dass ein markantes Solo aus Nordrach in Still Got the Blues plagiiert worden ist.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Literatur

  • Hans-Georg Kluckert: Nordrach: Geschichte, Menschen und Landschaft des Tals Gemeinde Nordrach, Nordrach 1989

Einzelnachweise

<references>

   <ref name="BfL-177">Vorlage:GeoQuelle</ref>
   <ref name="lubw-abfl">Geoportal Baden-Württemberg: LUBW-Dienst Fließgewässer – Abfluss-Kennwerte, abgerufen am 27. Dezember 2024</ref>

</references>

Weblinks

Vorlage:Commonscat Vorlage:GeoQuelle, insbesondere mit den Teilkarten/Layers