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Nokia 1100

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Datei:Nokia1100 new.jpg
Nokia 1100

Das Nokia 1100 ist ein Handy des finnischen Herstellers Nokia. Das Ende 2003 erschienene und bewusst einfach gehaltene Handy war vor allem für den Markt in Entwicklungsländern konzipiert und ist mit über 200 Millionen verkauften Exemplaren das bislang erfolgreichste Handy.<ref name="herr">John Herrman: The Most Popular Phone in the World Gizmodo, 19. Oktober 2010</ref>

Mindestens im Jahr 2007 war es damit vor iPod und Playstation das meistverkaufte elektronische Gerät überhaupt, in diesem Jahr lagen seine Verkaufszahlen bei etwa 1 Million Exemplaren pro Woche.<ref name="reut" />

Das unter dem Arbeitsnamen Penny entwickelte Telefon hatte wenige Extras, die aber auf den Einsatz in Gegenden mit unregelmäßiger Stromversorgung und anspruchsvollen Umgebungsbedingungen ausgelegt waren: Es hatte einen rutschfesten Griff, ein staubsicheres Gehäuse, und ließ sich als Taschenlampe benutzen.<ref name="reut">Tarmo Virki: Nokia's cheap phone tops electronics chart, Reuters, 3. Mai 2007</ref> Die Extras gingen auf eine intensive Marktforschung in den späteren Verkaufsländern zurück, wo Nokia-Vertreter die Einwohner zu Hause besuchten, um herauszufinden, was die wichtigsten Anforderungen an ein Mobiltelefon in dieser Region sind.<ref name="herr" /> Insbesondere die Taschenlampe erwies sich dabei als besonderes Verkaufsargument. Sie führte zum Spitznamen ka-torchi für das Handy. Nokia-Marktforscher entwickelten die Funktion, als sie Benutzern anderer Handys dabei zusahen, wie sie deren beleuchteten Bildschirm als improvisiertes Licht benutzten.<ref name="london">Ted London, Stuart L. Hart: Next Generation Business Strategies for the Base of the Pyramid: New Approaches for Building Mutual Value S. 174 FT Press, 2010, ISBN 0-13-704789-4</ref>

Bei der Werbung in Indien, dem größten Einzelmarkt für das Nokia 1100, konzentrierte sich Nokia vollständig auf das untere Marktsegment. Anzeigen, die das Handy in einem Truck am Ende einer einsamen Straße zeigten, betonten seine Eignung für entlegene Gegenden. Nokia betonte weiterhin den Vorteil, den die Konsumenten davon hätten, Originale zu kaufen. Und obwohl das 1100 nicht das erste Handy war, das Textnachrichten in Hindi schreiben konnte, gelang es Nokia über die Werbung, dieses Bild in den Köpfen der Konsumenten zu etablieren.<ref name="Maju">Majumar: Product Management In India 3rd Ed. PHI Learning Pvt. Ltd. ISBN 81-203-3383-7, S. 118–120</ref>

Das Nokia 1100 verfügt über ein monochromes Display mit einer Auflösung von 96 × 65 Pixeln, eignet sich zum Telefonieren, Verschicken von SMS und hat eine Alarmfunktion.<ref name="key">Johann Keyter: The top 5 best selling mobile phones of all time, techsmart.co.za, 15. Juli 2010</ref> Das Handy verfügt mangels Browser oder anderer Internetdienste über keinerlei integrierte Datenübertragungsstandards wie etwa GPRS oder gar UMTS. Der Akku hielt etwa 4 Tage, während Empfangsqualität und -zuverlässigkeit im Verhältnis zu anderen Mobiltelefonen recht gut waren.<ref name="Maju" /> Als Betriebssystem kommt das hauseigene Series 30 Betriebssystem zum Einsatz.

John Herrman vom Technologie-Blog Gizmodo beschreibt das Handy als für seine Ansprüche zu leicht, zu klein und selbst für 2003 technisch hoffnungslos veraltet. Er sieht genau darin aber eines der Erfolgskriterien des Handys, da es ja nicht für technologieaffine Amerikaner entwickelt wurde, die Zugriff auf jeweils die neuste Technik haben, sondern für einen Markt, in dem die Versorgung mit Ersatzteilen schwierig ist, ein Softwareupdate eine Ausnahme bilden dürfte und in dem die allgemeine Telefoninfrastruktur noch in ihren Kinderschuhen steckt. Nachteile wie die einfache Technik verwandeln sich unter diesen Bedingungen in Vorteile. Das geringe Gewicht wiederum sorge dafür, dass es auch Stürze relativ gut überstehe. „Das Telefon sollte so lange wie möglich überleben, für so wenig Geld wie möglich sollte es so lange wie möglich telefonieren und Textnachrichten versenden können.“<ref name="herr" />

Nokia 1100, die im ehemaligen Nokia-Werk in Bochum produziert wurden, sollen auf dem Schwarzmarkt fünfstellige Preise erreicht haben, da es durch einen Softwarefehler möglich sein soll, mit ihnen auf die Nummern anderer Teilnehmer zuzugreifen.<ref name="const">Lucius Constantin: Nokia 1100 Phones of German Origin to Help Fraudsters, Softpedia 25. Mai 2009</ref>

Weblinks

Commons: Nokia 1100 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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