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Niob(II)-oxid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Nioboxid-Struktur)
Strukturformel
Struktur von Niob(II)-oxid
Allgemeines
Name Niob(II)-oxid
Andere Namen

Niobmonoxid

Summenformel NbO
Kurzbeschreibung

schwarzer geruchloser Feststoff<ref name="Sigma"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 234-808-1
ECHA-InfoCard 100.031.631
PubChem 82838
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 108,9 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,3 g·cm−3<ref name="Sigma"/>

Schmelzpunkt

1945 °C<ref name="brauer"/>

Löslichkeit
  • etwas löslich in Salzsäure<ref name="Lax"></ref>
  • nahezu unlöslich in Salpetersäure<ref name="Lax" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Niob(II)-oxid ist eine chemische Verbindung von Niob und Sauerstoff. Der graue Feststoff ist neben Niob(V)-oxid und Niob(IV)-oxid eines von mehreren stabilen Oxiden des Niobs. Im Gegensatz zu den anderen Nioboxiden ist die Verbindung elektrisch leitend (etwa 106 S/cm<ref name="Greenwood">Norman N. Greenwood, Alan Earnshaw: Chemie der Elemente, 1. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1988, ISBN 3-527-26169-9, S. 1265–1266.</ref>) und wird als Anodenmaterial in Niob-Elektrolytkondensatoren verwendet.

Gewinnung und Darstellung

Niob(II)-oxid lässt sich durch Reaktion von Nioboxiden mit elementarem Niob bei hohen Temperaturen herstellen. Das genaue Verhältnis der Edukte hängt vom verwendeten Oxid ab.<ref name="Motchenbacher">Patent US7157073: Production of high-purity niobium monoxide and capacitor production therefrom. Veröffentlicht am 2007, Erfinder: Charles A. Motchenbacher et al..</ref><ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1462.</ref>

<math>\mathrm{Nb_2O_5 + 3 \ Nb \longrightarrow 5 \ NbO}</math>
<math>\mathrm{NbO_2 + Nb \longrightarrow 2 \ NbO}</math>

Eigenschaften

Niob(II)-oxid besitzt eine ungewöhnliche Kristallstruktur. Diese lässt sich als eine von der Natriumchloridstruktur ableitbare geordnete Defektstruktur beschreiben. Sechs Niobatome bilden dabei einen oktaedrischen Cluster, bei dem das sonst in der Natriumchloridstruktur vorhandene zentrale Anion fehlt. Gleichzeitig fehlen an den Ecken der Elementarzelle die Niobatome.<ref name="Greenwood"/> Die Koordinationsumgebung, sowohl für Nb um O als auch für O um Nb, ist quadratisch planar.

Innerhalb des Metallclusters liegen Niob-Niob-Bindungen mit einer Bindungslänge von 298 pm vor. Diese sind in ihrer Länge denen des elementaren Niobs sehr ähnlich (Nb-Nb: 285 pm) und bedingen die metallischen Eigenschaften des Niob(II)-oxids.<ref name="Greenwood"/>

Verwendung

Niob(II)-oxid wird als Anodenmaterial in Niob-Elektrolytkondensatoren verwendet. Diese spielen wie die entsprechenden Tantal-Kondensatoren eine wichtige Rolle in der Mikroelektronik, beispielsweise in Laptops. Im Vergleich zu Tantalkondensatoren sind sie billiger, können aber nicht so hohe Spannungen aushalten.<ref> Ch. Schnitter: The taming of niobium. In: Bayer research, Bayer AG, 2004 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />pdf (Memento vom 11. Februar 2007 im Internet Archive)).</ref> Ein weiterer Vorteil von Niob(II)-oxid ist die höhere Temperaturstabilität im Vergleich zu Tantal.<ref name="Motchenbacher"/>

Weitere Anwendung sind Beschichtung bei Erdungselektroden von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungen (HGÜ) wie der HGÜ Italien–Griechenland um die Erdungselektrode (Anode) gegen Korrosion im Meerwasser zu schützen.<ref name="cigre1">The Italy-Greece HVDC Link, Cigré, 2002, engl.</ref>

Einzelnachweise

<references />