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Niemica (Malechowo)

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Niemica
Vorlage:Platzhalterbild
Niemica (Polen)
Niemica (Polen)
Basisdaten
Staat: PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen

Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Sławno
Gmina: Malechowo
Geographische Lage: 54° 17′ N, 16° 29′ OKoordinaten: 54° 16′ 32″ N, 16° 28′ 49″ O
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Höhe: 20 m n.p.m.
Einwohner: 360
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 6 (= Europastraße 28): StargardDanzig
Eisenbahn: Stargard–Gdańsk, Bahnstation: Wiekowo
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów

Niemica (deutsch: Nemitz, Kreis Schlawe/Pommern) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Landgemeinde Malechowo (Malchow) im Kreis Sławno (Schlawe).

Geographische Lage

Das Kirchdorf liegt in Hinterpommern, 22 Kilometer östlich von Koszalin (Köslin) und 15 Kilometer südwestlich von Sławno (Schlawe), in einer flachwelligen Landschaft auf einer durchschnittlichen Höhe von 20 Metern über dem Meeresspiegel. Nach Osten und Süden hin wird das Gelände hügeliger und von dem an den Hängen bewaldeten Tal des Mühlgrabens (poln. Bielawa) durchschnitten.<ref>Nemitz, Rittergut, südlich der Grabow, Kreis Schlawe, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Nemitz (meyersgaz.org).</ref>

Nachbargemeinden sind: Pękanino (Panknin) und Grabowo, Gorzyca (Göritz) und Malechowo, Sulechowo, Sierakowo Sławieńskie (Zirchow) und Kusice.

Etymologie des Ortsnamens

Der Ortsname wird abgeleitet vom slawischen njemen = „stumm“. Daraus soll der Name Niemiec bzw. Niemcy für den „Deutschen“ bzw. „Deutschland“ entstanden sein, wobei vermutet wird, dass das Dorf noch eine germanische Restsiedlung der vorwendischen Zeit gewesen war, denn die Wenden konnten sich in ihrer Sprache nicht mit den Deutschen verständigen: letztere waren dieser Mutmaßung zufolge die „Stummen“.

Geschichte

Datei:Schloss Nemitz Sammlung Duncker.jpg
Schloss Nemitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Dass Nemitz ein sehr alter Siedlungsgrund ist, zeigen zahlreiche vorgeschichtliche Funde. An der Landstraße nach Louisenhof (polnisch: Krzekoszewo) östlich des Tals des Mühlenbaches (Bielawa) erstreckte sich ein 400 Meter langes Gräberfeld aus der Bronze- und Eisenzeit. Nahe der Straße nach Panknin am Dorfende wurden zwei Steinkistengräber entdeckt.

Die erste überlieferte Erwähnung des Ortes stammt aus einer Urkunde, nach der ein Stefan von Nemitz, genannt Truchseß, im Jahre 1250 das Patronat der Kirche in Nemitz dem Kloster Buckow übertrug.<ref>Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage. Böhlau Verlag, Köln / Wien 1970, Nr. 551a (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe 2, Band 1).</ref>

Schon früh war das Dorf ein Lehn der Familie Ramel. 1409 unterschreibt Henning Ramele von der Nemetze den Sühnebrief des Henning Glasenapp von Manow an die Stadt Schlawe. 1628 werden Nemitz und Bartlin (Bartolino) unter Joachim von Ramele mit 69 Hufen angegeben. Die Familie Ramel war seinerzeit eine der bedeutendsten Familien im Land Schlawe und auch in den Dörfern Quatzow (Kwasowo), Wusterwitz (Ostrowiec), Leikow (Lejkowo), Soltikow und Kösternitz (Kościernica) belehnt.

Im Jahre 1715 geht Nemitz an den Hauptmann Jürgen Valentin von Kleist. Es blieb im Besitz dieser Familie, bis das Gut vor dem Ersten Weltkrieg von Georg von Kleist an Dubislaw von Natzmer verkauft wurde. 1930 wird dieses aufgesiedelt.

Im Jahre 1784 hat Nemitz: 1 Vorwerk, 1 Wassermühle, 1 Schneidemühle, 1 Schäferei, 1 Prediger-, 1 Küster- und 1 Predigerwitwenhaus, 5 Bauern, 4 Kossäten, 1 Krug und 1 Schmiede. Die Zahl der Einwohner beläuft sich 1818 auf 303, 1895 auf 286 und 1939 dann auf 653, wobei in dieser Zahl die Arbeitsdienstleistenden vom Lager Nemitz eingeschlossen sind.

Am 30. September 1928 wurden die Gutsbezirke Bartlin und Nemitz in die Landgemeinde Bartlin eingegliedert; am 11. Oktober 1938 erfolgte die Umbenennung der Landgemeinde Bartlin in Nemitz.<ref>Amtsbezirk Soltikow (Territorial.de)</ref>

Zur Gemeinde Nemitz gehörten vor 1945 die Ortschaften:<ref>Die Gemeinde Bartlin im ehemaligen Kreis Schlawe in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)</ref>

  1. Bartlin, Bauerndorf an der Straße nach Groß Soltikow, ein altes Ramelsches Lehen, das 636 Hektar große Gut wurde 1929 aufgesiedelt, 1939 lebten hier 570 Einwohner
  2. Bartliner Sägemühle
  3. Forsthaus Kuhtz, zum Vorwerk Louisenhof der Gutsverwaltung Kuhtz gehörend, Mühle mit Forstarbeiterhäusern für Mitarbeiter der Gutsverwaltung
  4. Louisenhof, Vorwerk der von Schlieffenschen Gutsverwaltung Kuhtz, 1200 Meter östlich von Kuhtz gelegen, 349 Hektar groß. Letzte Eigentümerin: Jutta von Schlieffen (geb. von Zitzewitz), Witwe des Hans Nikolaus von Schlieffen.

Bis 1945 gehörte Nemitz mit Kuhtz, Leikow und Soltikow zum Amtsbezirk Soltikow im Landkreis Schlawe i. Pom. im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Diese Gemeinden und zusätzlich der Ort Söllnitz waren auch zum Standesamt Soltikow vereinigt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region am 1. März 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Nemitz zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach begann die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Der Ortsname Nemitz wurde zu ‚Niemica‘ polonisiert. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Nemitz vertrieben.

Unter der Bezeichnung Niemica ist die Ortschaft heute ein Ortsteil der Gmina Malechowo im Powiat Sławieński der Woiwodschaft Westpommern.

Persönlichkeiten: Söhne und Töchter des Ortes

Kirche

Kirchspiel Nemitz

Nemitz war vor 1945 der Sitz eines Pfarramtes und das Zentrum des nach ihm benannten Kirchspiels, zu dem die Orte Bartlin und Kuhtz sowie die Filialgemeinde Klein Soltikow mit Groß Soltikow, Leikow, Söllnitz und Borkow gehörten. Bereits in vorreformatorischer Zeit war Nemitz kirchlicher Zentralort, nämlich seit 1267 der Camminer Bischof Hermann von Gleichen die Einwohner von Nemitz, Bartlin, Soltikow, Leikow, Borkow, Zirchow, Kuhtz und Panknin zu einer Parochie vereinigte.<ref>Max Perlbach: Pommerellisches Urkundenbuch, Kafemann, Danzig 1882, S. 183, Urkunde 224 (Google Books).</ref>

Bis 1945 gehörte das Kirchspiel Nemitz zum Kirchenkreis Rügenwalde der Kirche der Altpreußischen Union. Die Einwohner waren fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Die Zahl der Gemeindeglieder betrug im Jahre 1940 insgesamt 2183.

(Die Namen der Geistlichen bis 1945 siehe unter Dorfkirche Niemica).

Das Kirchenpatronat übertrug 1250 der Wende Stephan von Nemitz an das Kloster Buckow. Vor 1945 hatten die Gutsbesitzer der Kirchspieldörfer das Patronat inne: von Natzmer (Nemitz) und von Schlieffen (Klein Soltikow).

Die Kirchenbücher wurden seit 1647 geführt. Die noch heute vorhandenen Unterlagen werden im Staatsarchiv in Stettin, die der Filialgemeinde Klein Soltikow im Staatsarchiv Köslin aufbewahrt.

Seit 1945 und Vertreibung der Einheimischen ist das Dorf überwiegend von katholischen Polen bewohnt und gehört zur Parafia Sulechówko (Klein Soltikow). Die evangelischen Gemeindeglieder betreut das Pfarramt in Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen (d. h. lutherischen) Kirche in Polen.

Pfarrkirche

Bis 1945 war das Nemitzer Gotteshaus evangelische Pfarrkirche. In ihrer Grundstruktur dürfte die Nemitzer Kirche der älteste Kirchenbau im Land Schlawe sein: 1219 hat sie der Camminer Bischof Sigwin geweiht. Sie wurde mit Westturm massiv aus Ziegeln und Feldsteinfundamenten erbaut, später mehrfach aus- und umgebaut. Unter dem Patronat von Anton von Kleist wurde das Gotteshaus renoviert und mit einer Orgel ausgestattet. Die Inneneinrichtung der Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Nach 1945 wurde das Kirchengebäude zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet. Seitdem ist die Dorfkirche katholische Filialkirche von Sulechówko und trägt den Namen „Mariä Himmelfahrt“.

Schule

Mitte der 1920er Jahre wurde eine neue Schule in Nemitz gebaut. Sie umfasste zwei Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen mit Garten und einem großen, eingezäunten Schulhof. Das Gebäude steht an der Straße nach Kuhtz (Kusice). Bereits 1819 wurde ein erstes Schulhaus im Pfarrgarten errichtet, das allerdings 1823 mit anderen Häusern abbrannte. 1824 konnte das Schulhaus neu errichtet werden.

Verkehr

Niemica liegt an der Landesstraße 6 (bis 1945: Reichsstraße 2, heute auch: Europastraße 28) StettinDanzig. Im Ort zweigen die Straßen nach Grabowo (Martinshagen)–Dobiesław (Abtshagen), nach Bartolino (Bartlin)–Sulechowo (Groß Soltikow)–Polanów (Pollnow) und nach Kusice (Kuhtz)–Ratajki (Ratteick) ab.

Die Bahnstation Wiekowo (Alt Wieck) an der Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Gdańsk liegt sieben Kilometer weiter nördlich.

Literatur

  • Manfred Vollack (Hrsg.): Der Kreis Schlawe. Ein pommersches Heimatbuch. 2 Bände. Husum 1989.
  • Ernst Müller: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 2. Stettin 1912.
  • Vorlage:SammlungDunckerGrafik

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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Ortsteile: Bartolino (Bartlin) | Białęcino (Balenthin) | Borkowo (Borkow) | Darskowo (Limbrechtshof) | Drzeńsko (Drenzig) | Gorzyca (Göritz) | Grabowo (Martinshagen) | Karwice (Karwitz) | Kosierzewo (Kusserow) | Kusice (Kuhtz) | Laski (Latzig) | Lejkowo (Leikow) | Malechowo (Malchow) | Malechówko (Neu Malchow) | Niemica (Nemitz) | Ostrowiec (Wusterwitz) | Paprotki (Neu Parpart) | Paproty (Parpart) | Pękanino (Panknin) | Podgórki (Deutsch Puddiger) | Przystawy (Pirbstow) | Sęczkowo (Erlenhof) | Sulechowo (Groß Soltikow) | Sulechówko (Klein Soltikow) | Święcianowo (Wiesenthal) | Zielenica (Söllnitz) Żegocino (Segenthin)

Weitere Ortschaften: Baniewo (Banow) | Białęciniec (Balenthin (Pachthof)) | Karw (Karwitzer Mühle) | Karwiczki (Neu Karwitz) | Kawno (Kaunow) | Krzekoszewo (Louisenhof) | Kukułczyn (Neuwelt) | Kusiczki (Bartliner Sägemühle/Forsthaus Kuhtz) | Lejkówko (Leikower Mühle) | Miłomyśl (Karlsau) | Mułek | Nowy Żytnik (Neue Mühle) | Pięćmiechowo (Badelhörne) | Sęczkowo (Erlenhof) | Uniedrożyn (Oberwende) | Uniesław (Felixhof) | Witosław (Adolphium) | Włodzisław (Lerchenhain) | Zalesie (Vogelsang)

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