Niederliegender Krähenfuß
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| Niederliegender Krähenfuß | ||||||||||||
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| Datei:Coronopus squamatus eF.jpg
Niederliegender Krähenfuß (Lepidium coronopus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lepidium coronopus | ||||||||||||
| (L.) Al-Shehbaz |
Der Niederliegende Krähenfuß (Lepidium coronopus), auch Gewöhnlicher Krähenfuß,<ref name="FloraWeb" /> oder Warzen-Krähenfuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kressen (Lepidium) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Niederliegende Krähenfuß wächst als einjährige oder zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern.<ref name="Markgraf1958" /> Der niederliegende oder etwas aufsteigende Stängel ist vom Grunde an stark verzweigt, kahl und meist dem Bogen anliegend.<ref name="Markgraf1958" /> Er ist reich beblättert.<ref name="Markgraf1958" /> Die Laubblätter sind einfach bis doppelt fiederteilig. Sie sind im Umriss lanzettlich. Ihr Endzipfel ist meist einfach; die Fiedern sind fast immer fiederlappig bis fiederteilig.<ref name="Markgraf1958" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reichtvorwiegend von Juni bis August. Die Blüten sitzen in knäuelförmigen, traubigen Blütenständen. Die Blütentrauben sind blattgegenständig, aber manchmal am Stängel herablaufend.<ref name="Markgraf1958" /> Die Blütenstiele sind kürzer als die Blüten und die Früchte.
Die zwittrige Blüte ist vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier weißen Kronblätter sind bei einer Länge von nur 1 bis 2 Millimetern ein wenig länger als die Kelchblätter.<ref name="Markgraf1958" /> Die Kelchblätter sind rundlich und weiß berandet.<ref name="Markgraf1958" /> Es sind sechs Staubblätter vorhanden.
Die Früchte bei einer Breite von 3,5 bis 4 Millimetern fast nierenförmig, abgeflacht, netzig-runzelig, am Rand mit scharfen Zacken besetzt und dort strahlig gestreift.<ref name="Markgraf1958" /> Sie sind mit einem kegelförmigen kurzen Griffel gekrönt und springen bei der Reife nicht auf.<ref name="Markgraf1958" /> Die Früchte sitzen an 1 bis 2 Millimeter langen dicken Fruchtstielen.<ref name="Markgraf1958" /> Die Samen haben eine Länge von 2 bis 2,5 Millimetern.<ref name="Markgraf1958" /> Sie sind gelbbraun und füllen den Hohlraum ganz aus.<ref name="Markgraf1958" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Vorlage:Hinweisbaustein Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, es kommt auch Selbstbestäubung vor.
Die Früchte sind in den Monaten Juli bis November vorhanden. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch Anheftung im Fell von Tieren oder in der Kleidung von Menschen, wobei die Zacken auf den Früchten wohl hilfreich sein dürften.
Vorkommen und Gefährdung
Der Niederliegende Krähenfuß kommt ursprünglich in Europa, in Westasien, im Kaukasusraum und in Nordafrika vor.<ref name="GRIN" /> Er ist ein Neophyt in Makaronesien, in Südafrika, in Nordamerika, Australien, Neuseeland und in Chile.<ref name="GRIN" /> Er ist ein mediterran-submediterranes Florenelement. Er kommt in Mitteleuropa ziemlich selten vor. In Österreich ist der Niederliegende Krähenfuß selten im pannonischen Gebiet zu finden und stark gefährdet. In der Schweiz kommt er ebenfalls sehr selten vor. In der Schweiz gilt der Niederliegende Krähenfuß als „stark gefährdet“.<ref name="InfoFlora" /> Der Niederliegende Krähenfuß tritt in Deutschland nur im mittleren Gebiet zerstreut auf, ansonsten ist er insbesondere in den gebirgigen Gegenden selten bis sehr selten zu finden oder er fehlt ganz. In der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands wird er in Kategorie 3 = „gefährdet“ geführt.<ref name="FloraWeb" />
Der Niederliegende Krähenfuß wächst in Trittpflanzengesellschaften. Er bevorzugt frische, oft auch etwas salzhaltige, stickstoffreiche, schwere, meist tonige Lehmböden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Poo-Coronopetum squamati aus dem Verband Polygonion avicularis.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz 1 = tolerant.<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Cochlearia coronopus durch Carl von Linné. Die Neukombination zu Lepidium coronopus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Al-Shehbaz wurde durch Ihsan Ali Al-Shehbaz in Novon, Volume 14, 2004, S. 156 veröffentlicht. Synonyme für Lepidium coronopus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Al-Shehbaz sind beispielsweise: Lepidium squamatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Forssk., Coronopus procumbens <templatestyles src="Person/styles.css" />Gilib., Coronopus ruellii <templatestyles src="Person/styles.css" />All., Senebiera coronopus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Poir., Coronopus squamatus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Forssk.) Asch.<ref name="GRIN" />
Nutzung
Die Asche aus Pflanzenteilen war Bestandteil des früher berühmten Stephenschen Geheimmittels gegen Blasensteine.<ref name="Markgraf1958" />
Literatur
- Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
- Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
- August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
- Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
- Christian August Friedrich Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0.
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Coronopus squamatus (Forssk.) Asch. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Lepidium coronopus (L.) Al-Shehbaz, Gewöhnlicher Krähenfuß. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Markgraf1958"> Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. S. 420–421. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage. Band IV, Teil 1, Verlag Carl Hanser, München 1958. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. </ref> </references>