Nico Brina
Nico Brina (* 29. September 1969 in Biel) ist ein Schweizer Boogie-Woogie-, Blues- und Rock-’n’-Roll-Pianist, Sänger, Komponist und Musikproduzent.
Leben
Das erste Konzert gab Nico Brina 1984 zusammen mit der Rock and Roll Band „Jive Boys“. Dabei entstand die Single She's my Rock'n'Roll Girl, das Album Jive Boys und Fernsehauftritte.<ref>Fernseh Auftritt im Schweizer Fernsehen YouTube-Link. Abgerufen am 11. November 2019.</ref> 1989 löste sich die Band auf. Im selben Jahr machte sich Brina selbstständig.<ref name="bluesnews">Nico Brina auf www.bluesnews.ch, abgerufen am 18. November 2025</ref>
Von 1989 bis 1993 war er, neben seinen Solo-Auftritten, Pianist bei der Country-Band „Buddy Dee and the Ghostriders“, der Blues Band „Claudia Stevanon Band“ und Schlagzeuger in der Rockabilly Band Fishnet Stockings.<ref name="discogs">Nico Brina auf www.discogs.com, abgerufen am 18. November 2025</ref>
Nach eigener Aussage hat sich Nico Brina als Autodidakt viel selbst beigebracht, aber 1978 nahm er fünf Monate Klavierunterricht und um 1990 besuchte er die Swiss Jazz School in Bern: „Ich merkte, dass ich beinahe alles, was für meine musikalischen Bedürfnisse von Bedeutung war, bereits irgendwie selber herausgefunden hatte. Doch [...] [d]ie Jazz-Schule ordnete mein bis dahin erworbenes Wissen und Können mehr oder weniger in die Welt der Harmonielehre ein, sodass ich jede Woche mit neuen »Aha-Erlebnissen« [...] nach Hause kam.“<ref>Nico Brina, Boogiemania - 88 Tasten zur Seele, Ahrensburg 2024, ISBN 978-3-384-02687-3, S. 27</ref>
Neben Soloauftritten ab 1993 trat er auch im Duo mit Schlagzeuger Thomas Fahrer (1993–2000) auf, mit dem er 1995 den Kleinen Prix Walo gewann.<ref name="Fahrer">Tom Fahrer auf www.tomfahrer.com, abgerufen am 20. November 2025</ref><ref name="Jazzkeller">Nico Brina im Jazzkeller, 4. März 2014 auf www.appenzellerzeitung.ch</ref><ref name="Odermatt">René Odermatt: Geburtstagsfest der Tambouren, in: Us eysem Dorf. Ennetbürgen 77, November 2009, S. 35, auf www.ennetbuergen.ch, abgerufen am 20. November 2025</ref>
1996 erhielt er einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde mit dem schnellsten Boogie Woogie.<ref>Guinness-Buch der Rekorde 96: Der Schweizer Pianist Nico Brina spielte am 28. Juni 1994 den schnellsten Boogie Woogie in 1:10 Min., dabei schaffte die linke Hand 608 Anschläge/min im 1/8 Boogie Woogie Feeling in: Kunst, Medien, Unterhaltung Buchausgabe 1996, Seite 205</ref><ref name="Jazzkeller"/>
2001 gründete er zusammen mit dem Stepptänzer und Jongleur Lukas Weiss zusätzlich die Show „Tap and Boogie“.<ref>Tapdance, Juggling and Boogie Woogie all together with Lukas Weiss & Nico Brina, 20. September 2021 auf www.youtube.com</ref>
Im August 2007 trat Nico Brina beim „Festival International de Boogie Woogie de La Roquebrou“ in Frankreich auf.<ref>Webseite vom Festival 2007 Archivierte Dokumentation der Teilnahme am Festival. Abgerufen am 11. November 2019.</ref>
Im Jahr 2022 kam Nico Brinas autobiographisches Buch Von 100 auf 0 in 1 Sekunde. Boogie, Lockdown & Klopapier heraus.<ref>Nico Brina, Von 100 auf 0 in 1 Sekunde. Boogie, Lockdown & Klopapier, Hamburg 2022, ISBN 978-3-347-70715-3</ref> Anlässlich seines vierzigjährigen Bühnenjubiläums veröffentlichte er zwei Jahre später ein weiteres Buch, Boogiemania – 88 Tasten zur Seele.<ref>Nico Brina, Boogiemania - 88 Tasten zur Seele, Ahrensburg 2024, ISBN 978-3-384-02687-3</ref>
Nico Brina veröffentlichte 21 CDs, 1 DVD, 1 LP, 2 Bücher und spielte in 19 verschiedenen Ländern.<ref>Karl Schefer: Night Music Flawil präsentiert: Nico Brina, 26. Dezember 2024 auf gossau24.ch, abgerufen am 20. November 2025</ref><ref>Philippe Pfister: Let’s Rock’n’Roll! Nico Brina und Jacky Schmutz hauen im zt Talk gemeinsam in die Tasten, 2. Juli 2023 auf www.zofingertagblatt.ch, abgerufen am 20. November 2025</ref>
Neben Konzerten absolviert Brina auch Auftritte in öffentlichen Raum mit leicht transportablen Klavieren. Hatte er dafür zunächst ausschließlich ein Instrument von Burger & Jacobi genutzt, ließ er sich Anfang 2025 ein Sauter-Klavier im Schweizer-Käse-Design gestalten.<ref>My Boogie Woogie Cheese Piano is finished, 24. März 2025 auf www.youtube.com</ref>
Stilistische Weiterentwicklung: Ska Beatin' Boogie (2026)
Mit der Veröffentlichung seines 22. Studioalbums Ska Beatin' Boogie im Jahr 2026 vollzog Brina eine signifikante Erweiterung seines musikalischen Spektrums.
Das Album, auf dem neben Brina Tobias Schramm als Drummer und Pete Borel als Gitarrist zu hören sind,<ref>Nico Brina. Ska beatin' boogie auf www.jazztime.swiss</ref> markiert die Etablierung eines eigenständigen Crossover-Genres, bei dem er die rhythmischen Strukturen des jamaikanischen Ska mit den harmonischen Elementen des Boogie-Woogie fusioniert. Zentrales Merkmal dieser Produktion ist die Kombination des für den Ska typischen Off-Beats mit Brinas unverkennbarem, hochenergetischem Klavierspiel.
Während der Boogie-Woogie traditionell auf rollenden Bassfiguren und einem treibenden Shuffle-Rhythmus basiert, nutzt Brina in diesem Werk die synkopierte Rhythmik karibischer Musik als neues Fundament für seine Boogie-Woogie-, Blues- und Rock-’n’-Roll-Improvisationen.
Mit dieser Kombination gelingt es ihm, das Klavier – welches im klassischen Ska meist eine rein begleitende Rolle einnimmt – als dominantes Lead-Instrument neu zu positionieren. Durch die Verschmelzung der beiden Genres schuf er eine klangliche Nische, die die technische Brillanz des Piano-Boogie mit der Tanzbarkeit des Ska-Beats vereint.<ref>Album Ska Beatin' Boogie auf open.spotify.com</ref> Brendan Kavanagh bezeichnete dies als „seemingly impossible task“, eine scheinbar unlösbare Aufgabe, und das Ergebnis als „a catchy album that has all the making of a future classic“, ein eingängiges Album, das das Zeug zum künftigen Klassiker habe.<ref name="jazztime260126">Ska Beatin' Boogie, 26. Januar 2026 auf www.jazztime.swiss</ref>
Diskografie
- Just a Little Bit (1993)
- Blues'n'Boogie (1994)
- Jump to the Boogie (1996)
- Mundart Boogie (1997)
- Let's Boogie! (1999 – blue martin records)
- Tap And Boogie (2001)
- Born To Be A Boogieman (2003 – brina music)
- King of Boogie (2008 – dcmci records)
- 25 Years Live On Stage 1984-2009 (2009 – brina music)
- Who Cares, Just Boogie (2010 – brina music)
- The Blues Will Help You Survive (2012 – brina music)
- Flight 6024 (2013 – stormy monday records)
- That's My Way – 30 years the jubilee sessions (2015 – stormy monday records)
- The B'day Session (2016 – stormy monday records)
- 25/8 - 25 Hours 8 Days A Week (2016 – stormy monday records)
- Boogieful (2018 – stormy monday records)
- Boogie Me Up (2019 – stormy monday records)
- Lucky Blues Travelers (2020 – stormy monday records)
- Ska Beatin' Boogie (2026 - Brina Music)
Auszeichnungen
- 1995 – Prix Walo in der Sparte „Special Act“
- 1996 – Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde mit dem schnellsten Boogie Woogie
- 2014 – Nomination des Albums Flight 6024 für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik
- 2018 – Platz 1 in den Norwegischen Blues Charts mit der Eigenkomposition Barrel of Monkeys
Weblinks
- Website Nico Brina
- StormyMonday Records - Nico Brina
- {{#invoke:WLink|getArticleBase}} bei Discogs{{#if: |, abgerufen am {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}} | {{{Abruf}}} }}.}}
Einzelnachweise
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- Pianist
- Boogie-Woogie-Pianist
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