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Nickel(II)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von NiCl2)
Strukturformel
Struktur von Nickel(II)-chlorid
Vorlage:Farbe Ni2+ 0 Vorlage:Farbe Cl
Allgemeines
Name Nickel(II)-chlorid
Andere Namen
  • Nickeldichlorid
  • Nickelchlorid
Summenformel
  • NiCl2 (wasserfrei)
  • NiCl2 · 6 H2O (Hexahydrat)
Kurzbeschreibung
  • gelb-orangefarbene Kristalle (wasserfrei)<ref name="GESTIS" />
  • grüne Kristalle (Hexahydrat)<ref name="GESTIS" />
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 231-743-0
ECHA-InfoCard 100.028.858
PubChem 24385
ChemSpider 22796
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse
  • 129,62 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 237,70 g·mol−1 (Hexahydrat)
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte
  • 3,55 g·cm−3 (wasserfrei)<ref name="GESTIS" />
  • 1,92 g·cm−3 (Hexahydrat)<ref name="GESTIS" />
Schmelzpunkt
  • Zersetzung ab 1001 °C (wasserfrei)<ref name="GESTIS" />
Dampfdruck

1,33 hPa (wasserfrei bei 671 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

sehr gut in Wasser (2540 g·l−1, Hexahydrat bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.028.858">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301+331​‐​315​‐​317​‐​334​‐​341​‐​350i​‐​360D​‐​372​‐​410
P: 201​‐​273​‐​280​‐​301+310​‐​302+352​‐​304+340+311<ref name="GESTIS" />
MAK

keine Einstufung, da krebserzeugend<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Nickel(II)-chlorid, NiCl2, ist das Nickel-Salz der Salzsäure.

Es bildet gelbe, in Wasser und Ethanol gut lösliche Kristalle. Neben der wasserfreien Form (NiCl2, Anhydrat), existiert das wasserhaltige Nickel(II)-chlorid-Hexahydrat, NiCl2 · 6 H2O, welches grüne Kristalle ausbildet. Weiterhin sind das Nickel(II)-chlorid-Dihydrat, NiCl2 · 2 H2O, und das Nickel(II)-chlorid-Tetrahydrat<ref name="Ferrari">A. Ferrari, A. Braibanti, G. Bigliardi: Refinement of the crystal structure of NiCl2 and of unit-cell parameters of some anhydrous chlorides of divalent metals. In: Acta Crystallographica. 16, 1963, S. 846–847, doi:10.1107/S0365110X6300222X.</ref>, NiCl2 · 4 H2O, bekannt.

Eigenschaften

Datei:Anhydrous Nickel(II)-chloride.jpg
Nickel(II)-chlorid wasserfrei
Datei:Nickel(II)-chlorid.JPG
Nickel(II)-chlorid-Hexahydrat

Das wasserfreie Nickel(II)-chlorid-Anhydrat ist ein stark hygroskopisches Salz. Es hat eine CdCl2-Struktur.<ref name="Wells">A. F. Wells: Structural Inorganic Chemistry, Oxford Press, Oxford, Vereinigtes Königreich, 1984.</ref> Im Gegensatz dazu besitzt Nickel(II)-chlorid-Hexahydrat eine ähnliche Struktur wie auch Cobalt(II)-chlorid-Hexahydrat und besteht aus einzelnen trans-[NiCl2(H2O)4]-Molekülen mit schwacher Bindung zu den benachbarten Wassermolekülen. Dabei sind nur vier der sechs Wasser-Moleküle aus der Formel mit dem Nickel verbunden. Die restlichen zwei sind Kristallwasser.<ref name="Wells" /> Das Hexahydrat kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe C2/m (Raumgruppen-Nr. 12)Vorlage:Raumgruppe/12 mit den Gitterparametern a = 1023 pm, b = 705 pm, c = 657 pm und β = 122,17°. In der Elementarzelle befinden sich zwei Formeleinheiten.<ref name="Mizuno">J. Mizuno: The Crystal Structure of Nickel Chloride Hexahydrate, NiCl2 · 6 H2O, in: Journal of the Physical Society of Japan, 1961, 16 (8), S. 1574. bibcode:1961JPSJ...16.1574M.</ref>

Nickel(II)-chlorid ist wasserlöslich, leicht resorbierbar und giftig. Die LD50 bei Ratten ist 681 mg/kg<ref>Indian Journal of Pharmacology, 1991, Vol. 23, S. 153.</ref> bzw. 105 mg/kg.<ref>Russian Pharmacology and Toxicology, 1969, Vol. 32, S. 102.</ref> Die Kanzerogenität (Krebsauslösung) gilt ebenfalls als erwiesen. Außerdem besteht bei allen Nickelverbindungen die Gefahr der Sensibilisierung (Allergisierung).

Herstellung

Das grüne Nickel(II)-chlorid-Hexahydrat NiCl2 · 6 H2O kristallisiert durch Umsetzung von Salzsäure (HCl) mit Nickelhydroxid Ni(OH)2 aus wässrigen Lösungen aus. Es bildet dabei typischerweise monokline Prismen als Kristallform.
Gelbes, wasserfreies NiCl2 lässt sich durch Trocknung im Chlorwasserstoff-Strom bei einer Temperatur von ca. 140 °C oder Erhitzung in Thionylchlorid aus dem Hexahydrat gewinnen.

<math>\mathrm{NiCl_2 \cdot 6 \ H_2O + 6 \ SOCl_2 \longrightarrow NiCl_2 + 6 \ SO_2 + 12 \ HCl }</math>

Die Entwässerung wird durch den Wechsel der Farbe von grün nach gelb angezeigt. Die Herstellung der wasserfreien Form kann auch aus elementarem Nickel durch längere Einwirkung von HCl bei Temperaturen oberhalb 550 °C erfolgen.

Verwendung

Es dient als Farbstoff in der Keramik, in der galvanischen Vernickelung und zur Herstellung von Nickelkatalysatoren. Nickel(II)-chlorid ist weiterhin ein möglicher Nickelelektrolyt zur Vernickelung metallischer Oberflächen und ein Beizmittel in der Färberei. Die wasserfreie Form wird als Absorber für Ammoniak in Gasmaskenfiltern eingesetzt.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Oxidationsstufe (II):  Nickel(II)-fluorid | Nickel(II)-chlorid | Nickel(II)-bromid | Nickel(II)-iodid

Andere Oxidationsstufen:  Nickel(III)-fluorid | Nickel(IV)-fluorid Vorlage:Klappleiste/Ende