Nekromantik
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Nekromantik ist ein 1987 von dem deutschen Regisseur Jörg Buttgereit gedrehter Low-Budget-Horrorfilm. Der Amateurfilm wurde im Super-8-Format gedreht. Die Premiere fand am 29. Januar 1988 im Sputnik Kino, Berlin-Wedding statt.
Handlung
Robert Schmadtke arbeitet bei „JSA – Joe’s Säuberungs Aktion“, einem Unternehmen, das sich auf Aufräumarbeiten nach Todesfällen spezialisiert hat. Seine Arbeit kommt Robert gelegen, da er nekrophil ist. Immer wieder entwendet er Leichenteile und bringt sie in seine Wohnung, zur Freude seiner Freundin Betty, die seinen Fetischismus teilt.
Als Robert eines Tages eine ganze Leiche mitbringt, beginnen er und Betty zunächst eine Dreiecksbeziehung mit dem toten Körper, nachdem er allerdings seinen Job verliert, brennt Betty mit der Leiche durch. Robert bleibt allein zurück und versucht den Verlust durch Alkohol, Drogen, Gewalt und Sex zu kompensieren, findet aber erst ekstatische Erfüllung im Suizid. Nach seinem Tod wird er begraben. Die letzte Szene zeigt eine Frau, erkennbar am Frauenschuh, welche mit einem Spaten beginnt, das Grab zu öffnen.
Anmerkungen
Der größte Unterschied zu eher auf Gewalt ausgerichteten Filmproduktionen ist die Erzeugung von Horror weniger durch das Zeigen von Mord und Totschlag, sondern der „Versuch“, den Liebesakt mit einem Toten kunstvoll darzustellen. Mehrere schwarzhumorige Szenen brechen die Genreklischees des klassischen Horrorfilms weiter auf.
Immer wieder wurde von verschiedener Seite moralisch gegen den Film argumentiert, meist mit dem Vorwurf, die Filmemacher hätten vor laufender Kamera ein Kaninchen geschlachtet. Tatsächlich zeigt der Film eine solche Schlachtung, diese war allerdings ohnehin seitens des Züchters angesetzt und wurde von Buttgereit nur mitgefilmt.
Erst Jahre nach der Premiere geriet Nekromantik ins Kreuzfeuer der Kritik, im Sog der Kontroverse um die Fortsetzung Nekromantik 2 (1991), bei der Buttgereit ironischerweise nicht mehr auf den Tabubruch als Gestaltungsmerkmal setzte.
Im Oktober 1992 wurde ein Antrag auf Indizierung von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften abgelehnt. In Begründung wird aufgeführt, dass der Film den Zuschauer nicht „mit grausamen und unmenschlichen Gewalttaten [...] unterhalten wolle“, obwohl er „tatsächlich abstoßende Grausamkeiten schildert“, sondern „Betroffenheit ob der dort geschilderten Vorgänge“ wecken wolle.<ref>Nicht-Indizierung von Nekromantik auf Schnittberichte.com</ref>
Bewertungen
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Literatur
- Jörg Buttgereit (Hrsg.): Nekromantik, Martin Schmitz Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-927795-46-4
- Martin Hentschel: VIDEO REBELLEN – Die 100 besten und schrägsten deutschen Underground-Filmperlen, Selbstverlag Martin Hentschel, Düsseldorf 2015, ISBN 978-1-5152-5742-4
- Lennardt Loss: German Untergrund. Vor dreißig Jahren drehte Jörg Buttgereit „Nekromantik“. Ein Wiedersehen mit dem Regisseur, in: F.A.S. Nr. 36, 10. September 2017, S. 50.
Weblinks
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Einzelnachweise
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- Filmtitel 1987
- Horrorfilm
- Deutscher Film