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Natternkopf-Wurmlattich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Natternkopf-Bitterkraut
Datei:Bristly Oxtongue (Picris echioides).jpg

Natternkopf-Bitterkraut (Helminthotheca echioides)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Helminthotheca
Art: Natternkopf-Bitterkraut
Wissenschaftlicher Name
Helminthotheca echioides
(L.) Holub

Natternkopf-Bitterkraut (Helminthotheca echioides), auch Wurmlattich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Helminthotheca innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).<ref name="Euro+Med" />

Beschreibung

Datei:Helminthia echioides — Flora Batava — Volume v12.jpg
Illustration aus Flora Batava, Band 12
Datei:Bitterkraut Natter1.JPG
Blütenkorb
Datei:Bitterkraut Natter 8.JPG
Gesamtblütenstand

Vegetative Merkmale

Beim Natternkopf-Bitterkraut handelt es sich um eine einjährige, krautige Pflanze, die meist Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern erreicht. Der aufrechte, verzweigte Stängel ist borstig ungleich lang behaart.<ref name="Hegi1987" /> Die unteren Laubblätter sind eiförmig-länglich, in den Stiel verschmälert, buchtig gezähnt oder leierförmig fiederspaltig.<ref name="Hegi1987" /> Die oberen Laubblätter sind eher länglich bis lanzettlich, gezähnt und mit abgerundetem bis herzförmigen Grund sitzend.<ref name="Hegi1987" /> Die Laubblätter tragen auf kleinen weißen Pusteln wachsende Borstenhaare, die zum Teil mit Widerhaken besetzt sind.

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt vorwiegend in den Monaten Juni bis August. Die Blütenkörbe stehen endständig an den Verzweigungen des trugdoldigen Gesamtblütenstandes. Alle Hüllblätter sind mit steifen Borsten begrannt. Die auffallend großen, breiten, ei- bis herzförmigen Außenhüllblätter sind fast so lang wie die inneren, die jedoch viel schmaler und nur 1,5 Millimeter breit sind.<ref name="Hegi1987" /> Die inneren Hüllblätter tragen auf dem Rücken unter dem Ende einen ziemlich langen fingerförmigen Fortsatz.<ref name="Hegi1987" /> Die Blütenkörbe enthalten nur gelbe Zungenblüten, wobei die randständigen außen oft purpurfarben überlaufen sind. Die lang geschnäbelten Achänen, die einen federigen Pappus besitzen, wachsen im inneren Teil des Körbchens gerade, während die äußeren gekrümmt sind. Die inneren Achänen sind kahl, braun und querrunzelig, die äußeren Achänen sind weißlich, auf der Bauchseite zottig und auf dem Rücken kahl.<ref name="Hegi1987" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 10.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Als Blütenbesucher wurden Holzbienen beobachtet.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen

Der Natternkopf-Wurmlattich ist ein in Mitteleuropa in Ausbreitung befindlicher Neophyt. Helminthotheca echioides wächst in Mitteleuropa in Unkrautgesellschaften, an Ufern, auf Äckern, an Dämmen und zwischen Schutt. Häufig findet man Helminthotheca echioides auch an Weg- und Straßenrändern. Sie kommt meist in Pflanzengesellschaften der Verbände Sisymbrion oder Agropyro-Rumicion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ursprüngliche Heimat von Helminthotheca echioides ist der Mittelmeerraum. Das gesamte Verbreitungsgebiet reicht aber von Nordafrika und den Kanarischen Inseln bis zur Krim, der Türkei und dem Iran.<ref name="GRIN" /> Auch in Australien und in Nord- und Südamerika kommt Helminthotheca echioides als Neophyt vor.<ref name="GRIN" />

In Deutschland ist Helminthotheca echioides sehr zerstreut, besonders im mittleren und südlichen Teil. Sie ist jedoch in Ausbreitung begriffen. In Österreich und der Schweiz ist das Natternkopf-Bitterkraut selten und meist unbeständig im gesamten Gebiet zu finden.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Durch regelmäßige Verschleppung der Samen kann sich Helminthotheca echioides auch außerhalb des Mittelmeergebiets durchsetzen, wobei im west- und mitteleuropäischen Raum von einer festen Einbürgerung gesprochen werden darf.

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Picris echioides durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 792. Die Neukombination zu Helminthotheca echioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Holub wurde 1973 durch Josef Ludwig Holub in Folia Geobotanica et Phytotaxonomica, Band 8, 2, Seite 176 veröffentlicht.<ref name="Euro+Med" /> Synonyme sind Helminthia echioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Gaertn., Picris humifusa <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd. und Helminthia pratensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Chevall.<ref name="Euro+Med" />

Heilpflanze

Vorlage:Hinweisbaustein Wurmlattich kann zum Aromatisieren von Suppen oder Essig verwendet werden.<ref>Julia: Bristly Oxtongue. 25. April 2022, abgerufen am 7. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Wurmlattich wurde früher häufig als Mittel gegen Wurmbefall (Name) angebaut. Teilweise findet man diese Praxis auch noch im mediterranen Raum, wobei dieser Lattich auch als Wildgemüse verzehrt wird.<ref>Wurmlattich – Helminthotheca echioides. In: Blumen beim Spazieren entdecken. 3. August 2019, abgerufen am 7. Februar 2025.</ref>

Literatur

  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der Große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Helminthotheca echioides In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009. </ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 1040–1042. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> <ref name="InfoFlora"> Picris echioides L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks