Natriumthioantimonat(V)
Natriumthioantimonat(V) (auch Schlippe’sches Salz nach dem Chemiker Johann Karl Friedrich von Schlippe<ref>Schweiggers Journal 1822, Nr. 33.</ref>, von diesem ursprünglich als Schwefelspießglanznatron bezeichnet) ist das Natriumsalz der Thioantimon(V)-säure und tritt kristallwasserhaltig als Nonahydrat mit der Summenformel Na3SbS4· 9 H2O auf.
Gewinnung und Darstellung
Natriumthioantimonat(V)-Nonahydrat wird bei Erhitzung einer wässrigen Suspension von Stibnit mit Natronlauge und Schwefel gebildet. Hierbei wird die Antimon(III)-Verbindung des Stibnits zu einer Antimon(V)-Verbindung oxidiert und der Schwefel zu Sulfid reduziert.<ref name="HoWi">Vorlage:Holleman-Wiberg</ref> Nach Abkühlung der Lösung kristallisiert das hellgelbe Schlippe’sche Salz aus. Die Gleichung für diese Reaktion lautet:
<math>\mathrm{ \ Sb_2S_3 + 3 \ Na_2S + \ 2 \ S + \ 18 \ H_2O \longrightarrow} \mathrm{ \ 2 \ Na_3SbS_4 \cdot\ 9 \ H_2O \ }</math>
Eine alternative Darstellungsmethode geht von in Salzsäure gelöstem Antimon(III)-chlorid SbCl3 oder Antimon(III)-oxid Sb2O3 aus, in das Schwefelwasserstoffgas eingeleitet wird.<ref>G. Jander, E. Blasius: Einführung in das anorganisch chemische Praktikum (qualitative Analyse), 13. Auflage, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-7776-0449-6, S. 482.</ref>
Eigenschaften
Natriumthioantimonat(V) liegt in Form von licht- und luftempfindlichen, hellgelben Kristallen mit unangenehmem Geruch vor. In Wasser ist es sehr leicht löslich, wobei seine wässrige Lösung stark alkalisch reagiert.<ref name="Merck" /> Mit Säuren erhält man daraus das als Pigment Goldschwefel verwendete Antimon(V)-sulfid, Sb2S5.
Verwendung
Natriumthioantimonat(V) wird zur Herstellung von Antimon(V)-sulfid (auch Goldschwefel genannt) verwendet und wurde früher bei der Vulkanisierung von Kautschuk verwendet.
Einzelnachweise
<references />