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Nalidixinsäure

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Nalidixinsäure ist eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung aus den Gruppen der Diazanaphthaline und Chinolonen. Durch ihre Wirkung als Gyrasehemmer war sie 1962 die erste als Antibiotikum eingesetzte Verbindung dieser Klasse.<ref name="roempp">Vorlage:RömppOnline</ref>

Gewinnung und Darstellung

Die vierstufige Synthese startet im ersten Schritt mit der Umsetzung von 2-Amino-6-methylpyridin mit Ethoxymethylenmalonsäurediethylester. Das resultierende Zwischenprodukt wird dann zur 1,8-Naphthyridinstruktur zyklisiert. Nach der Verseifung der Ethylestergruppe mit Natronlauge wird die Zielverbindung durch eine N-Alkylierung mittels Ethyliodid erhalten.<ref name="Lesher">G. Y. Lesher, E. J. Froehlich, M. D. Gruett, J. H. Bailey, P. R. Brundage: 1,8-Naphthyridine Derivatives. A New Class of Chemotherapeutic Agents in J. Med. Chem. 5 (1962) 1063–1065, doi:10.1021/jm01240a021.</ref><ref>Patent US 3 149 104 (Sterling Drug, 15. September 1964).</ref><ref name="Kleemann">A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances – Synthesis, Patents, Applications, 4. Auflage (2000), Thieme-Verlag Stuttgart, ISBN 978-1-58890-031-9.</ref>

Synthese von Nalidixinsäure

Wirkung

Der Wirkstoff hemmt das Enzym Gyrase in Bakterien. Nalidixinsäure wurde 1962 als hauptsächlich gegen Gram-negative Bakterien wirksames Antibiotikum mit niedriger Toxizität entdeckt (LD50 bei oraler Gabe in Mäusen von ca. 3 g·kg−1).<ref name="Lesher" /> Von Nalidixinsäure ausgehend wurde nach ähnlichen, aber wirksameren Antibiotika gesucht. Im Folgenden wurde es durch die wesentlich wirksameren Fluorchinolone verdrängt. Nalidixinsäure ist gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien wirksam. In geringer Konzentration wirkt es bakteriostatisch, das heißt, es verhindert die Vermehrung von Bakterien, während es in höheren Konzentrationen bakterizid wirkt und diese abtötet.<ref name="UNAIDS2006">R. K. Hamatake, R. Mukai, M. Hayashi: Role of DNA gyrase subunits in synthesis of bacteriophage phi X174 viral DNA März 1981; PMID 6262812; Vorlage:PMC.</ref>

Verwendung

Eingesetzt wird es hauptsächlich, um Infektionen der Harnwege zu behandeln, die von Escherichia coli, Proteus, Shigellen, Enterobacter oder Klebsiella verursacht werden. Der Wirkstoff befindet sich aufgrund von raschen Resistenzentwicklungen und einem engen Wirkungsspektrum in Europa nicht mehr im Handel. Eine bessere Alternative der Chinoloncarbonsäuren der ersten Generation stellt die Pipemidsäure dar, welche durch einen 7-Piperazinyl-Substituenten auch gegen gramnegative Erreger wirksam ist.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Handelsnamen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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