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Dinatriumhydrogenphosphat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Na2HPO4)
Strukturformel
2 Natriumion Strukturformel von Hydrogenphosphat
Allgemeines
Name Dinatriumhydrogenphosphat
Andere Namen
Summenformel Na2HPO4
Kurzbeschreibung

farblose, hygroskopische, kristalline Substanz<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 231-448-7
ECHA-InfoCard 100.028.590
PubChem 24203
ChemSpider 22625
DrugBank DB14502
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse
  • 141,96 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 177,99 g·mol−1 (Dihydrat)
  • 268,07 g·mol−1 (Heptahydrat)
  • 358,14 g·mol−1 (Dodecahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 2,066 g·cm−3 (20 °C, Dihydrat)<ref name="GESTIS" />
  • 1,68 g·cm−3 (20 °C, Heptahydrat)<ref name="GESTIS" />
  • 1,52 g·cm−3 (20 °C, Dodecahydrat)<ref name="GESTIS" />
Schmelzpunkt
  • >250 °C (Zersetzung, wasserfrei)<ref name="GESTIS" />
  • 93 °C (Kristallwasserabspaltung, Dihydrat)<ref name="GESTIS" />
  • 48 °C (Kristallwasserabspaltung, Heptahydrat)<ref name="GESTIS" />
  • 35 °C (Kristallwasserabspaltung, Dodecahydrat)<ref name="GESTIS" />
pKS-Wert

12,32<ref name="roempp">Eintrag zu Phosphorsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Löslichkeit

löslich in Wasser (77 g·l−1 bei 20 °C, wasserfreie Substanz)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

>2.000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="roth">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check (PDF) bei Carl RothVorlage:Abrufdatum</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Dinatriumhydrogenphosphat ist ein Natrium-Salz der Phosphorsäure. Es wird auch als sekundäres Natriumphosphat bezeichnet.

Eigenschaften

Wasserfreies Dinatriumhydrogenphosphat ist eine farblose, kristalline, hygroskopische Verbindung. Neben der wasserfreien Verbindung sind auch drei Hydrate bekannt:<ref name="GESTIS" />

  • Dihydrat (Na2HPO4 · 2 H2O)
  • Heptahydrat (Na2HPO4 · 7 H2O)
  • Dodecahydrat (Na2HPO4 · 12 H2O)

Ein Mol wasserfreies Dinatriumhydrogenphosphat nimmt aus der Luft 2 Mol Wasser auf und bindet es als Kristallwasser. Die höheren Hydrate hingegen verwittern an Luft zum Dihydrat.<ref name="wiberg">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 774.</ref> Diese Stabilität des Dihydrats ist auch der Grund für seine Wahl als Puffersubstanz. Beim Erhitzen wird zunächst alles Kristallwasser abgegeben (Dodecahydrat bei 35 °C, Heptahydrat bei 48 °C und Dihydrat bei 92,5 °C)<ref name="GESTIS" />, anschließend (bei ca. 250 °C) aber auch – aus je zwei Molekülen – ein weiteres Wassermolekül, wodurch ein Pyrophosphat entsteht.<ref>Jander, Blasius, Strähle: Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum. 14. Auflage. Hirzel, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-7776-0672-9, S. 337–338.</ref>

<math>\mathrm{2\ Na_2HPO_4 \ \xrightarrow {250^{o}C} \ Na_4P_2O_7 + H_2O \uparrow }</math>

Dinatriumhydrogenphosphat reagiert in wässriger Lösung basisch:

<math>\mathrm{HPO_4^{2-} + H_2O \rightleftharpoons H_2PO_4^{-} + OH^{-}}</math><ref name="GESTIS" />

Es stellt sich also ein Gleichgewicht zwischen Hydrogen- und Dihydrogenphosphat-Ionen ein.

Synthese

Im Labor kann Natriumhydrogenphosphat aus Natronlauge und Phosphorsäure hergestellt werden.

<math>\mathrm{2 \ NaOH + H_3PO_4 \longrightarrow Na_2HPO_4 + 2 \ H_2O}.</math>

Verwendung

In der Lebensmitteltechnik wird Dinatriumhydrogenphosphat als Komplexbildner, Säureregulator und Schmelzsalz eingesetzt. Es ist zusammen mit Natriumdihydrogenphosphat und Natriumphosphat in der EU als Lebensmittelzusatzstoff unter der gemeinsamen Nummer E 339 („Natriumphosphate“) für bestimmte Lebensmittel mit jeweils unterschiedlichen Höchstmengenbeschränkungen zugelassen. Nach der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung sind dies – für die meisten zugelassenen Phosphate weitgehend einheitliche – einzelne Festlegungen für eine breite Palette mit zahlreichen unterschiedlichen Lebensmittelsorten. Die zugelassenen Höchstmengen variieren von 0,5 bis hin zu 50 Gramm pro Kilogramm (in Getränkeweißer für Automaten) oder auch dem Fehlen einer festen Beschränkung (quantum satis – nach Bedarf, bei Nahrungsergänzungsmitteln und teils bei Kaugummis). Phosphor steht im Verdacht Hyperaktivität, allergische Reaktionen und Osteoporose auszulösen. Es wurde eine erlaubte Tagesdosis von 70 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht für die Gesamtmenge aufgenommener Phosphorsäure und Phosphate festgelegt.

Phosphatpuffer

Datei:Phosphoric.png
Phosphatpuffer

Dinatriumhydrogenphosphat findet in der Biochemie und Molekularbiologie zur Herstellung von Pufferlösungen Anwendung. Durch Mischen von Natriumdihydrogenphosphat- mit Dinatriumhydrogenphosphat-Lösung oder Zugabe von Natronlauge lässt sich ein Phosphatpuffer mit einem bestimmten pH-Wert (pH 6–8) herstellen. Weiterhin ist es Bestandteil von manchen Arzneimitteln als pH-Puffer.

Einzelnachweise

<references />