Diisopropylethylamin
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| Strukturformel von Diisopropylethylamin | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Diisopropylethylamin | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C8H19N | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose Flüssigkeit mit aminartigem Geruch<ref name=merck>Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 129,25 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig<ref name=merck/> | ||||||||||||||||||
| Dichte |
0,76 g·cm−3 (bei 20 °C)<ref name="GESTIS"/> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
−127 °C<ref name=merck/> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
127 °C<ref name="GESTIS"/><ref name=Roempp>Eintrag zu Hünig-Base. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
16 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS"/> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Brechungsindex |
1,4138 (20 °C)<ref name="CRC90_3_246">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-246.</ref> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | |||||||||||||||||||
Diisopropylethylamin oder Hünig-Base ist ein tertiäres Amin. Sie ist nach dem deutschen Chemiker Siegfried Hünig benannt.
Aufgrund der sterischen Abschirmung ist nur ein Proton klein genug, um von dem freien Elektronenpaar des Stickstoff angegriffen zu werden. Die Hünig-Base wird daher in organischen Synthesen als wenig nukleophile Base eingesetzt.
Geschichte
Siegfried Hünig und Max Kiessel publizierten 1958 eine Arbeit über "Spezifische Protonenacceptoren als Hilfsbasen bei Alkylierungs- und Dehydrohalogenierungsreaktionen", in der sie neben Diisopropylethylamin auch Dicyclohexylethylamin und Triisopropanolamin untersuchten. Diese Hilfsbasen wurden in Dehydrohalogenierungsreaktionen von primären und tertiären Alkylbromiden und α-halogenierten Ethern untersucht.<ref name="Hünig"/><ref>Hans‐Ulrich Reissig: A Homage to Siegfried Hünig and His Research. In: Angewandte Chemie International Edition. Band 60, Nr. 17, 2021, S. 9180–9191, doi:10.1002/anie.202101550.</ref>
Darstellung und Gewinnung
Hünig beschreibt die Darstellung von Diisopropylethylamin durch Umsetzung von Diisopropylamin mit Diethylsulfat.<ref name="Hünig">Siegfried Hünig, Max Kiessel: Spezifische Protonenacceptoren als Hilfsbasen bei Alkylierungs‐ und Dehydrohalogenierungsreaktionen. In: Chemische Berichte. Band 91, Nr. 2, 1958, S. 380–392, doi:10.1002/cber.19580910223.</ref> Die großtechnische Herstellung der Verbindung erfolgt durch die Umsetzung von Diisopropylamin und Acetaldehyd in Gegenwart von Wasserstoff und Platin- oder Zirkonoxidkatalysatoren bei Temperaturen zwischen 100 °C und 150 °C unter erhöhtem Druck.<ref>Patent WO2006/136571 A1, BASF SE 2006.</ref><ref>Patent US2010/267948 A1, BASF SE 2010.</ref>
Eigenschaften
Diisopropylethylamin ist eine farblose Flüssigkeit, die unter Normaldruck bei 127 °C siedet.<ref name=Roempp/> Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in Torr, T in °C mit A = 7,66956, B = 1663,8374 und C = 220,897 im Temperaturbereich von 28,57 bis 149,86 K.<ref name="Yaws">Yaws, C.L.: The Yaws Handbook of Vapor Pressure – Antoine Coefficients Elsevier 2015, S. 76, ISBN 978-0-12-802999-2.</ref>
Diisopropylethylamin bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 9,5 °C.<ref name="GESTIS"/> Der Explosionsbereich liegt zwischen 0,7 Vol.‑% als untere Explosionsgrenze (UEG) und 6,3 Vol.‑% als obere Explosionsgrenze (OEG).<ref name="GESTIS"/> Die Zündtemperatur beträgt 240 °C.<ref name="GESTIS"/> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3.
Reaktionen
Aufgrund der sehr geringen Nucleophilie des Diisopropylethylamins wird es gerne bei Alkylierungsreaktionen von sekundären Aminen mit Alkylhalogeniden eingesetzt, bei denen eine Halogenwasserstoffsäure wie Salzsäure (HCl), Bromwasserstoffsäure (HBr) oder Iodwasserstoffsäure (HI) entsteht. Diese wird durch die basische Stickstofffunktion gebunden und es bilden sich die entsprechenden Ammoniumsalze. Ohne Zusatz von Diisopropylethylamin würde ein Teil des als Ausgangsstoff dienenden sekundären Amins diese Rolle übernehmen, indem es den entstehenden Halogenwasserstoff bindet. Da es danach in protonierter Form vorliegt, kann es nicht weiter zum tertiären Amin reagieren, was die Ausbeute senkt.
Nicht nur als Base, sondern als Synthesebaustein wird es bei der Eintopfreaktion zur Herstellung des heterocyclischen Scorpionins verwendet. Dazu wird es mit Dichlordisulfid (Cl–S–S–Cl) in Gegenwart des Katalysators DABCO umgesetzt.<ref name=Rees>W. Rees, Carlos F. Marcos, Cecilia Polo, Tomás Torroba, Oleg A. Rakitin: From Hünig's Base to Bis([1,2]dithiolo)-[1,4]thiazines in One Pot: The Fast Route to Highly Sulfurated Heterocycles. In: Angewandte Chemie International Edition in English, 1997, 36(3), 281–283. doi:10.1002/anie.199702811.</ref>
Literatur
- Jason L. Moore, Stephen M. Taylor, Vadim A. Soloshonok: An efficient and operationally convenient general synthesis of tertiary amines by direct alkylation of secondary amines with alkyl halides in the presence of Huenig’s base. In: Arkivoc. 2005, 2005, S. 287, doi:10.3998/ark.5550190.0006.624.
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
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- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Feuergefährlicher Stoff
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 40
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Ätzender Stoff
- Atemwegsreizender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Alkylamin
- Ethylamin