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Diisopropylethylamin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von N,N-Diisopropylethylamin)
Strukturformel
Strukturformel von Diisopropylethylamin
Allgemeines
Name Diisopropylethylamin
Andere Namen
  • N-Ethyldiisopropylamin
  • N,N-Diisopropylethylamin
  • Hünig-Base
  • DIPEA
  • DIEA
Summenformel C8H19N
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit aminartigem Geruch<ref name=merck>Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 230-392-0
ECHA-InfoCard 100.027.629
PubChem 81531
ChemSpider 73565
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 129,25 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name=merck/>

Dichte

0,76 g·cm−3 (bei 20 °C)<ref name="GESTIS"/>

Schmelzpunkt

−127 °C<ref name=merck/>

Siedepunkt

127 °C<ref name="GESTIS"/><ref name=Roempp>Eintrag zu Hünig-Base. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Dampfdruck

16 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS"/>

Löslichkeit
  • schwer in Wasser (3,9 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS"/>
  • gut löslich in vielen organischen Lösungsmitteln<ref>Kirk L. Sorgi: Encyclopedia of Reagents for Organic Synthesis. John Wiley & Sons, Ltd, 2001, ISBN 978-0-470-84289-8, Diisopropylethylamine.</ref>
Brechungsindex

1,4138 (20 °C)<ref name="CRC90_3_246">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-246.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​302​‐​331​‐​318​‐​335​‐​411
P: 210​‐​273​‐​280​‐​301+312​‐​304+340+311​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Diisopropylethylamin oder Hünig-Base ist ein tertiäres Amin. Sie ist nach dem deutschen Chemiker Siegfried Hünig benannt.

Aufgrund der sterischen Abschirmung ist nur ein Proton klein genug, um von dem freien Elektronenpaar des Stickstoff angegriffen zu werden. Die Hünig-Base wird daher in organischen Synthesen als wenig nukleophile Base eingesetzt.

Geschichte

Siegfried Hünig und Max Kiessel publizierten 1958 eine Arbeit über "Spezifische Protonenacceptoren als Hilfsbasen bei Alkylierungs- und Dehydrohalogenierungsreaktionen", in der sie neben Diisopropylethylamin auch Dicyclohexylethylamin und Triisopropanolamin untersuchten. Diese Hilfsbasen wurden in Dehydrohalogenierungsreaktionen von primären und tertiären Alkylbromiden und α-halogenierten Ethern untersucht.<ref name="Hünig"/><ref>Hans‐Ulrich Reissig: A Homage to Siegfried Hünig and His Research. In: Angewandte Chemie International Edition. Band 60, Nr. 17, 2021, S. 9180–9191, doi:10.1002/anie.202101550.</ref>

Darstellung und Gewinnung

Hünig beschreibt die Darstellung von Diisopropylethylamin durch Umsetzung von Diisopropylamin mit Diethylsulfat.<ref name="Hünig">Siegfried Hünig, Max Kiessel: Spezifische Protonenacceptoren als Hilfsbasen bei Alkylierungs‐ und Dehydrohalogenierungsreaktionen. In: Chemische Berichte. Band 91, Nr. 2, 1958, S. 380–392, doi:10.1002/cber.19580910223.</ref> Die großtechnische Herstellung der Verbindung erfolgt durch die Umsetzung von Diisopropylamin und Acetaldehyd in Gegenwart von Wasserstoff und Platin- oder Zirkonoxidkatalysatoren bei Temperaturen zwischen 100 °C und 150 °C unter erhöhtem Druck.<ref>Patent WO2006/136571 A1, BASF SE 2006.</ref><ref>Patent US2010/267948 A1, BASF SE 2010.</ref>

Eigenschaften

Diisopropylethylamin ist eine farblose Flüssigkeit, die unter Normaldruck bei 127 °C siedet.<ref name=Roempp/> Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in Torr, T in °C mit A = 7,66956, B = 1663,8374 und C = 220,897 im Temperaturbereich von 28,57 bis 149,86 K.<ref name="Yaws">Yaws, C.L.: The Yaws Handbook of Vapor Pressure – Antoine Coefficients Elsevier 2015, S. 76, ISBN 978-0-12-802999-2.</ref>

Diisopropylethylamin bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 9,5 °C.<ref name="GESTIS"/> Der Explosionsbereich liegt zwischen 0,7 Vol.‑% als untere Explosionsgrenze (UEG) und 6,3 Vol.‑% als obere Explosionsgrenze (OEG).<ref name="GESTIS"/> Die Zündtemperatur beträgt 240 °C.<ref name="GESTIS"/> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3.

Reaktionen

Aufgrund der sehr geringen Nucleophilie des Diisopropylethylamins wird es gerne bei Alkylierungsreaktionen von sekundären Aminen mit Alkylhalogeniden eingesetzt, bei denen eine Halogenwasserstoffsäure wie Salzsäure (HCl), Bromwasserstoffsäure (HBr) oder Iodwasserstoffsäure (HI) entsteht. Diese wird durch die basische Stickstofffunktion gebunden und es bilden sich die entsprechenden Ammoniumsalze. Ohne Zusatz von Diisopropylethylamin würde ein Teil des als Ausgangsstoff dienenden sekundären Amins diese Rolle übernehmen, indem es den entstehenden Halogenwasserstoff bindet. Da es danach in protonierter Form vorliegt, kann es nicht weiter zum tertiären Amin reagieren, was die Ausbeute senkt.

Nicht nur als Base, sondern als Synthesebaustein wird es bei der Eintopfreaktion zur Herstellung des heterocyclischen Scorpionins verwendet. Dazu wird es mit Dichlordisulfid (Cl–S–S–Cl) in Gegenwart des Katalysators DABCO umgesetzt.<ref name=Rees>W. Rees, Carlos F. Marcos, Cecilia Polo, Tomás Torroba, Oleg A. Rakitin: From Hünig's Base to Bis([1,2]dithiolo)-[1,4]thiazines in One Pot: The Fast Route to Highly Sulfurated Heterocycles. In: Angewandte Chemie International Edition in English, 1997, 36(3), 281–283. doi:10.1002/anie.199702811.</ref>

Scorpioninsynthese
Scorpioninsynthese

Literatur

  • Jason L. Moore, Stephen M. Taylor, Vadim A. Soloshonok: An efficient and operationally convenient general synthesis of tertiary amines by direct alkylation of secondary amines with alkyl halides in the presence of Huenig’s base. In: Arkivoc. 2005, 2005, S. 287, doi:10.3998/ark.5550190.0006.624.

Einzelnachweise

<references />