Müller Fleisch
| Müller Fleisch GmbH
| |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Müller Fleisch logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1959<ref name="lebensmittelpraxis">Müller Fleisch - Jagd auf Anteile. In: Lebensmittelpraxis.de. 12. September 2021, abgerufen am 25. April 2025.</ref> |
| Sitz | Birkenfeld, Deutschland |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 1.410<ref name="abschluss2023">Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 der Müller Fleisch GmbH, Birkenfeld. In: Bundesanzeiger, 13. August 2024. Abgerufen im Unternehmensregister am 25. April 2025</ref> |
| Umsatz | 668,87 Mio. EUR<ref name="abschluss2023" /> |
| Branche | Fleischindustrie |
| Website | www.mueller-fleisch.de |
| Stand: 30. Juni 2023 | |
Die Müller Fleisch GmbH ist ein Unternehmen der Fleischwirtschaft mit Hauptsitz in Birkenfeld bei Pforzheim. Das Unternehmen ist im Besitz der Nachfahren des 2022 verstorbenen Unternehmensgründers Horst Müller.
Das Unternehmen ist Teil der Müller Gruppe mit insgesamt ca. 2000 Mitarbeitern und Standorten in Bayern sowie Baden-Württemberg.<ref name="wochenblatt">Süddeutsche Schweineproduktion: Kooperationen für eine stabile Zukunft. In: wochenblatt-dlv.de. 21. Juni 2024, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Mit einem Gesamt-Umsatz von 1,073 Milliarden Euro (2023) gehört die Gruppe zu den zehn umsatzstärksten Unternehmen der Fleischwirtschaft<ref>Die Top 100 der Fleischwirtschaft - Eine Branche in Bewegung. In: fleischwirtschaft.de. 27. November 2024, abgerufen am 13. Februar 2025.</ref> und rangiert unter den zehn größten Rinder-<ref>Ranking: Top 10 Rinderschlachter 2023. In: lebensmittelzeitung.net. 22. November 2023, abgerufen am 25. April 2025.</ref> sowie unter den zehn größten Schweineschlachtern in Deutschland.<ref>ISN-Schlachthofranking 2023: Konsolidierung in der Schlachtbranche setzt sich fort. In: schweine.net. 24. Mai 2024, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Geschichte
1959 gründete Horst Müller (1938–2022) das Unternehmen, zunächst als Fleischhandelsunternehmen.<ref>Mit 84 Jahren: Müller Fleisch in Birkenfeld: Unternehmensgründer Horst Müller gestorben. In: bnn.de. 23. Dezember 2022, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Seine Eltern Emil and Mathilde Müller betrieben zu dem Zeitpunkt bereits ein Viehhandelsunternehmen am städtischen Schlachthof in Pforzheim. Vor der Unternehmensgründung absolvierte Horst Müller eine Lehre zum Fleischer, eine Ausbildung zum Viehhandelskaufmann sowie 1956 einen Lehrgang an der Viehhandelsfachschule Gut Mauern in Mauern.<ref name="schwarzwaelder-bote">Horst Müller gehört zu den Branchengrößen. In: schwarzwaelder-bote.de. 26. November 2013, abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref name="horst-mueller-birthday">Müller Fleisch: Horst Müller celebrates his 80th birthday. In: fleischwirtschaft.de. 24. November 2018, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
1965 erweiterte Horst Müller das Unternehmen um ein neu errichtetes Schlachthaus in Weiler zwischen Pforzheim und Karlsruhe.<ref name="horst-mueller-birthday" /> Die Schlachttiere stammten zunächst vom elterlichen Viehhandelsunternehmen.<ref name="pznewsinterview">Interview mit Horst Müller: „Ich habe klein angefangen“. In: pz-news.de. 23. November 2018, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
1970 errichtete Horst Müller einen Großschlachthof am heutigen Standort in Birkenfeld.<ref name="pznewsinterview" /> In den folgenden Jahren und Jahrzehnten baute Horst Müller den Hauptstandort kontinuierlich aus. Das Unternehmen war zunächst auf die Schlachtung von Rindern spezialisiert,<ref name="topagrar">Der Aufsteiger aus dem Südwesten. In: topagrar.com. 18. Oktober 2011, abgerufen am 25. April 2025.</ref> ab der Mitte der 1970er-Jahre wurden die Tiere auch vor Ort zerlegt.<ref name="horst-mueller-birthday" />
Ab 1987 begann Müller Fleisch, auch am städtischen Schlacht- und Viehhof Ulm Schlachtungen durchzuführen und gründete 1992 die Ulmer Fleisch GmbH.<ref name="fleischerei">Süddeutsches Schweinezentrum. In: fleischerei.de. 19. Oktober 2012, abgerufen am 25. April 2025.</ref> 1999 übernahm das Unternehmen den Ulmer Schlachthof schließlich.<ref>Müller schlachtet schonend. In: schwaebische.de. 13. November 2009, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Damit stieg Müller auch umfassend in die Schlachtung von Schweinen ein und baute den Standort zum größten Schweineschlachthof in Süddeutschland aus. Alleine von 2003 bis 2008 verdreifachte das Unternehmen die jährlichen Schweineschlachtungen dort von 300.000 auf 900.000.<ref name="topagrar" />
2000 eröffnete Müller Fleisch einen Großverbrauchermarkt mit der Bezeichnung Fleischmarkt Donautal.<ref name="fleischerei" /> 2003 übernahmen die Söhne Stefan und Martin Müller des Unternehmensgründers die Geschäftsführung.<ref>Müller-Fleisch punktet mit süddeutscher Herkunft. In: topagrar.com. 9. Dezember 2013, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
2005 wurde der Firmensitz erneut um einem Erweiterungsbau ergänzt und es erfolgte der Einstieg in die Produktion von selbstbedienungsgerecht verpacktem Fleisch (SB-Fleisch) für den Einzelhandel (Discounter).<ref>Müller Fleisch nutzt SB-Trend. In: lebensmittelzeitung.net. 9. Februar 2006, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Im Juli 2007 entstand unter der Firmierung Bayreuther Fleisch GmbH ein Gemeinschaftsunternehmen von Müller Fleisch mit der Erzeugergemeinschaft Vieh- und Fleisch Franken.<ref>Müller auch in Bayreuth aktiv. In: fleischwirtschaft.de. 19. Juli 2007, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Die Schlachtung und Zerlegung erfolgt am Schlachthof in Bayreuth, der 2010 von der Stadt privatisiert<ref>Bayreuth privatisiert seinen Schlachthof. In: fleischwirtschaft.de. 30. März 2010, abgerufen am 25. April 2025.</ref> und von Müller-Fleisch übernommen wurde. Mittlerweile gehört die Bayreuther Fleisch GmbH vollständig zur Müller-Gruppe.<ref name="abschluss2023" />
2015 übernahm die Müller Gruppe einen kleinen Fleischzerlegungsbetrieb in Ingolstadt. Er wird als nicht selbstständige Betriebsstätte der Ulmer Fleisch GmbH mit der Firmenbezeichnung „Ingolstädter Fleisch“ geführt.<ref>Ruth Stückle: Müller-Gruppe übernimmt Geschäftsbetrieb der Fleischzerlegung Ingolstadt (FZI). In: Donaukurier. 21. August 2015, abgerufen am 11. Mai 2020.</ref>
Zum 1. April 2025 führte die Müller Gruppe eine einheitliche Führungsstruktur über alle verbundenen Unternehmen und Standorte hinweg ein.<ref>Synergien nutzen: Neue Struktur bei Müller Fleisch - Die Chefs kümmern sich um den Einkauf. In: topagrar.com. 16. April 2025, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Müller Gruppe
Müller Fleisch ist Teil des Unternehmensverbunds Müller Gruppe. Mit 101.892 Rinderschlachtung (Geschäftsjahr 2022/23) am Hauptsitz in Birkenfeld ist Müller Fleisch das größte und gleichzeitig namensgebendes Unternehmen der Gruppe.<ref name="abschluss2023" /> Daneben sind folgende Schlacht- und Zerlegebetriebe Teil der Müller Gruppe:<ref name="wochenblatt" />
Bayreuther Fleisch
Die Bayreuther Fleisch GmbH ist ein Tochterunternehmen der Müller Fleisch GmbH und hat seinen Sitz in Bayreuth. An dem Schlacht-Standort werden Rinder und Schweine geschlachtet. Im Geschäftsjahr 2022/23 belief sich die Anzahl der dort durchgeführten Rinderschlachtungen auf 73.526,<ref name="abschluss2023" /> das Schlachtvolumen von Schweinen beträgt ca. 140.000 Schweine pro Jahr.<ref>Unternehmensdaten. In: bayreuther-fleisch.de. Abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Ulmer Fleisch
Die Ulmer Fleisch GmbH ist ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Ulm. Gesellschafter des Unternehmens sind die Horst Müller Beteiligungs-GmbH & Co. KG mit 40 Prozent der Anteile sowie mit jeweils 15 Prozent der Anteile die vier Kinder des Unternehmensgründers Stefan Müller, Martin Müller, Susanne Müller-Etzler und Desislava Görtz.<ref name="schwarzwaelder-bote" /><ref>Gesellschafterliste der Ulmer Fleisch GmbH vom 9. November 2021. Abgerufen im Handelsregister am 25. April 2025</ref> Am Schlachthof in Ulm schlachtet das Unternehmen Rinder, im Geschäftsjahr 2022/23 waren es insgesamt 92.332 Tiere.<ref name="abschluss2023-ulmer">Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 der Ulmer Fleisch GmbH, Ulm. In: Bundesanzeiger, 9. August 2024. Abgerufen im Unternehmensregister am 25. April 2025.</ref>
Süddeutsches Schweinefleischzentrum Ulm Donautal
Die Süddeutsches Schweinefleischzentrum Ulm Donautal GmbH (kurz SFZ Ulm GmbH) ist ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Ulm. Gesellschafter des Unternehmens sind die Müller Fleisch GmbH sowie die Ulmer Fleisch GmbH mit jeweils 40,545 Prozent der Anteile und die Horst Müller Beteiligungs-GmbH & Co. KG mit 18,91 Prozent.<ref>Gesellschafterliste der Süddeutsches Schweinefleischzentrum Ulm Donautal GmbH vom 20. Mai 2021. Abgerufen im Handelsregister am 25. April 2025</ref> Am Schlachthof in Ulm schlachtet das Unternehmen Schweine, im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt 1.518.878 Schweine und 27.009 Muttersauen.<ref>Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 der Süddeutsches Schweinefleischzentrum Ulm Donautal GmbH, Ulm. In: Bundesanzeiger, 16. Juli 2024. Abgerufen im Unternehmensregister am 25. April 2025.</ref>
Ingolstädter Fleisch
Ingolstädter Fleisch ist eine nicht selbstständige Betriebsstätte der Ulmer Fleisch GmbH in Ingolstadt.<ref>Impressum. In: ingolstaedter-fleisch.de. Abgerufen am 25. April 2025.</ref> Am Schlachthof Ingolstadt schlachtet das Unternehmen Schweine und zerlegt Schweine sowie Rinder.<ref>Produktionsbereich. In: https://www.ingolstaedter-fleisch.de. Abgerufen am 25. April 2025.</ref> Im Geschäftsjahr 2022/23 schlachtete das Unternehmen dort insgesamt 38.384 Schweine.<ref name="abschluss2023-ulmer" />
Vertrieb
Vertrieben werden sowohl unzerlegte Schlachtkörper als auch zerlegte Teilstücke. Gut zwei Drittel der Produkte vermarktet die Müller-Gruppe innerhalb Deutschlands, während etwa ein Viertel innerhalb der Europäischen Union und fünf Prozent global exportiert werden, unter anderem nach China und Afrika.<ref name="wochenblatt" /><ref name="augsburger">Hier werden wöchentlich Tausende Rinder und Schweine geschlachtet. In: augsburger-allgemeine.de. 17. März 2013, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
In Deutschland beliefert die Gruppe fast alle Discounter,<ref name="spiegel">Müller Fleisch - Die Fabrik der Infizierten. In: spiegel.de. 2. Mai 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> darunter Aldi Süd, Penny, Norma und Netto, sowie den Lebensmitteleinzelhandel, unter anderem tegut, Rewe, Edeka, Brandenburg und Metro.<ref name="wochenblatt" /> Außerdem gehört das Fleischerhandwerk<ref>Metzgerei-Handwerk will Kritik an Müller-Fleisch für sich nutzen. In: bnn.de. 6. Mai 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> und Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und Burger King zu den Kunden.<ref name="augsburger" /> Daneben wird auch Direktvertrieb betrieben.<ref>Werkverkauf von Ulmer Fleisch mit erweitertem Sortiment. In: swp.de. 25. November 2019, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Auszeichnungen
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir verlieh Müller Fleisch 2024 den Bundesehrenpreis in Bronze in der Kategorie Großunternehmen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.<ref>Özdemir verleiht Müller Fleisch aus Birkenfeld Ehrenpreis der DLG. In: pz-news.de. 26. April 2024, abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref>Bundesehrenpreise: Wo Fleisch zu Gold wird. In: fleischnet.de. Abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Kritik und Kontroversen
Mangelhafte Arbeitsbedingungen
Das Unternehmen ist wiederholt aufgrund mangelhafter Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten.<ref>Coronavirus bei Müller-Fleisch: Infizierte ziehen ins Pforzheimer Hohenwart Forum ein - Kommentar: Nährboden. In: Badische Neueste Nachrichten. 23. April 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref>Arme Schweine. In: kontextwochenzeitung.de. 27. Mai 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
2013 kam Müller Fleisch in die Schlagzeilen, als ungarische Arbeiter vor den Werkstoren für ihren Lohn demonstrierten, nachdem ein Subunternehmer die Arbeiter nicht bezahlt hatte.<ref>lsw: Ungarische Schlachter protestieren. Main-Post, 3. September 2013, abgerufen am 30. Juni 2017.</ref> Müller Fleisch wurde der Missbrauch von Werkverträgen vorgeworfen.<ref>Skandal um „Müller Fleisch“: SPD-Generalsekretärin kämpft gegen Schein-Werkverträge. In: landesnachrichtenportal.de. 5. September 2013, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Im April 2020 entwickelte sich Müller Fleisch in Birkenfeld zum ersten Corona-Hotspot in der deutschen Fleischindustrie.<ref name="spiegel" /><ref>Fleischindustrie - Erst mal abgehakt. In: zeit.de. 4. November 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Unter knapp 1200 Mitarbeitern wurden 399 positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet, vor allem Werkvertragsarbeiter aus Osteuropa.<ref name="boeckler">Prekär: Geschäftsmodell auf der Kippe. In: boeckler.de. 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Müller Fleisch wurde für den hohen Anteil an Werkvertragsarbeitern im Unternehmen sowie deren unwürdige Unterbringung kritisiert.<ref>Kein Fleisch – keine Ausbeutung. In: taz.de. 11. Mai 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref>Edith Kopf: Coronavirus bei Müller-Fleisch: Unterbringung von Leiharbeitern in der Kritik. In: Pforzheimer Kurier. 22. April 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juni 2020; abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref>Wohnsituation bereitet Kopfzerbrechen: Arbeiterwohnung von Müller Fleisch in Höfen wieder überfüllt. In: pz-news.de. 15. Juli 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juli 2020; abgerufen am 25. April 2025.</ref> Unter zunehmendem öffentlichen Druck führte die Bundesregierung in der Folge mit dem Arbeitsschutzkontrollgesetz ein Verbot für Werkverträge und Leiharbeit in der Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung ein.<ref>Ein Jahr Arbeitsschutzkontrollgesetz. In: bpb.de. 17. Dezember 2021, abgerufen am 27. Dezember 2023.</ref> Müller Fleisch gründete daraufhin das Tochterunternehmen Müller Fleisch L&S GmbH und übernahm mit diesem mehrere Hundert ehemalige ausländische Werkvertragsarbeiter.<ref name="abschluss2023" /><ref>Müller-Fleisch ohne Werkvertragsarbeiter: Neue alte Kräfte am Band in Birkenfeld. In: bnn.de. 11. Februar 2021, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Im September 2020 geriet das Unternehmen wegen umfassender Kamera-Überwachung der Beschäftigten in die Kritik.<ref>Schwere Vorwürfe in „Spiegel“-Bericht: Überwacht Müller-Fleisch in Birkenfeld seine Mitarbeiter mit Kameras? In: bnn.de. 18. September 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Nach Recherchen von Spiegel bestätigte das Unternehmen, dass etwa 60 Kameras in „produktionsnahen Bereichen“ installiert und „gelegentlich“ auch Mitarbeiter zu erkennen seien. Stefan Brink, zu dem Zeitpunkt Landesbeauftragter für den Datenschutz Baden-Württemberg , beurteilte es als rechtswiedrig, „wenn Mitarbeiter, wie es hier scheint, in erheblichem Umfang während der Arbeitszeit überwacht werden“.<ref>Kameras im Schlachtbetrieb - So überwacht Müller Fleisch seine Mitarbeiter. In: spiegel.de. 19. September 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Müller Fleisch wies die Anschuldigungen zurück.<ref>Überwachung - Kritik an Kameras bei Müller Fleisch. In: topagrar.com. 21. September 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Tierleid
Die Müller Gruppe wird regelmäßig von Tierschützern und Tierrechtlern kritisiert.<ref>Tierschützer fordert in Birkenfeld ein Ende der Schlachtbetriebe: Wie realistisch ist das? In: bnn.de. 6. August 2021, abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref>„Birkenfeld Cow Save” hät Mahnwache gegen Tierausbeutung ab. In: bnn.de. 21. August 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Neben grundsätzlicher Kritik an der Schlachtung wird das Unternehmen dafür kritisiert,<ref>Ruhige Mahnwache mit rund 45 Personen: Keine Zwischenfälle bei Demo vor der Firma Müller Fleisch in Birkenfeld. In: pz-news.de. 22. August 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> die Schweine vor der Schlachtung mittels CO2 zu betäuben.<ref>Tierrechtler zeigen Ulmer Schlachthof an. In: schwaebische.de. 5. August 2016, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Im Jahr 2016 zeigte die Tierrechtsorganisation Peta das Süddeutsche Schweinefleischzentrum in Ulm an, da den Schweinen so erhebliche länger andauernde Leiden zugefügt würden.<ref>Peta zeigt Ulmer Fleischzentrum an. In: regio-tv.de. Abgerufen am 25. April 2025.</ref> Das Unternehmen teilte mit, dass die CO2-Betäubung als gesetzlich zugelassenes Verfahren eingesetzt werde und diese richtig angewendet die beste Methode für den Tierschutz sei.<ref>Tierrechtler zeigen den Ulmer Schlachthof an. In: augsburger-allgemeine.de. 5. August 2016, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Die Staatsanwaltschaft Ulm stellte das Verfahren 2017 ein.<ref>Prozess gegen Firma Ulmer Fleisch eingestellt. In: regio-tv.de. 31. März 2017, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Umwelt- und Klimaschädigung
Das Unternehmen wurde wiederholt wegen Umweltschädidung kritisiert, unter anderem aufgrund von Lärm,<ref>Deutliche Überschreitung der Lärmgrenzen bei Müller Fleisch. In: pz-news.de. 6. Mai 2020, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Gestank<ref name="augsburger" /> und unerlaubter Abwassereinleitung.<ref>Zu viel schmutziges Wasser bei Müller Fleisch – eine knifflige Strafsache. In: pz-news.de. 18. November 2022, abgerufen am 25. April 2025.</ref> 2022 verurteilte das Amtsgericht Pforzheim die Geschäftsführer von Müller Fleisch zu einer Zahlung von 60.000 Euro, weil in Birkenfeld unberechtigt Abwasser in die Kanalisation geleitet wurde.<ref>Unberechtigte Abwasser-Einleitung. In: euwid-wasser.de. 13. Dezember 2022, abgerufen am 25. April 2025.</ref> Die Geschäftsführer ließen verlauten, dass sie künftig beabsichtigen, sich an die Vorgaben des Regierungspräsidiums, der Gemeinde Birkenfeld und der Stadt Pforzheim zu halten.<ref>Rohre durch Fett verschmutzt. In: bnn.de. 6. Dezember 2022, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Kritiker werfen dem Unternehmen außerdem vor, seinen Beitrag zur Klimaerwärmung kleinzurechnen.<ref>Zahl des Tages: 7 Prozent. In: taz.de. 14. Dezember 2021, abgerufen am 21. Januar 2024.</ref><ref>How Europe’s Big Meat and Dairy are heating up the planet. In: iatp.org. 2021, abgerufen am 21. Januar 2024.</ref><ref>„Super-Emittenten“ der Fleisch- und Milchwirtschaft in Deutschland. In: faba-konzepte.de. Januar 2025, abgerufen am 25. April 2025.</ref>
Produktionsmängel
Der Müller Gruppe ist wiederholt wegen Produktionsmängeln in die Öffentlichkeit geraten.<ref name="schwarzwaelder">Hygiene bemängelt - Müller Fleisch landet auf der „Ekelliste“. In: schwarzwaelder-bote.de. 27. März 2024, abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref>Glasscherben in Schweinefleisch entdeckt. In: stern.de. 9. April 2016, abgerufen am 25. April 2025.</ref> 2016 wurden im Rahmen einer routinemäßigen Kontrolle Glasscherben mit bis zu zwei Zentimetern Länge in frischem Fleisch gefunden, Ulmer Fleisch rief die Ware daraufhin zurück.<ref>Rückruf: Glassplitter in „Schweineunterschale mit Schwarte“ via Netto. In: produktwarnung.eu. 9. April 2016, abgerufen am 25. April 2025.</ref><ref>Glasscherben im Schweinefleisch entdeckt! In: bild.de. 9. April 2016, abgerufen am 25. April 2025.</ref> 2024 stellten Lebensmittelkontrolleure unhygienische Bedingungen, darunter Grünalgen und Sporen, im Birkenfelder Betrieb fest.<ref name="schwarzwaelder" />
Weblinks
Einzelnachweise
<references responsive />
Koordinaten: 48° 52′ 31″ N, 8° 38′ 48″ O
{{#coordinates:48,875283|8,646656|primary
|dim=
|globe=
|name=
|region=DE-BW
|type=landmark
}}