Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach
| Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach | ||||||
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| Datei:Logomusikgymnasiumbach.jpg | ||||||
| Schulform | Staatliches Spezialgymnasium (Schule besonderer pädagogischer Prägung) | |||||
| Schulnummer | 01Y04 | |||||
| Gründung | 1950 | |||||
| Adresse | Rheinsberger Straße 4/5 10115 Berlin | |||||
| Ort | Mitte | |||||
| Land | Berlin | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 52° 32′ 12″ N, 13° 23′ 45″ O
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| Träger | Land Berlin | |||||
| Schüler | 155 (Stand: 2025/26)<ref name="statistik">Schulporträt. Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach. In: bildung.berlin.de. Abgerufen am 10. März 2026.</ref> | |||||
| Lehrkräfte | 16 Lehrer + 3 Lehramtsanwärter (Stand: 2025/26)<ref name="statistik" /> | |||||
| Leitung | Birgit Benner-von Streit<ref name="statistik" /> | |||||
| Website | musikgymnasium-berlin.de | |||||
Das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach ist ein öffentliches Musikgymnasium in der Rheinsberger Straße 4/5 im Ortsteil Mitte des gleichnamigen Berliner Bezirks. Musikalisch hochbegabte Kinder und Jugendliche werden dort ab der 5. Klasse unterrichtet.
Geschichte
Im Jahre 1950 wurde die Fachgrundschule für Musik gegründet und nach Carl Philipp Emanuel Bach, dem sogenannten „Berliner Bach“, benannt. Im Schuljahr 1959/60 wurde an der Berliner Hochschule für Musik eine Kinderklasse für 10- bis 16-Jährige eingeführt, aus der sich die Spezialschule für Musik entwickelte. Seit 1965 war die Schule eine selbstständige Oberschule und gleichzeitig eine Abteilung der Hochschule.
Nach der politischen Wende in der DDR wurde das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach 14 Jahre lang als Schulversuch geführt. Seit dem Schuljahr 2005/06 ist das Gymnasium eine „Schule besonderer pädagogischer Prägung“.
Schulprofil
Das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach ist ein Spezialgymnasium. Musikalische Grundlagenfächer wie Tonsatz und Gehörbildung haben den Status eines regulären Schulfaches, Leistungen aus dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ können in die Abiturnote eingebracht werden.
Voraussetzung für den Schulbesuch ist die Erlangung der Gasthörerschaft an einer der Berliner Musikhochschulen. Halbjährlich werden die Fortschritte vor einer Kommission aus Hochschullehrern überprüft und nach einem Punktesystem benotet. Im Rahmen seiner Gasthörerschaft erhält jeder Schüler durch Dozenten und Professoren der Hochschulen 90 Minuten Einzelunterricht im Hauptfach,<ref>Komposition erwähnt auf <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aufnahmeverfahren ( vom 15. April 2017 im Internet Archive)</ref> 45 Minuten im Pflichtfach Klavier (ab Klasse 7), jeweils 45 Minuten Tonsatzunterricht (ab Klasse 5) und Gehörbildungsunterricht (ab Klasse 7) in Kleingruppen, zum Teil Orchesterausbildung und gegebenenfalls auch Kammermusikunterricht. Instrumentalisten, die nicht am Orchester teilnehmen, sind zum Besuch von Chorproben verpflichtet.
Neben der engen Kooperation mit den Berliner Musikhochschulen (Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, Universität der Künste) gibt es eine regelmäßige Zusammenarbeit mit wichtigen musikalischen Kulturträgern der Stadt wie dem Landesmusikrat, der Landesmusikakademie, dem Konzerthaus Berlin sowie wichtigen Orchestern der Stadt. Die intensive musikalische Ausbildung wird in die gymnasiale Ausbildung integriert, bei Jugend musiziert erbrachte Leistungen können in das Abitur eingebracht werden.
Im Schuljahr 2025/26 hat die Schule 155 Schüler. Von ihnen haben 24,5 % eine nichtdeutsche Herkunftssprache.<ref name="statistik" />
Die Schülerzahl werden in kleinen Klassen einzügig unterrichtet. Als Fremdsprachen werden Englisch und Französisch angeboten. Im Gegensatz zu regulären Gymnasien in Berlin legen die Schüler ihr Abitur nach 13 Jahren ab. Eine zusätzlich eingeschobene Klasse 11 entlastet die Stundentafeln der Schüler, um mehr Freiraum für die musikalische Ausbildung bieten zu können.
Aufgrund der Kooperation mit den Musikhochschulen gelten Sonderregelungen für die Ferientermine.
Aufnahmeverfahren
Das Aufnahmeverfahren an der Schule sieht das Bestehen einer Eignungsprüfung auf einem Musikinstrument vor. Die Prüfung kann in Akkordeon, Blockflöte, Fagott, Gesang, Gitarre, Harfe, Horn, Jazz, Klarinette, Klavier, Kontrabass, Oboe, Posaune, Querflöte, Saxophon, Schlagzeug, Trompete, Tuba, Viola, Violine oder Violoncello abgelegt werden.
Die abnehmende Fachkommission setzt sich aus Hochschullehrern der zwei Berliner Musikhochschulen zusammen. Außerdem findet eine Hör- und Musiktheorieprüfung statt. Ausländische Schüler müssen darüber hinaus einen entsprechenden Sprachtest ablegen.
Orchester
Seit 1996 besteht an der Schule ein eigenes Sinfonieorchester. Die jährlichen Höhepunkte bilden die Frühlingskonzerte im Konzertsaal der Universität der Künste und in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sowie das Sommerkonzert im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Die künstlerische Leitung hat der Dirigent Aurélien Bello.
Dussmann-Wettbewerb
Seit 2010 stiftet die Dussmann-Gruppe unter der Aufsichtsratsvorsitzenden Catherine von Fürstenberg-Dussmann den Dussmann-Wettbewerb. Die Preisträgerstücke wurden von den 12- bis 19-Jährigen im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden aufgeführt.<ref>Berliner Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach. In: www.dussmann.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 4. Mai 2021.</ref> Außerdem finanzierte das Unternehmen die Reparatur von Instrumenten, die 2009 bei einem Schwelbrand beschädigt wurden, sowie den Umbau der Aula zum Konzertsaal.
Freundeskreis
Die Freunde und Förderer des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach, ein eingetragener gemeinnütziger Verein, unterstützen die Traditionspflege der Spezialschule für Musik im Musikgymnasium. Sie finanzieren Projekte und tragen zum öffentlichen Ansehen dieses hochspezialisierten Musikgymnasiums bei.
Absolventen
- Sigrid Lehmstedt (1929–2022), Pianistin, Professorin an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
- Burkhard Glaetzner (* 1943), Oboist, Gründer der Gruppe Neue Musik Hanns Eisler, Professor an der Universität der Künste Berlin
- Gerd Schenker (* 1948), Schlagzeuger, Solist beim MDR-Sinfonieorchester
- Jürgen Ganzer (* 1950), Komponist und Akkordeonist, Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
- Christian-Friedrich Dallmann (* 1955), Hornist, Professor an der Universität der Künste Berlin
- Thomas Böttger (* 1957), Komponist und Pianist
- Michael Stöckigt (* 1957), Pianist und Komponist
- Thomas Blumenthal (* 1958), Gitarrist
- Christine Schornsheim (* 1959), Cembalistin und Pianistin, Professorin an der Hochschule für Musik und Theater München
- Jan Vogler (* 1964), Cellist
- Mathias Baier (* 1965), Fagottist, Solist in der Staatskapelle Berlin
- Michael Sanderling (* 1967), Dirigent und Cellist, Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
- Christian Sprenger (* 1968), Flötist, Solist beim MDR-Sinfonieorchester
- Katrin Scholz (* 1969), Geigerin, Professorin an der Hochschule für Künste Bremen
- Sophia Reuter (* 1971), Geigerin und Bratschistin
- Kai Rapsch (* 1978), Oboist und Englischhornist, Solist bei den Münchner Philharmonikern
- Graziella Schazad (* 1983), Songwriterin
- Iskandar Widjaja (* 1986), Geiger
- Miloš Bulajić (* 1989), Sänger
Weblinks
- Website des Musikgymnasiums Berlin
- Eintrag im Schulverzeichnis
- Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste: Rheinsberger Straße 4–5, 8. Realschule
Einzelnachweise
<references />
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