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Museum der Stadt Neustadt in Holstein

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Datei:Krempertor.jpg
Die Ausstellungsstücke sind teilweise im alten Stadttor untergebracht
Datei:Grabhügelkonstruktion.JPG
Rekonstruktion eines Grabhügels, Museum zeiTTor (Neustadt/Holstein)

Das zeiTTor – Museum der Stadt Neustadt in Holstein<ref>Name, siehe Homepage des Museums: zeittor-neustadt.de</ref> (vorheriger Name: „Ostholstein-Museum in Neustadt in Holstein“) befindet sich im alten Kremper Stadttor und den westlich und östlich daran grenzenden Gebäuden.

Trägerschaft und Finanzierung

Das Museum wurde im Jahr 1908 als Museum des Kreises eröffnet.<ref>Johannes Hugo Koch: Das neue Neustadt-Buch. 1. Auflage. Selbstverlag Johannes Hugo Koch, Neustadt in Holstein 1980, S. 228.</ref> Bis Ende 2006 lag die Trägerschaft bei der Stiftung zur Förderung der Kultur und der Erwachsenenbildung in Ostholstein. Am 1. Januar 2007 ging die Trägerschaft für das Museum auf die Stadt Neustadt in Holstein über, die es in „Museum der Stadt Neustadt in Holstein“ umbenannte. Am 14. November 2006 wurde von engagierten Bürgern Neustadts der Verein der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Neustadt in Holstein gegründet. Die 222 Mitglieder des Vereins (Stand Juli 2007) unterstützen das Museum mit finanziellen Mitteln und durch direkte Mithilfe.

Ausstellung

Die Ausstellungsstücke des Museums der Stadt Neustadt in Holstein beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Handwerk und dem Alltagsleben der Menschen der Region im Lauf der Zeit.

So werden zum Beispiel einige Exponate zum Leben und den Werkzeugen der Menschen von der Stein- bis zur Bronzezeit im Bereich der Neustädter Bucht gezeigt. Einige der Exponate beschäftigen sich auch mit dem Zeitraum der slawischen Besiedlung des holsteiner Raumes. Ein weiterer Großteil der Ausstellung behandelt das Leben der Handwerker, Kaufleute und Landwirte im 19. Jahrhundert. So werden zum Beispiel eine alte Zahnarztpraxis und eine alte Malerwerkstatt ausgestellt und man kann auch ein komplettes Wohnzimmer aus der Zeit besichtigen.

Weitere Bereiche der Ausstellung geben einem einen Einblick in die Zeit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung, in das aus dem holsteinischen Raum stammende Kunstgewerbe und das Leben der Heimatvertriebenen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Hinzu kommt dann noch eine kleine Fossilienausstellung und einige besondere Einzelstücke, wie zum Beispiel die Singorgel des letzten deutschen Bänkelsängers, oder ein ungewöhnlich großer Brautteller aus dem Jahr 1700.

Auszeichnung

Das Museum wurde im Jahr 2022 – nach einer ersten Auszeichnung 2015 – zum zweiten Mal von der Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein mit dem Gütesiegel „Zertifiziertes Museum“ ausgezeichnet. Dafür wurde die Museumsarbeit einer umfassenden Qualitätsprüfung unterzogen. Das Museum der Stadt Neustadt in Holstein zählt damit zu den 30 schleswig-holsteinischen Museen, die diese Auszeichnung tragen dürfen.<ref>ZeiTTor erneut ausgezeichnet. In: Der Reporter. Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH, Neustadt in Holstein 9. März 2022, S. 10 (der-reporter.de [PDF; 74,5 MB; abgerufen am 9. März 2022]).</ref>

Angegliedert: Cap-Arcona-Museum

Datei:Neustadt-in-holstein-kremper-tor-cap-arcona-museum.JPG
Hinweisschild am Kremper Tor auf das Cap-Arcona-Museum.

Im dafür neu errichteten östlichen Anbau des Museums wurde eine Ausstellung zur Cap-Arcona-Katastrophe eingerichtet. Das Cap-Arcona-Museum ist vom zeiTTor Museum der Stadt Neustadt in Holstein aus über Treppen zugänglich.

Im ersten Stockwerk sind Fotografien zu den Cap-Arcona-Grabstätten rund um die Lübecker Bucht und Bilder von Gedenkfeiern ausgestellt. Auf Landkarten ist der Todesmarsch der KZ-Insassen vom Konzentrationslager Auschwitz nach Schleswig-Holstein und der Seetransport der Gefangenen aus dem Konzentrationslager Stutthof nach Neustadt in Holstein schematisch eingezeichnet. Der Großteil der Häftlinge kam aus dem Konzentrationslager Neuengamme.<ref>Tourismus-Service Neustadt-Pelzerhaken-Rettin (Hrsg.): Gäste Guide. Prospekt ca. 2013.</ref> Im Erdgeschoss werden Original-Überreste der Cap Arcona gezeigt (Planke aus Teakholz, Umrandung eines Bullauges), weiter eine blau-weiß gestreifte Jacke und Hose, die Bekleidung der KZ-Gefangenen, ein Esskübel und Fragmente von Schuhen.

Im Aufbau: Cap-Arcona-Dokumentationszentrum

Direkt neben dem zeiTTor-Museum entsteht das Cap-Arcona-Dokumentationszentrum in einem Neubau. Das barrierefreie Gebäude mit ca. 250 Quadratmetern Dauerausstellungsfläche und weiteren Nutzungsflächen wird das Cap-Arcona-Museum ersetzen. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant.<ref>Cap Arcona Portal. Abgerufen am 15. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Dauerausstellung soll die komplexen Inhalte rund um die Cap-Arcona-Katastrophe und den Tod tausender KZ-Häftlinge aus vielen Ländern Europas in der Lübecker Bucht und in Neustadt am 3. Mai 1945 angemessen differenziert vor Ort vermitteln. Zum Konzept gehört auch die Erweiterung der Informationsangebote an historisch-authentischen Orten in Neustadt, insbesondere am Ehrenfriedhof Cap Arcona. In Vorbereitung ist außerdem ein digitales Portal, das Erinnerungs- und Gedenkorte entlang der Küste der Lübecker Bucht in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erschließt und miteinander vernetzt.

Weblinks

Commons: Kremper Tor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 54° 6′ 34″ N, 10° 48′ 59″ O

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