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Murowana Goślina

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Vorlage:Infobox Ort in Polen

Murowana Goślina (Vorlage:DeS Murowana Goslin, 1943–1945 Goslin)<ref name="Anordnung">Vgl. unter Weblinks: Anordnung über Ortsnamenänderung im Reichsgau WarthelandLandkreis Obornik, S. 102.</ref> ist eine Stadt und Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im Powiat Poznański der Woiwodschaft Großpolen in Polen.

Geographische Lage

Murowana Goślina liegt auf einer Anhöhe unweit der Warthe, etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt Posen.

Geschichte

Datei:Posen 1905.png
Murowana Goslin nördlich der Stadt Posen auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung)

Murowana Goslin war als adlige Stadt gegründet worden; bei den drei Rosen im Stadtwappen handelt es sich um das Wappensymbol der ursprünglich aus Bayern stammenden, weit verzweigten Familie Toerring.

1793 kam die Stadt und Herrschaft Murowana Goslin zu Preußen; sie war dem Kreis Obornik in der Provinz Posen zugeordnet. Am Ende des 18. Jahrhunderts befand sich Murowana Goslin im Besitz der Familie der Grafen Gurowski. Die Stadt war etwa je zur Hälfte von Deutschen und Polen bewohnt. Nach der Scheidung eines Gurowski ging die Herrschaft als Abfindung an dessen geschiedene Frau, die sie dem Minister Karl Georg Heinrich von Hoym (1739–1807) für 72.000 Taler verkaufte. Von diesem erwarb der Berliner Kaufmann von Treskow die Herrschaft für 120.000 Taler. Treskow gab sich anschließend Mühe, die Verhältnisse in Murowana Goslin zu verbessern.<ref name="HW">Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 320.</ref> Die Stadt hatte zu dem Zeitpunkt 95 Wohnhäuser, von denen nur eines massiv gebaut war, eine katholische Pfarrkirche und ein evangelisches Bethaus. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich die Gutsherrschaft Murowana Goslin im Besitz der Familie von Winterfeld.

Im 19. Jahrhundert befand sich in Murowana Goslin eine Kranken- und Siechen-Anstalt des Johanniterordens.<ref>Hermann Adalbert Daniel: Deutschland in seinen physischen und politischen Verhältnissen. Band 2: Politische Geographie. 4. Auflage, Leipzig 1874, S. 143.</ref><ref>Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Nr. 16 vom 19. April 1865, S. 88.</ref>

Nach dem Ersten Weltkrieg fiel die Stadt aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an die Zweite Polnische Republik. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt, in Goslin umbenannt und völkerrechtswidrig dem Deutschen Reich einverleibt. Nach Kriegsende 1945 erhielt Polen die Stadt zurück. Die deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit vertrieben.

Die Siedlung Zielone Wzgórza (dt.: Grüner Hügel) wurde in den 1980er Jahren von einer Genossenschaft errichtet. Die Siedlung in Form einer kleinen Stadt mit dem Markt, Rathaus und Gassen baute man nach Plänen des Architektur-Professors Jerzy Buszkiewicz.

Einwohnerzahlen

Gemeinde

Zur Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) gehören neben der Stadt Murowana Goślina weitere 20 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)<ref name="Forum">Vgl. Forum Ahnenforschung – deutsche Ortsnamen im Wartheland.</ref> mit einem Schulzenamt (sołectwo).

Białęgi (Weißtal)<ref name="Forum" />
Białężyn (Ballenstein)<ref name="Forum" />
Boduszewo (Bodental)<ref name="Forum" />
Długa Goślina (Langgoslin)
Głębocko (Seeforst)<ref name="Forum" />
Głęboczek (Glembotschek, 1943–1945 Tiefland)<ref name="Anordnung" />
Kamińsko (Kaminau)<ref name="Forum" />
Łopuchowo (Lopuchowo, 1943–1945 Klettenrode)<ref name="Anordnung" />
Łopuchówko
Łoskoń Stary
Mściszewo
Nieszawa (Niemannsdorf)<ref name="Forum" />
Pławno (Spielfeld)<ref name="Forum" />
Przebędowo
Raduszyn
Rakownia
Starczanowo (Starendorf)<ref name="Forum" />
Trojanowo (Treuendorf)<ref name="Forum" />
Uchorowo (Ohrendorf)<ref name="Forum" />
Wojnowo
Wojnówko (Weiher)<ref name="Forum" />
Zielonka (Grüntal)<ref name="Forum" />
Złotoryjsko (Güldenring)<ref name="Forum" />

Städtepartnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 320.

Weblinks

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Fußnoten

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Powiat Poznański

Vorlage:Normdaten