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Mrocza

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Vorlage:Infobox Ort in Polen Mrocza [[[:Vorlage:IPA]]] (Vorlage:DeS Mrotschen, 1939–1942 Schönhausen, 1942–1945 Immenheim)<ref name="Amtsbezirk">Vgl. Weblink Amtsbezirk Immenheim-Land in Danzig-Westpreußen – Gemeindeumbenennungen.</ref> ist eine Stadt im Powiat Nakielski der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 9300 Einwohnern.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in der historischen Region Großpolen an der Rokitka, etwa zwölf Kilometer nördlich von Nakel und 31 Kilometer westnordwestlich von Bromberg.

Geschichte

Datei:Mrotschen 1914.jpg
Mrotschen an der Rokitka südöstlich des Großen Wieler Sees auf einer Landkarte von 1914
Datei:Mrocza market square11.jpg
Marktplatz
Datei:Mrocza church.jpg
Stadtkirche

In Urkunden wird der Ort, der bis 1392 ein Dorf war, im Jahr 1288 Mroscha und 1393 Mroscza genannt.<ref name="HW">Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 381.</ref>

Im Rahmen der Ersten Teilung Polens 1772 kam die Ortschaft zu Preußen. Sie gehörte von 1816 bis 1920 zum Landkreis Wirsitz im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen.

Die landwirtschaftlich geprägte Stadt hatte gegen Ende des ersten Quartals des 19. Jahrhunderts eine katholische Kirche, ein evangelisches Bethaus, eine Synagoge und ein königliches Domänenamt, 140 Wohnhäuser und rund sechshundert Einwohner.<ref name="ZN">Leopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III.. Band 2, Teil 1, Berlin 1828, S. 122, Nr. 4).</ref>

Nach dem Ersten Weltkrieg musste das Kreisgebiet aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden. Nach dem Überfall auf Polen 1939 wurde Mrotschen völkerrechtswidrig dem Deutschen Reich einverleibt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 kam der Ort wieder zu Polen. 1975–1998 gehörte die Stadt verwaltungstechnisch zur Woiwodschaft Bydgoszcz. Seither gehört es zur Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Bevölkerungsentwicklung bis 1922
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1788 Vorlage:0655 <ref name="HW" />
1802 Vorlage:0838 <ref name="AAMB5" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 336-343, Ziffer 454.</ref>
1816 Vorlage:0748 davon 346 Katholiken, 238 Evangelische und 164 Juden;<ref name="HW" /><ref name="AAMB3" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 222, Ziffer 2643.</ref> nach anderen Angaben 839 Einwohner davon 347 Evangelische, 359 Katholiken, 133 Juden<ref name="AAMB5" >Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 336-343, Ziffer 454.</ref>
1821 Vorlage:0964 in 112 Privatwohnhäusern<ref name="AAMB5" />
1837 Vorlage:0808 <ref name="HW" />
1843 1231 <ref name="HW" />
1858 1377 <ref name="HW" />
1861 1529 <ref name="HW" />
1867 1674 <ref name="StatBüro1871" />
1871 1640 davon 650 Evangelische, 730 Katholiken und 230 Juden (710 Polen);<ref>Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 158, Ziffer 2.</ref> nach anderen Angaben 1637 Einwohner (am 1. Dezember), davon 727 Evangelische, 697 Katholiken und 213 Juden<ref name="StatBüro1871">Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Teil IV: Die Provinz Posen, Berlin 1874, S. 158–159 (Digitalisat, S. 165-166).</ref>
1885 1809 davon 828 Evangelische, 817 Katholiken und 164 Juden<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1905 2427 davon 1008 Evangelische und 156 Juden<ref name="Meyers">Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 205.</ref>
1910 2537 <ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Gemeinde

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Mrocza gehören die Stadt und 15 Dörfer mit Schulzenämtern. Vorlage:Hauptartikel

Gemeindepartnerschaft

Partnergemeinde ist Lindern im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen.

Verkehr

Mrocza hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Oleśnica–Chojnice.

Persönlichkeiten

  • Hansjürgen Riedel (1907–1992), deutscher Jurist und Politiker, Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen

Literatur

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 381.

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Fußnoten

<references />

Vorlage:Normdaten