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Moving Coil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Der Moving Coil (engl. Bewegte Spule, Abk. MC) ist eine Bauform eines magnetischen Tonabnehmers für die Schallplattenwiedergabe, bei der die Spulen fest mit der Abtastnadel verbunden sind. Demgegenüber sind die Magneten im Tonabnehmergehäuse feststehend montiert.

Dadurch sind gegenüber den Moving-Magnet- oder Moving-Iron-Systemen die bewegten Massen reduziert, woraus sich ein dynamischeres Klangbild ergibt.

Funktion

Die Miniatur-Spule im Tonabnehmer erfährt beim Abspielen der Schallplatte eine Auslenkung, die der Bewegung der Nadel proportional ist. Nach dem Induktionsgesetz wird in der Spule eine Spannung induziert. Diese wird dann meistens außerhalb des Plattenspielers mit einem Entzerrer-Vorverstärker aufbereitet, so dass über eine Endstufe ein Lautsprecher angesteuert werden kann.

Ausgangsspannung

Die Spulen von Moving-Coil-Abtastsystemen enthalten nur eine geringe Anzahl von Windungen (20 bis hin zu 200 bei High-Output-Systemen). Dem Vorteil einer geringen bewegten Masse steht der Nachteil einer geringeren Ausgangsspannung entgegen. Je nach Modell stellen MC-Abtaster von 0,05 mV (Audio Note IO Gold, Ortofon MC-2000) bis 10 mV<ref>jeweils bei einer Abtastschnelle von 5 cm/s und einer Frequenz von 1 kHz</ref> (Ortofon S-15) bei Impedanzen zwischen 2 Ohm und 700 Ohm zur Verfügung, was tendenziell weniger als die 0,3 bis 15 mV von MM-Systemen sind.

Prinzipiell kann man jeden MC-Abtaster an einem MC-Eingang betreiben, MC-Abtaster mit höherer Ausgangsspannung sogar problemlos. Abtaster mit zu geringer Ausgangsspannung können

  • mit einem Step-Up-Transformer (1:5 oder 1:10)<ref>MC Step Up Transformer</ref> oder
  • mit einer zusätzlichen rauscharmen MM-Vorstufe (engl.: Head-Amp) betrieben werden. Hier ist von der kompakten Selbstbaulösung mit JFETs wie LSK170 oder BF862 bis hin zur audiophilen Vorstufe für den Preis eines Kleinwagens alles möglich.

Von letzterem profitieren auch MM-Abtaster (leichte Verbesserungen im Rauschabstand, höherer Pegel<ref>Schallplattenspieler am Phonoeingang sind bei so gut wie allen Verstärkern wesentlich leiser als CD-Spieler an Hochpegeleingängen, was spätestens beim Rückschalten auf CD auffällt</ref>, linearer Frequenzgang<ref>geringere kapazitive Belastung als ein typischer Phonoeingang mit 220–470 pF, verschiebt die Grenzfrequenz nach oben</ref>)

Anpasstransformator, Vorverstärker

Datei:Thorens TMC63-6230.jpg
Thorens TMC 63 Moving Coil Tonabnehmer mit Messprotokoll

Wegen des Eingangsspannungsbedarfs üblicher Phonoeingänge von Audioverstärkern und der nur sehr geringen Ausgangsspannung der MC-Abtastsysteme muss der Anpassvierpol, ganz gleich, ob es sich um einen (passiven) Transformator oder um einen (aktiven) Verstärker handelt, eine Erhöhung der Ausgangsspannung des Abtasters um etwa das 10- bis 20-Fache bewirken.

Die qualitativ hochwertigere Lösung ist der Aufwärtstransformator (step up transformer). Trotz seines aufwändigen Aufbaus (extrem geringer magnetischer Streufluss für hohes Verhältnis zwischen oberer und unterer Grenzfrequenz bei gegebenem Übersetzungsverhältnis) und seiner Empfindlichkeit gegen allgegenwärtige magnetische Fremdfelder (aufwändige magnetische Schirmung) ist er das rauschärmere und lineare Bauelement. Allerdings schlagen sich diese Relationen in einem hohen Preis nieder.

Vor-Vorverstärker bedürfen einer sorgfältigen Optimierung hin zu höchster Rauscharmut, hoher Linearität und Unempfindlichkeit gegen magnetische und elektrische Einstreuungen. Bei Einsatz von Elektronenröhren ist zudem die Auswahl von Röhrentypen mit außerordentlich geringer Mikrophonie zu beachten. Halbleiterschaltungen haben sich als die preiswerteste Alternative erwiesen, zudem mit qualitativ besseren Eigenschaften als ein teurerer Röhrenverstärker.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />