Mosambikanischer Film
Der Mosambikanische Film umfasst das nationale Filmschaffen Mosambiks.
Geschichte
Vorgeschichte
Parallel zur neueren Geschichte Mosambiks ist auch die Geschichte des mosambikanischen Kinos mit der portugiesischen Kolonialgeschichte und ihre Jahrhunderte alte Präsenz im Land verbunden. So tauchte Mosambik zunächst so gut wie gar nicht in der Filmgeschichte auf, bedingt durch die Repression der portugiesischen Kolonialverwaltung und der zunehmenden Zensur seit dem Militärputsch des General Gomes da Costa 1926 in Portugal. Beispielhaft für die Dominanz der offiziellen Propaganda im Portugiesischen Film der Zeit ist hier der Film Chaimite von Regisseur Jorge Brum do Canto zu nennen, der 1953 propagandistisch die Niederlage Gungunhanas gegen die portugiesischen Kolonialtruppen in Mosambik Ende des 19. Jahrhunderts darstellte.
In Mosambik entwickelte sich das Kino insgesamt langsamer als etwa im ebenfalls portugiesischen Angola, das insbesondere seit den 1940er Jahren ein stärkeres Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum erlebte, und wo es noch unter portugiesischer Kolonialverwaltung einheimische Filmproduktionen gab. Mit der Unabhängigkeit 1975 kehrte sich dies um, und Mosambik erlebte im Gegensatz zu Angola eine deutliche Hinwendung zum Film.
Seit der Unabhängigkeit 1975 bis zum Ende der Volksrepublik 1990
Eine der ersten Amtshandlungen der sozialistischen FRELIMO-Regierung unter Präsident Samora Machel nach der Unabhängigkeit des Landes 1975 war die Gründung des Nationalen Filminstituts Instituto Nacional de Cinema (INC).<ref>{{#switch:
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So folgte 1976 der aus Mosambik stammende Ruy Guerra, ein „Vater“ des neuen brasilianischen Films, dem Aufruf der revolutionären Regierung, in sein Heimatland zurückzukehren und sich am Aufbau einer nationalen Filmproduktion zu beteiligen.<ref>taz-Artikel "Filmarchiv in Mosambik"</ref> Berühmte Regisseure wie Jean-Luc Godard kamen ebenfalls zur Unterstützung nach Mosambik. Der Mosambikanische Bürgerkrieg brachte jedoch eine strengere Zensur hervor und der Tod Samora Machels 1986 führte zu einer sinkenden Bedeutung der Filmproduktion in Mosambik, da die Medienpolitik seiner Nachfolger ihren Schwerpunkt nun beim Fernsehen setzte.<ref>taz-Artikel "Filmarchiv in Mosambik"</ref> Ein großer Teil der frühen mosambikanischen Filmproduktion ist heute aufgrund des tropisch-feuchten Klimas und fehlender Mittel zur sachgerechten Lagerung von der Zersetzung bedroht.<ref>taz-Artikel "Filmarchiv in Mosambik"</ref>
Seit 1990
Ein Feuer 1991 im INC zerstörte einen Großteil des Filmarchivs und beendete endgültig die Arbeit des Filminstitutes Mosambiks. Der Staat stellte damit seine Unterstützung des Films in Mosambik praktisch ein.<ref name="mubi" />
Das Ende der Volksrepublik Mosambik 1990 und die danach geänderte Wirtschaftspolitik Mosambiks ermöglichten jedoch parallel das Aufkommen privater Produktionsfirmen. Ebano Multimedia war 1991 die erste private Filmproduktionsfirma, der sechs weitere folgten. In der Folge konnte sich Mosambik auch als Produktionsland für ausländische Filme etablieren. So wurden eine Reihe Produktionen des Portugiesischen Films hier gedreht, darunter der prämierte portugiesische Film Tabu – Eine Geschichte von Liebe und Schuld (2012) und verschiedene Filme José Carlos de Oliveiras. Insbesondere aber Filme wie Ali, die Filmbiografie des Muhammad Ali (mit Will Smith in der Hauptrolle), der deutsch-amerikanische Thriller Blood Diamond (2006), die internationale Verfilmung von Mia Coutos gleichnamigen Roman O Último Voo Do Flamingo (2010), oder auch Politthriller wie Die Dolmetscherin (2005) oder Catch a Fire (2006) wurden ganz oder teilweise in Mosambik gedreht und etablierten es als internationales Filmproduktionsland.<ref name="mubi" />
Die Geschichte des mosambikanischen Films, insbesondere seines engagierten Dokumentarfilms, erhält jedoch erst langsam die Aufmerksamkeit der Filmwissenschaft.<ref>Artikel vom 25. März 2009 zur Veröffentlichung der umfassenden Mosambik-Sondernummer der portugiesischen Filmzeitschrift docs.pt, Blog des Frankfurter TFM-Verlages, abgerufen am 26. Dezember 2014.</ref>
Filmfestivals
Zwischen 2006 und 2012 fand alljährlich das mosambikanische Filmfestival des Dokumentarfilms Dockanema in Maputo statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20141227031324
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Das Mussoril Film Festival in Maputo ist ein weiteres Filmfestival. Des Weiteren finden Filmzyklen, Retrospektiven und Filmschauen neuer Filme statt, etwa der 2014 erstmals ausgerichtete mosambikanische Kurzfilmzyklus KUGOMA,<ref>Website des KUGOMA, abgerufen am 13. April 2021</ref> die Festa do Cinema Português (portugiesische Filme), die durch mehrere Städte im Land geht, die 2014 zum zweiten Mal ausgerichtete Woche des Afrikanischen Films (2a Semana do Cinema Africano de Maputo),<ref>Seite zur 2a Semana do Cinema Africano de Maputo im mosambikanischen Kulturportal Moz´Art, abgerufen am 13. April 2021</ref> oder der Zyklus zu Filmen aus der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (Ciclo de Cinema da CPLP).<ref>Seite zum Ciclo de Cinema da CPLP im mosambikanischen Kulturportal Moz´Art, abgerufen am 13. April 2021</ref>
Auch das FESTin, das wandernde Festival für Filme aus dem portugiesischen Sprachraums, machte bereits in Mosambik Halt, so das FESTin 2023 und das FESTin 2024.
Institutionen
Nach dem Ende des INC (Instituto Nacional de Cinema) koordiniert heute das INAC (Instituto Nacional de Audiovisual e Cinema) in der Hauptstadt Maputo die offiziellen Filmaktivitäten.
Die 2003 gegründete Associação Moçambicana de Cineastas (AMOCINE) ist die Vereinigung der Regisseure Mosambiks. Sie fördert mit verschiedenen Initiativen die Filmkunst im Land. So konnte AMOCINE 2010 mit Unterstützung der französischen Entwicklungshilfe einen Filmförderungsfonds gründen. 70 % seiner Mittel gehen in die direkte Filmförderung mosambikanischer Produktionen, 20 % sind für die Unterstützung neuer, noch unerfahrener Filmschaffender im Land vorgesehen, und 10 % sind für den Vertrieb der Produktionen bestimmt.<ref name="Cinema">Artikel zu AMOCINE-Aktivitäten im mosambikanischen Filmblog Cinema Mocambique, abgerufen am 27. Dezember 2014.</ref>
Die Initiative ist auch ein Versuch, das Fehlen einer Vertriebsstruktur im Land etwas zu kompensieren. Bisher werden Filme überwiegend schlicht archiviert und sind nur teilweise und gelegentlich im Fernsehen, etwa der staatlichen TVM zu sehen, ohne dass hierfür Zahlungen entrichtet werden.<ref name="Cinema" />
Filmschaffende
Als bekanntester Regisseur im mosambikanischen Film dürfte der 1931 im heutigen Maputo geborene Ruy Guerra gelten. Nach Zwischenstation in Portugal begann er seine Karriere in Brasilien, im Cinema Novo der frühen 1950er Jahre. Dennoch war er es, der mit Mueda, Memoria e Massacre 1980 den ersten Spielfilm Mosambiks nach seiner Unabhängigkeit 1975 drehte.
Weitere bekannte Filmemacher Mosambiks sind Camilo de Sousa, Isabel Noronha, Sol de Carvalho, Pedro Pimenta, Chico Carneiro, Licínio de Azevedo, Victor Lopes und João Ribeiro.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Filme
→ Siehe auch: Liste mosambikanischer Filme
Bekannte mosambikanische Filme sind:
- O Gotejar da Luz (2002, Regie: Fernando Vendrell)
- Das schlafwandelnde Land (orig.: Terra Sonâmbula, 2007, Regie: Teresa Prata)
- O Último Voo do Flamingo (2010, Regie: João Ribeiro)
- Comboio de Sal e Açúcar (2016, Regie: Licínio Azevedo), der erste mosambikanische Vorschlag für die Oscar-Nominierung in der Kategorie bester internationaler Film
Siehe auch
Weblinks
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| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}Vorlage:Wikidata-Registrierung
- Liste Mosambikanischer Filme in der Internet Movie Database
- Mosambik in der Afrikafilm Datenbank
- Blog rund um Cinema em Moçambique (port.)
- Mozambique Cinema: A Snapshot, 4-minütiger Überblick über den mosambikanischen Film heute, mit drei Regisseuren des Landes und einem Kommentar Volker Schlöndorffs, Mitschnitt auf YouTube
Literatur
- {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
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- docs.pt Nr.7: Moçambique. Sondernummer vom Oktober 2008 der portugiesischen Filmzeitschrift (mit Filmografie Mosambiks 1941–2007 und einem Interview mit Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1978, als er Lehrer am INC in Mosambik war)
Einzelnachweise
<references />
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- Film in Mosambik
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