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Mohnöl

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Mohnöl
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Mohnsamen
Weiße Mohnsamen
Andere Namen
Rohstoffpflanze(n) Schlafmohn (Papaver somniferum)
Herkunft Samen
Farbe
  • blass- bis hellgelb
  • hell- bis goldgelb (heißgepresst)
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
Fettsäuren in den Fetten
Ölsäure 10,5–36,8 %<ref name="Jeno">Jenő Bernáth: Poppy: The Genus Papaver. Harwood Academic, 1998, ISBN 90-5702-271-0, S. 384.</ref>
Linolsäure 41–75 %<ref name="Jeno" />
Linolensäure < 1 % bis 9,4 %<ref name="Jeno" /><ref>Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen: Pflanzenölbetriebene Blockheizkraftwerke. Teil 1, 2002, S. 7, online (PDF; 2,12 MB), lfu.bayern.de, abgerufen am 30. April 2017.</ref>
Palmitinsäure 7,8–21,5 %<ref name="Jeno" />
Stearinsäure 1,4–10,9 %<ref name="Jeno" />
Eigenschaften
Dichte 0,923–0,926 kg/l bei 15 °C<ref>Ullmann's encyclopedia of industrial chemistry. Vol. A 10: Fats and oils, VCH, Weinheim 1995.</ref>
Viskosität <math>\eta</math> = 63 mPA·s<ref name="Alain">Alain Karleskind: Manuel des corps gras. 2. Volumes, AFCEG, TEC DOC, Paris 1992, ISBN 978-2-85206-662-5.</ref>
Oxidationsstabilität 5,5 h<ref>B. Bozan, F. Temelli: Chemical composition and oxidative stability of flax, safflower and poppy seed and seed oils. In: Bioresource Technology. Volume 99, Issue 14, 2008, S. 6354–6359, doi:10.1016/j.biortech.2007.12.009.</ref>
Schmelzpunkt −17 °C<ref name="Salun">D. K. Salunkhe: World Oilseeds. Van Nostrand Reinhold, 1992, ISBN 0-442-00112-6, S. 455.</ref>
Flammpunkt 255 °C<ref>M. A. Rakusin: Die Untersuchung des Erdöles und seiner Produkte. Vieweg, 1906, Let Me Print 2013, ISBN 978-5-87762-073-5 (Reprint), S. 152.</ref>
Iodzahl 128–146<ref name="Alain" /><ref name="Salun" />
Verseifungszahl 188–196<ref name="Alain" />
Brennwert 39,6 MJ/kg<ref>Ayhan Demirbas: Biodiesel. Springer, 2008, ISBN 978-1-84628-995-8, S. 78.</ref>
Cetanzahl 36,7<ref>Forest Gregg: SVO. New Society, 2008, ISBN 978-0-86571-612-4, S. 47.</ref>
Herstellung und Verbrauch
Wichtigste Produktionsländer Tschechien, Türkei, Spanien, Ungarn<ref>FAO Statistik 2014.</ref>
Verwendung Speiseöl, Kosmetik, Technik

Datei:Papaversomniferum.jpg
Schlafmohn (Papaver somniferum)

Mohnöl, auch Mohnsamenöl, ist ein Pflanzenöl das aus den kleinen Samen des Schlafmohns gewonnen wird. Die europäischen Sorten werden aus blauen oder grauen Samen gewonnen. Die anderen Sorten stammen von weißen, braunen oder schwarzen Samen.<ref name="Abd" /> Das Öl wird überwiegend durch Kaltpressung gewonnen.

Es ist farblos bis blassgelb (weißes Mohnöl), beinahe geruchlos mit angenehmem Geschmack. Heißgepresstes Öl ist goldgelb (rotes Mohnöl).<ref name="Abd">Emil Abderhalden (Hrsg.): Biochemisches Handlexikon. 3. Band, Springer, Berlin 1911, ISBN 978-3-642-51194-3, S. 29.</ref>

Auch von Klatschmohnsamen kann ein Öl gewonnen werden, welches ähnliche Eigenschaften aufweist.<ref>W. Awe, G. Kunert: Das Öl der Klatschmohnsamen (Papaver Rhoeas) im Vergleich mit dem Schlafmohnöl (Papaver somniferum). In. Fette Seifen. 52(5), 1950, S. 268–273. doi:10.1002/lipi.19500520503.</ref>

Die Ausbeute beträgt zwischen 30 und 40 Prozent. Das Öl wird auch in relativ geringen Mengen in Österreich, dort vor allem im Waldviertel, produziert und ist ein relativ teures, wiederentdecktes Nischenprodukt. In Frankreich wird es „huile blanche“, weißes Öl genannt, im englischen heißt es „poppy seed oil“.<ref>Dole Food Company: Encyclopedia of Foods. Academic Press, 2002, ISBN 978-0-12-219803-8, S. 398.</ref>

Der Mohnanbau im Waldviertel hat eine lange Tradition, die bis in das Mittelalter zurückreicht. Damals kultivierten Mönche Mohn zur Herstellung von Medikamenten gegen Schmerzen und Schlaflosigkeit und nutzten das Mohnöl als Lampenöl. Weiterhin wurde Mohnöl verwendet, um Ölpapier herzustellen.

Das Öl zählt zu den halb-trocknenden Ölen und ist daher langsamer trocknend als das Leinöl, es eignet sich deshalb bedingt auch als Grundstoff zur Herstellung von Malerfarben für die Ölmalerei.

Die Triglyceride im Öl der Mohnsamen weisen einen besonders hohen Anteil an dem Omega-6-Fettsäure-Rest auf, der sich von der Linolsäure ableitet.<ref>Sabine Krist u. a.: Analysis of Volatile Compounds and Triglycerides of Seed Oils Extracted from Different Poppy Varieties (Papaver somniferum L.). In: J. Agric. Food Chem. 53(21), 2005, S. 8310–8316, doi:10.1021/jf0580869.</ref> Wegen seines intensiven nussigen Eigengeschmacks wird es heute als Speiseöl hauptsächlich für Salate und Kaltgerichte verwendet. Da es nicht über 170 Grad erhitzt werden soll, ist es zum Braten und Backen nur bedingt geeignet.

Weiterhin findet Mohnöl Verwendung in Medizinprodukten und Kosmetika.

Einzelnachweise

<references />