Mivacurium
Mivacurium (Handelsnamen Mivacron (EU, CH), Hersteller: GlaxoSmithKline) ist ein Arzneistoff, der als erstes kurzwirksames nichtdepolarisierendes Muskelrelaxans aus der Gruppe der Benzylisochinoline 1992 eingeführt wurde. Es existieren drei Isomere (Zusammensetzung ca. 60 % trans-trans, 35 % cis-trans, 5 % cis-cis), wobei die cis-cis-Form nur etwa ein Zehntel der Wirkung aufweist.
Nach Gabe einer üblichen Intubationsdosis (etwa 0,2 bis 0,25 mg pro kg Körpergewicht)<ref>Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (1. Auflage 1986) 5. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 38.</ref> beträgt die Anschlagszeit etwa drei bis fünf Minuten, die Wirkdauer 15 bis 25 Minuten.<ref>Nach Gabe von 2xED95, nach Heck/Fresenius 2007.</ref> Es kann zur Freisetzung von Histamin kommen, wodurch Hautrötungen, Tachykardie, Hypotonie, Bronchospasmus und Urtikaria ausgelöst werden können. Die Anwendung ist bei Säuglingen unter zwei Monaten, Personen mit Pseudocholinesterasemangel und (relativ) bei Asthmatikern kontraindiziert.
Der Abbau erfolgt (wie bei Succinylcholin) im Plasma durch die Pseudocholinesterase. Bei angeborenem oder erworbenem Mangel an diesem Enzym kann die Wirkdauer (bis zu mehreren Stunden) verlängert sein.<ref>DGAI/BDA: Zum Vorgehen bei prolongierter Apnoe nach Succinylcholin und Mivacurium. Anästh. Intensivmed. 39 (1998) 413–414.</ref> Mivacurium wird in drei Metabolite umgesetzt (quartärer Aminoalkohol, quartärer Monoester, Dicarbonsäure).
Literatur
- Heck, Fresenius: Repetitorium Anästhesiologie. Springer, Berlin; 5. Auflage 2007. ISBN 978-3-540-46575-1.
Weblinks
- C. Diefenbach, H. Mellinghoff: Die klinische Pharmakologie von Mivacurium. In: Der Anaesthesist. Band 46, 1997, S. 385–388.
Anmerkungen
<references />