Mittelmeer-Günsel
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| Mittelmeer-Günsel | ||||||||||||
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| Datei:Ajuga iva Dingli Cliffs Malta 01 06 2010 01.jpg
Ajuga iva var. iva | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Ajuga iva | ||||||||||||
| (L.) Schreb. |
Der Mittelmeer-Günsel oder Moschus-Günsel (Ajuga iva) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Günsel (Ajuga) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Mittelmeer-Günsel ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Sie bildet mit mehreren Stängeln Rasen. Die Sprossachsen sind 5 bis 20 Zentimeter hoch, meist stark verzweigt und am Grund verholzt.<ref name="FloraIberica2010" /> Die Pflanzenteile sind zottig oder zottig-wollig behaart.
Die sitzenden, flaumig behaarten Laubblätter sind bei einer Länge von 14 bis 35, selten bis zu 40 Millimetern<ref name="FloraIberica2010" /> sowie einer Breite von meist 3 bis 6 (1,5 bis 8) Millimetern<ref name="FloraIberica2010" /> linealisch bis linealisch-länglich und ganzrandig oder mit zwei bis sechs kurzen Lappen versehen.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht auf der Iberischen Halbinsel von April bis Oktober.<ref name="FloraIberica2010" /> Die Tragblätter ähneln den Laubblättern und ragen über die Blüten hinaus.<ref name="FloraIberica2010" /> Pro Knoten befinden sich ein oder zwei,<ref name="FloraIberica2010" /> selten bis zu vier Blüten.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der radiärsymmetrische, flaumig behaarte Kelch ist 3,5 bis 4,5, selten bis zu 7 Millimeter lang<ref name="FloraIberica2010" /> und die Kelchzähne sind mit einer Länge von 1,5 bis 2 Millimetern<ref name="FloraIberica2010" /> genauso lang oder kürzer als die Kelchröhre und dreieckig oder lanzettlich.<ref name="FloraIberica2010" /> Die weiße, purpur-, rosa-, cremefarbene oder gelbe Krone ist 12 bis 24 Millimeter lang.<ref name="FloraIberica2010" /> Die Kronröhre steht über den Kelch hinaus, die Oberlippe ist nicht geteilt. Die purpurfarbenen Staubbeutel ragen über die Krone hinaus, die Staubfäden sind behaart.<ref name="FloraIberica2010" />
Die Klausen sind 2,5 bis 3 Millimeter lang.<ref name="FloraIberica2010" />
Chromosomensatz
Der Mittelmeer-Günsel ist dekaploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 80<ref name="Kriemadi" /> oder etwa 86.<ref name="FloraIberica2010" />
Vorkommen
Der Mittelmeer-Günsel ist in Makaronesien und im Mittelmeerraum verbreitet.<ref name="POWO" /> Er kommt in Südwesteuropa in Portugal, Spanien, Balearische Inseln, Frankreich, Korsika und Sardinien, in Südosteuropa in Italien, Sizilien, im ehemaligen Jugoslawien, Griechenland und Kreta, in Makaronesien auf den Kapverdischen Inseln Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal und Santiago<ref name="Som" />, auf allen<ref name="Som" /> Kanarischen Inseln sowie auf der Insel Porto Santo<ref name="Som" /> im Madeira-Archipel, in Nordafrika in der West-Sahara, in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten und in Westasien auf den ostägäischen Inseln, Anatolien, Zypern, in der Region Palästina und auf der Sinai-Halbinsel vor.<ref name="MCh" /><ref name="POWO" /> Verschleppte Vorkommen gibt es in Südaustralien.<ref name="POWO" />
Systematik
Der Mittelmeer-Günsel oder Bisamgamander wurde im Mittelalter lateinisch Iva muscata und Iva moschata genannt.<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 144.</ref>
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Basionym Teucrium iva <templatestyles src="Person/styles.css" />L. durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 563.<ref name="SpPl" /> Die Neukombination zu Ajuga iva <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Schreb. wurde 1773 durch Johann Christian Daniel von Schreber in Plantarum Verticillatarum Unilabiatarum Genera et Species, Seite 25 veröffentlicht.<ref name="Schreber" />
Je nach Autor gibt es etwa zwei<ref name="FloraIberica2010" /> oder keine<ref name="FloraIberica2010" /> Varietäten:
- Ajuga iva <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Schreb. var. iva: Diese Varietät hat rote oder rosafarbene Blüten und eine lockere Behaarung.<ref name="FloraIberica2010" /> Sie kommt fast im ganzen Mittelmeerraum vor.
- Ajuga iva var. pseudoiva <templatestyles src="Person/styles.css" />(Labill. & Castagne ex DC.) Steud., Syn.: Ajuga pseudoiva <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Ajuga iva subsp. pseudoiva <templatestyles src="Person/styles.css" />(Labill. & Castagne ex DC.) Briq.: Diese Varietät hat gelbe Blüten und eine dichtere Behaarung.<ref name="FloraIberica2010" /> Sie kommt in Makaronesien,<ref name="Som" /> im westlichen Mittelmeerraum und auf Zypern<ref name="MCh" /> vor.
Literatur
- P. W. Ball: Ajuga. In:
Einzelnachweise
<references> <ref name="POWO"> Ajuga iva. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraIberica2010"> F. Llamas: Ajuga. In: Santiago Castroviejo, Ramón Morales, Alejandro Quintanar, Francisco José Cabezas, Antonio José Pujadas, Santos Cirujano (Hrsg.): Flora Ibérica. Plantas Vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Volume XII: Verbenaceae - Labiatae - Callitrichaceae. Real Jardín Botánico, CSIC, Madrid 2010, ISBN 978-84-00-09041-8, S. 168–169 (floraiberica.es [PDF]). </ref> <ref name="Kriemadi"> Eleni Kriemadi, Pepy Bareka, Georgia Kamari: Mediterranean chromosome number reports 12 (1278--1283). In: Flora Mediterranea. Band 12, 2002, S. 444–450, PDF-Datei. </ref> <ref name="MCh">, online. </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 563, Digitalisat. </ref> <ref name="Schreber"> Johann Christian Daniel Schreber, Johann David Schöpf: Plantae verticillatae unilabiatae. Walther, Erlangen 1773, S. 25, Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Som"> Alfred Hansen, Per Sunding: Flora of Macaronesia. Checklist of vascular plants. In: Sommerfeltia. 4. Auflage. Band 17, 1993, S. 136–137. </ref> </references>
Weblinks
- Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt bei Mittelmeer- und Alpenflora.