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Mitella

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Mitella
Datei:Mitella caulescens 11381.JPG

Rauhaarige Bischofskappe (Mitella caulescens)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Mitella
Wissenschaftlicher Name
Mitella
L.

Mitella, auch manchmal Bischofskappen<ref name="Zander2008" /><ref name="ExFvD" /> genannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Sie besitzt ein disjunktes Areal auf der Nordhalbkugel: hauptsächlich in Japan, aber auch in China, Taiwan, Korea, Mongolei, Russland und Nordamerika.

Beschreibung

Datei:Mitella caulescens 10414.JPG
Trichome auf der Blattoberfläche von Mitella caulescens
Datei:Mitella caulescens 0975.JPG
Ausschnitt aus einem Blütenstand von Mitella caulescens mit gestielten, fünfzähligen Blüten, deutlich zu sehen sind die fünf fiederteiligen Kronblätter und die zwei Griffel.
Datei:Mitella diphylla drawing.png
Illustration von Mitella diphylla

Vegetative Merkmale

Mitella-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen und erreichen je nach Art Wuchshöhen von meist 6 bis 55 (2 bis 65) cm. Sie bilden kriechende, kurze Rhizome als Überdauerungsorgane und es können Stolonen vorhanden sein. Die unterirdischen Teile der Stängel besitzen meist haltbare, schuppenförmige Blattbasen. Die gestreckten bis aufrechten, kaum bis intensiv drüsig behaarten Stängel besitzen keine oder wenige (ein bis drei) wechsel- oder gegenständige Laubblätter. Die meisten Laubblätter stehen in einer grundständigen Blattrosette zusammen und sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die kaum bis intensiv drüsig behaarten Blattstiele sind meist relativ lang. Die einfachen, fiedernervigen Blattspreiten sind ei-, herz- oder nierenförmig mit herzförmiger bis stumpfer Basis und meist schwach gelappt. Der Blattrand ist gekerbt bis gezähnt. Die Blattoberfläche ist je nach Art glatt bis unterschiedlich stark drüsig behaart. Die Nebenblätter sind trockenhäutig.

Generative Merkmale

In einem gestreckten, traubigen Blütenstand stehen über schuppenförmigen Tragblättern an Blütenstielen 2 bis 60 Blüten; selten stehen die Blüten einzeln. Die relativ kleinen Blüten sind zwittrig und fünfzählig mit doppelten Perianth. Die grünen, weißen, grünlich-weißen oder grünlich-gelben Blütenbecher (Hypanthium) sind mehr oder weniger auf voller Länge mit dem Fruchtknoten verwachsen; der freie Bereich ist höchstens 1,5 mm lang. Die fünf Kelchblätter sind weiß, grünlich-weiß, grünlich-gelb und manchmal purpurfarben getönt. Die fünf weißen, grünlichen, grünlich-weiß, grünlich-gelben, weißlich-grünen und manchmal rosa- oder purpurfarben getönt Kronblätter sind schlank genagelt und meist fiederteilig, selten ungelappt. Manchmal fehlen Kronblätter. Es sind ein oder zwei Kreise mit je fünf Staubblättern vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem fast oberständigen bis fast unterständigen, einkammerigen Fruchtknoten auf mehr oder weniger der ganzen Länge verwachsen. In zwei parietalen Plazenten liegen die Samenanlagen. Die zwei Griffel enden jeweils in einer Narbe. Die Blütezeit reicht von Juli bis August.

Die zweischnabeligen Kapselfrüchte enthalten vier bis viele Samen. Die Kapselfrüchte öffnen sich zwischen den beiden kurzen Fruchtschnäbeln, die Reste der Griffel darstellen. Die rötlich-purpurfarbenen bis dunkelbraunen oder schwärzlichen, glänzenden Samen sind eiförmig bis schmal ellipsoid, 1 bis 1,4 mm lang und fast glatten oder narbig (tuberculat).

Die Chromosomengrundzahl beträgt n = 7.

Datei:Mitella breweri 1317.JPG
Habitus, Laubblatt und Blütenstand von Mitella breweri
Datei:Mitellapentandra.jpg
Ausschnitt aus einem Blütenstand von Mitella pentandra, deutlich zu sehen sind die nur fünf Staubblätter

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Mitella besitzt ein disjunktes Areal hauptsächlich in Japan, aber auch in China (zwei Arten), Taiwan, Korea, Mongolei, Russland und Nordamerika (neun Arten).

Die Gattung Mitella wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 406<ref>Carl von Linné: Species Plantarum, 1, 1753, S. 406 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> aufgestellt. Typusart ist Mitella diphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />L.

Der Gattungsname Mitella leitet sich vom lateinischen Wort mitra für Turban oder Kopfbekleidung und der Verkleinerungsform -ella ab und bezieht sich auf die bischofskappenförmige Frucht.

Synonyme für Mitella <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Drummondia <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Mitellastra <templatestyles src="Person/styles.css" />Howell, Mitellopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />Meisn., Ozomelis <templatestyles src="Person/styles.css" />Raf., Pectiantia <templatestyles src="Person/styles.css" />Raf.<ref name="GRIN" />

In dem hier dargestellten Umfang ist die Gattung Mitella polyphyletisch (D. E. Soltis et al. 1990, Soltis & R. K. Kuzoff 1995). Die letzten molekulargenetischen Untersuchungen ergaben, dass sich drei Kladen klar abzeichnen, was wohl zukünftig dazu führt, dass in drei Gattungen aufgeteilt wird. Es ist aber eine gültige Veröffentlichung abzuwarten. Conimitella williamsii <templatestyles src="Person/styles.css" />(D.C.Eaton) Rydb. ist aber schon als einzige Art einer reaktivierten Gattung ausgegliedert.

Die Gattung Mitella enthält etwa 20 Arten<ref name="TSS" />:

Nutzung

Über eine Nutzung durch den Menschen ist wenig bekannt. Die winterharten Arten eignen sich als Zierpflanzen in den Gemäßigten Gebieten.

Bei Mitella diphylla wurden die medizinischen Wirkungen untersucht.<ref name="FoNAdiphylla" /><ref name="PFAF" />

Homonym des Gattungsnamens

Es gab auch die Tiergattung Mitella, siehe Pollicipes pollicipes Gmelin 1789, Syn.: Mitella pollicipes Gmelin 1789, eine Entenmuschel aus der Klasse der Rankenfußkrebse.

Quellen

  • Douglas E. Soltis & Craig C. Freeman: Mitella, S. 108 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 8 – Paeoniaceae to Ericaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2009. ISBN 978-0-19-534026-6 (Abschnitte Beschreibung, Systematik, Verbreitung und Nutzung)
  • Pan Jintang & Douglas E. Soltis: Mitella, S. 345 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi & Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 8 – Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2002. ISBN 0-915279-93-2

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="TSS"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eintrag bei The Saxifrage Society. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 5. November 2005 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saxifraga.org</ref> <ref name="PFAF"> Mitella diphylla bei Plants for A Future. </ref> <ref name="FoNAdiphylla"> Mitella diphylla bei Flora of North America. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7 </ref> <ref name="ExFvD"> </ref> <ref name="IPNI"> The International Plant Names Index. [1]</ref> </references>

Weblinks

Commons: Mitella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien