Minol Messtechnik W. Lehmann
| Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG
| |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Minol-Logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1948 |
| Sitz | Leinfelden-Echterdingen |
| Leitung | Alexander Lehmann, Ralf Görner, Adriana Lehr |
| Mitarbeiterzahl | 750 |
| Branche | Abrechnungsdienstleister und Messgerätehersteller |
| Website | www.minol.de |
Die Unternehmensgruppe Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen und Produktionsstätten in Mulda/Sachsen und in Shanghai ist ein familiengeführter, internationaler Dienstleister für verbrauchsabhängige Energiekostenabrechnungen sowie ein Messgerätehersteller für die Immobilienwirtschaft und private Gebäudeeigentümer, der unter dem Markennamen Brunata Minol auftritt.<ref>Marken – Registerauskunft 302018110521. In: Deutsches Patent- und Markenamt. 12. Mai 2021, abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref><ref name=":3" /> Seit dem Zusammenschluss mit Zenner International agieren die Gesellschaften unter dem Namen Minol-Zenner-Gruppe.
Geschichte
Gründung und Anfänge
Vorgängerin der Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG war die Minol Mineralölimport Stuttgart Werner Lehmann, gegründet 1948.<ref name=":0">Rüdiger Ott: Made auf den Fildern: Die Zukunft liegt im vernetzten Haus. In: Stuttgarter Zeitung. 10. Januar 2018, abgerufen am 16. Dezember 2023.</ref> 1952 wurde als Lizenznehmerin der dänischen Brunata die Brunata Wärmemesser in Stuttgart gegründet,<ref name=":0" /><ref name=":1">Minol vernetzt mehr Heizungen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Juli 2018.</ref> die anfangs in Südwestdeutschland im Bereich Heizkostenabrechnung tätig war.<ref>Jürgen Gaulke: Lieber zurück zum eigenen Ofen. In: Die Zeit. 26. Mai 1989.</ref>
1974 wurde das Kerngeschäft der Abrechnungsdienstleistung um die Produktion und Entwicklung von Wasserzählern erweitert. 1983 folgte die Entwicklung des Heizkostenverteilers Minotherm II und der ersten Generation von Wärmezählern, und das Unternehmen begann mit dem Aufbau der deutschlandweiten Verbrauchsabrechnung. Ab 1991 wurden Wasserzähler in Mulda/Sa. produziert,<ref name=":2">Wieland Josch: Zähler ablesen war gestern. In: Freie Presse. 21. September 2017.</ref> zeitgleich begann die Entwicklung einer ersten Serie elektronischer Funk-Heizkostenverteiler. Ab 1994 entwickelte und produzierte das Unternehmen elektronische Wärmezähler. Nachdem Minol Messtechnik und Minol Brunata 1995 zusammengelegt wurden,<ref>Minol-Brunata / Auslandsgeschäft weiter vorangetrieben – Umsatzwachstum erwartet. Neue Funktechnik soll auch Altkunden verführen. In: Handelsblatt. 20. März 1997.</ref> trat das Unternehmen bundesweit mit dem Namen Minol Messtechnik auf, nur im Südwesten Deutschlands wurde weiterhin der traditionelle Markenname Brunata verwendet.
Internationale Expansion und Gründung der Minol-Zenner-Gruppe
Unter dem Namen Minol MTR beteiligte sich das Unternehmen ab 1999 an den US-Firmen MTR Utilities und MTR National.<ref>Minol Meßtechnik beteiligt sich in USA. In: Stuttgarter Zeitung. 8. Juli 1999.</ref> 2001 begann der Qualitätssicherungsprozess mit Zertifizierung der Abrechnungsdienstleistung nach DIN EN ISO 9001:2000. Im August 2004 übernahm die Tochtergesellschaft Minol USA das Abrechnungsunternehmen U.S. Water Works in Boston,<ref name=":6">Björn Godenrath: Börsenaspirant Ista grenzt sich von Techem ab. In: Börsen-Zeitung. 8. Juli 2005.</ref><ref name=":7">Minol jetzt Nummer drei in den USA. In: Stuttgarter Nachrichten. 6. Juli 2005.</ref> gefolgt von der Akquisition von Master Tek in Colorado im Folgejahr, wodurch Minol Messtechnik zum drittgrößten Abrechnungsdienstleister für Wohnungen auf dem amerikanischen Markt wurde.<ref name=":6" /><ref name=":7" />
Mit der Übernahme von Zenner International durch die Minol Messtechnik gründete sich 2005 die Minol-Zenner-Gruppe.<ref>Minol übernimmt Zenner-Gruppe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. November 2005.</ref> In den folgenden Jahren expandierte das Unternehmen weiter, so übernahm es 2006 die polnische Skibatron Polska<ref>Corinna Wnuck: Minol Messtechnik erwirbt Skibatron Polska sp. z o.o. In: Finance. 17. März 2006, abgerufen am 16. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und 2007 die Minol Australia, ein Tochterunternehmen der Firma Multibill in Brisbane.<ref name=":3">Minol expandiert in Australien. In: Stuttgarter Nachrichten. 12. April 2007.</ref> Damit war die Minol-Zenner-Gruppe 2007 mit 1.600 Mitarbeitern in 60 Ländern vertreten.<ref name=":3" />
Im Juli 2018 übernahm die Minol-Zenner-Gruppe den historischen Namensgeber, die dänische Brunata International, und bietet seitdem Submetering-Dienstleistungen europaweit an.<ref name=":1" /><ref>Minol-Zenner-Gruppe übernimmt dänische Brunata. In: Zeitung für kommunale Wirtschaft. 13. Juli 2018, abgerufen am 16. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
2019 beteiligte sich die Minol-Zenner-Gruppe an dem Photovoltaikanlagenanbieter Einhundert Energie.<ref>Manuel Heckel: Einhundert Energie: Mieterstrom-Start-up lädt die Akkus auf. In: Wirtschaftswoche. 29. Oktober 2019.</ref> Ende 2019 begann eine Kooperation in dem Geschäftsbereich der Elektromobilität mit dem Unternehmen GP Joule Connect, die über den Kauf von Unternehmensanteilen im Dezember 2020 ausgeweitet wurde.<ref name=":8">Minol-Zenner erwirbt Anteile an der GP Joule Holding. In: Insel-Bote. 29. Dezember 2020.</ref> Um den Einstieg in den Bereich der erneuerbaren Energien zu vollziehen, beteiligte sich die Gruppe im Jahr 2020 mit 25,1 % an der GP Joule in Reußenköge, Schleswig-Holstein. 2023 folgte eine Beteiligung von 20 % an der Ten31-Bank in Ottobrunn bei München.<ref>Ulrich Schreyer: Gas- und Wasserkontrolle: Minol Brunata: Weltunternehmen im Heizkostenabrechnen. In: Stuttgarter Zeitung. 17. Januar 2024, abgerufen am 30. Januar 2024.</ref>
Unternehmensstruktur
Seit der Übernahme von Zenner International im Jahr 2005 agiert die Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG als Minol-Zenner-Gruppe. Die Leitung obliegt Alexander Lehmann, Adriana Lehr und Ralf Görner.<ref name=":9">Brunata Minol: Das Unternehmen. In: Minol. Abgerufen am 17. Dezember 2023.</ref> Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart und betreibt Produktionsstätten in Mulda, Sachsen sowie in Shanghai, China.<ref name=":4">Eine ungewöhnliche Partnerschaft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. November 2010, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 16. Dezember 2023]).</ref><ref>Heinz Simon: Marke Minol gibt es nicht nur in Ostdeutschland. In: Ostthüringer Zeitung. 26. April 2004.</ref>
Am Standort in Mulda findet die Abrechnung, das Zählermanagement, Vertriebssupport, Vertragsmanagement, Kundenbetreuung und der unternehmensweite IT-Support statt.<ref name=":2" />
Bundesweit gibt es 20 Niederlassungen mit über 900 Servicestationen.<ref name=":2" /> Die Gesellschaft beschäftigt 750 Mitarbeiter in Deutschland und 4.250 weltweit im Rahmen der Minol-Zenner-Gruppe.<ref name=":9" />
Produkte und Dienstleistungen
Der Dienstleistungsbereich beschäftigt sich primär mit der wohnungsweisen verbrauchsabhängigen Abrechnung von Heiz- und Betriebskosten.<ref name=":2" /> Zudem bietet das Unternehmen einen Rauchwarnmelderservice, Legionellenprüfung und die Erstellung von Energieausweisen an.<ref name=":2" /> Ferner entwickelt und vertreibt die Minol-Zenner-Gruppe Technologien des Internets der Dinge.<ref name=":8" />
Der Produktions- und Entwicklungsbereich beschäftigt sich seit 2007 gemeinsam mit der Zenner International am Standort Mulda mit Wärme-, Kälte- und Wasserzählern sowie spezialisierter Software für diese Bereiche.<ref name=":2" /><ref name=":5">Digitalisierung der Ablesung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. März 2018.</ref> Daneben stellt das Unternehmen elektronische Funk- und Heizkostenverteiler sowie Rauchwarnmelder her.<ref>Geräte. In: Minol. Abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> Über die Firma Einhundert Energie finanziert, installiert und vertreibt das Unternehmen Photovoltaikanlagen und die entsprechende Zählertechnik für Strom und Wasser sowie für Wärmepumpen.<ref>Tobias Wolff: Kölns größtes Mieterstromprojekt. In: Kölnische Rundschau. 11. Oktober 2023.</ref> Zudem besteht eine Kooperation mit GP Joule Connect im Bereich der Elektromobilität und die Unternehmen bieten Beratung, die technische und organisatorische Planung sowie die Installation von Ladesäulen und Wallboxen an.<ref>Neuer Schwung für die Elektromobilität. In: Schweriner Volkszeitung. 14. Januar 2022.</ref>
Die digitale Messtechnik und das Abrechnungssystem ermöglichen eine rechtskonforme Heizkostenabrechnung gemäß der Verordnung über Heizkostenabrechnung.<ref>Frank Nestler: Vermieter setzt auf weiteren Dienstleister. In: Freie Presse. 24. Januar 2023.</ref>
Kartellrechtliche Aspekte des Submetering-Geschäfts
Im Mai 2017 veröffentlichte das Bundeskartellamt eine „Sektoruntersuchung bei Ablesediensten von Heiz- und Wasserkosten“ mit dem Ergebnis, dass im Markt der Ablesedienste für Heiz- und Wasserkosten erhebliche Anhaltspunkte für das Vorliegen eines wettbewerbslosen Oligopols vorliegen, dem zumindest die beiden Marktführer Techem und Ista International, möglicherweise aber auch Minol Messtechnik W. Lehmann, Kalorimeta und Brunata-Metrona angehören. So beherrschten wenige große Unternehmen den Markt für Ablesedienste von Heiz- und Wasserkosten (auf die beiden größten Anbieter Techem und Ista entfallen zusammen 50 % Marktanteil, die größten fünf Anbieter kommen zusammen auf 70 %).<ref name="kartellamt-presse">Pressemitteilung: Sektoruntersuchung bei Ablesediensten von Heiz – und Wasserkosten. (PDF) Bundeskartellamt, 4. Mai 2017, abgerufen am 4. Januar 2018.</ref><ref name="kartellamt-bericht">Sektoruntersuchung Submetering – Darstellung und Analyse der Wettbewerbsverhältnisse bei Ablesediensten für Heiz- und Wasserkosten. (PDF) Bundeskartellamt, 4. Mai 2017, abgerufen am 23. Februar 2020.</ref><ref>Stefan Buchen: Kartell: Wie sich Ablesedienste an Mietern bereichern. Norddeutscher Rundfunk – Anstalt des öffentlichen Rechts, 10. Juli 2019, abgerufen am 23. Februar 2020.</ref>
Kritikpunkte des Bundeskartellamts
Hauptkritikpunkte äußerte das Bundeskartellamt sowohl an Strukturmerkmalen als auch an bestimmten Verhaltensweisen der Submetering-Anbieter, die „dem Kunden einen Anbieterwechsel erschweren und damit geeignet sind, den Wettbewerb zwischen den Submetering-Anbietern zu begrenzen“.<ref name="kartellamt-presse" /><ref name="kartellamt-bericht" /> Darunter fiel insbesondere die fehlende Verwendung eines offenen technischen Standards, sodass jeder Anbieter bei einem Dienstleisterwechsel die Zähler auslesen könnte; bemängelt wurden auch die uneinheitlichen Eichfristen sowie die fehlende Preistransparenz im Rahmen der Nebenkostenabrechnung für den Mieter.<ref>Michael Fabricius: Ablesen und kassieren. In: Welt am Sonntag. 30. Juli 2017.</ref> Ein weiterer Kritikpunkt war das Dreiecksvertragsverhältnis zwischen Ablesefirma, Mieter und Vermieter, weil die Kosten für das Ablesen vom Mieter getragen werden, die Auswahl und die Beauftragung des Ablesedienstes aber der Vermieter trifft. Dadurch bestehe wenig Anreiz für den Vermieter, einen möglichst günstigen Anbieter für den Mieter zu finden.<ref>Christian Wölbert, Carsten Hoefer: Die Macht der Ablesefirmen. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. 13. November 2018.</ref>
Umsetzung der Empfehlungen des Bundeskartellamts
Das Bundeskartellamt gab auf Grundlage der Kritikpunkte Empfehlungen für „Maßnahmen zur Belebung des Wettbewerbs bei Ablesediensten“ ab.<ref name="kartellamt-presse" /><ref name="kartellamt-bericht" /><ref>Steffen Buchen: Abgelesen und abgezockt. In: Die Zeit. 11. Juli 2019.</ref> Die Empfehlung zur Förderung der Interoperabilität von Zählern wurde 2022 mit Einführung des § 5 Absatz 5 der Verordnung über Heizkostenabrechnung festgelegt. Seit dem 3. November 2021 ist zudem die Eichfrist einheitlich auf 6 Jahre normiert, gemäß § 34 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 der Mess- und Eichverordnung in Verbindung mit Anlage 7 Nr. 7.1 der Mess- und Eichverordnung,<ref>Eichfristen für Wasserzähler auf sechs Jahre vereinheitlicht. In: Haufe. 13. November 2021, abgerufen am 18. Dezember 2023.</ref> damit Submetering-Kunden nach der festgelegten Vertragslaufzeit die Möglichkeit haben, zu anderen Anbietern zu wechseln.
Namensgleichheit
Es besteht eine Namensgleichheit zu VEB Minol, einem Unternehmen, das im Bereich des Kraftstoffvertriebs tätig war. Zwar hat Minol Messtechnik auch seine Ursprünge im Vertrieb von Mineralöl und den Namen aus dem gleichen Grund wie die VEB Minol gewählt. Dies geschah jedoch rein zufällig.<ref name=":2" />
Literatur
- Frank Peters: Handbuch zur Wärmekostenabrechnung (Fachinformationen für Wohnungsverwalter, Vermieter, Heizungstechniker und -ingenieure). 14. Auflage. Minol Messtechnik, September 2010, ISBN 3-9810112-4-4.
Weblinks
- Minol Messtechnik (Offizielle Webseite des Unternehmens). Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG, Leinfelden-Echterdingen, abgerufen am 18. März 2022.
- Minol USA (Offizielle Webseite des Unternehmens). Minol USA, Addison, Texas, abgerufen am 18. März 2022.
Einzelnachweise
<references responsive />