Zum Inhalt springen

Minkowski-Funktional

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Im mathematischen Teilgebiet der Funktionalanalysis ist das Minkowski-Funktional (nach Hermann Minkowski), oft auch Eichfunktional genannt, eine Verallgemeinerung des Normbegriffes.

Definition

Es sei <math>X</math> ein topologischer Vektorraum. Ist nun <math>0\in U\subseteq X</math> eine absorbierende Teilmenge, so heißt die Funktion

<math>p_U\colon X\to\mathbb R_0^+,\quad x\mapsto\inf\{\lambda\mid\lambda\geq0,x\in\lambda U\}</math>

das Minkowski-Funktional oder Eichfunktional zu <math>U</math>.<ref>Reinhold Meise, Dietmar Vogt: Einführung in die Funktionalanalysis (= Vieweg-Studium. 62, Aufbaukurs Mathematik.). Vieweg, Braunschweig u. a. 1992, ISBN 3-528-07262-8, Kapitel I, §6, Definition auf Seite 42. </ref>

Eigenschaften

  • Ist die absorbierende Menge <math>U</math> balanciert und konvex, so ist <math>p_U</math> eine Halbnorm oder auch Seminorm. Umgekehrt hat für jede Seminorm <math>p</math> die Menge <math>\{x\in X\mid p(x)<1\}</math> die genannten Eigenschaften. Daraus folgt, dass die lokalkonvexen Räume genau die Räume sind, deren Topologie durch eine Familie von Seminormen definiert werden kann. Ein lokalkonvexer Raum ist genau dann hausdorffsch, wenn diese Familie von Seminormen separierend ist.

Beispiel

In einem euklidischen Raum (etwa dem dreidimensionalen Raum der alltäglichen Anschauung) betrachte man als Teilmenge <math>U</math> die Einheitskugel. Dann ist das Minkowski-Funktional identisch mit der üblichen euklidischen Norm, denn mit <math>\lambda=\| x \|_2</math> liegt <math>x</math> gerade auf dem Rand der Menge <math>\lambda U</math>, also der Kugel mit Radius <math>\lambda</math> und Mittelpunkt 0.

Einzelnachweise

<references />