Zum Inhalt springen

Militärlehrschmiede (Hannover)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Ludwig Hemmer PC 0143 Hannover. Königliche Militärlehrschmiede. Humboldstraße Bildseite.jpg
Die Militärlehrschmiede in Hannover, links daneben die Intendantur, im Hintergrund rechts die Dachenhausenstraße
Ansichtskarte 143 von Ludwig Hemmer

Die Königliche Militärlehrschmiede war eine um 1900 errichtete<ref name="Denkmaltopographie">Ilse-Rüttgerodt-Riechmann: Die nordwestliche Vorstadt Glocksee ...</ref> Ausbildungseinrichtung in Hannover für Schmiede mit Fertigkeiten für die besonderen Belange des Militärs.<ref name="Ludwig Hemmer Ansichtskarte 143">Angaben analog zu dieser Ansichtskarte</ref> Das ehemals denkmalgeschützte Gebäude unter der Adresse Humboldtstraße 3 (Calenberger Neustadt)<ref name="Denkmaltopographie"/> wurde Ende des 20. Jahrhunderts zugunsten des Neubaus der Calenberger Esplanade abgerissen.<ref name="Der Blaue Faden">Achim Brandau: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Calenberger Esplanade (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. März 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/calenberger-neustadt.de, in: Der Blaue Faden, Webseite der Calenberger-Neustadt.de</ref>

Geschichte

Vorgeschichte

Datei:Stadtplan 1835 komplett 200dpi.jpg
Stadtplan Hannover mit Militärschule und Schmiede auf der westlichsten Ravelin
Stadtplan von 1834, Hahnsche Buchhandlung

Auf dem Ravelin am Calenberger Tor,<ref name="Nöldeke">Arnold Nöldeke: Militärakademie und Generalstabsakademie ...</ref> der westlichsten Verteidigungsanlage der bis 1657 abgeschlossenen Stadtbefestigung Hannovers und der seinerzeit selbständigen Calenberger Neustadt,<ref name="SLH">Helmut Knocke: Stadtbefestigung. In: Stadtlexikon Hannover, S. 585</ref> befanden sich verschiedene Bauten der „Direktion des Armeematerials“ sowie die Militärakademie.<ref name="Nöldeke"/> Nach dem Siebenjährigen Krieg begann ab 1767 allmählich die Entfestigung der Verteidigungsanlagen,<ref name="SLH"/> doch das Grundriss des Ravelins zur Glocksee hin blieb trotz des Abrisses zunächst erhalten<ref name="Nöldeke"/> in seiner mit einem Wassergraben umgebenen Dreiecksform.<ref name="Stadtplan 1834">Stadtplan 1834</ref> Das Gelände diente dann als Artilleriehof,<ref name="Nöldeke"/> auf dem sich seit 1782 und 1784 zwei Militärschulen befanden, die Artillerie- und Ingenieurschule,<ref>Georg Ruppelt (Hrsg.): Von der Büchersammlung zur Bibliothek. Regimentsbibliotheken im 18. und 19. Jahrhundert. (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Sonderband 93). Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-465-03580-0, insbesondere S. 49, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..</ref> später auch eine Schmiede.<ref name="Stadtplan 1834"/>

Nach der Schlacht bei Langensalza im Deutschen Krieg und dem Ende des Königreichs Hannover<ref>Klaus Mlynek: Deutscher Krieg 1866. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 130.</ref> wurden ab 1866 auch die Gebäude auf dem Artilleriehof abgebrochen.<ref name="Nöldeke"/> Doch erst nach der Eingemeindung der Glocksee 1869<ref name="Denkmaltopographie"/> verschwanden auch die letzten Reste des ehemaligen Stadtgrabens „rund“ um Hannover:<ref name="SLH"/> Der Wassergraben wurde zugeschüttet, und so entstanden ab 1870 die zeitgleich angelegten Straßenzüge Humboldstraße und Goethestraße in Richtung Goetheplatz.<ref>Helmut Zimmermann: Goethestraße und Goetheplatz sowie Humboldtstraße. In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 94, 122.</ref>

Ab 1900

Als an der Humboldtstraße um 1900<ref name="Denkmaltopographie"/> endlich die Königliche Militärlehrschmiede errichtet wurde<ref name="Ludwig Hemmer Ansichtskarte 143"/> als Nachfolgerin der ehemaligen Schmiede auf dem Ravelin,<ref name="Stadtplan 1834"/> bezog sich der Zusatz „königlich“ nicht mehr auf König Georg V. von Hannover, sondern auf die Herrschaft des Königreichs Preußen.<ref name="Hauptstadt(funktion)">Klaus Mlynek: Hauptstadt(funktion). In: Stadtlexikon Hannover, S. 274.</ref> Die Lehrschmiede an der Humboldstraße wurde Teil eines sich immer weiter ausbreitenden militärischen Komplexes: Von den frühen Anlagen rund um den Waterlooplatz und vor dem Leineschloss<ref>Eva Benz-Rababah: Waterlooplatz. In: Stadtlexikon Hannover.</ref> zog sich durch die „Haupt- und Residenzstadt“ der preußischen Provinz Hannover<ref name="Hauptstadt(funktion)"/> ein Gürtel militärischer Einrichtungen; über die Militär-Bekleidungs-Kommission<ref>Helmut Knocke: Militär-Bekleidungs-Kommission. In: Stadtlexikon Hannover, S. 443.</ref> und das Militärhospital in der Adolfstraße<ref>Rainer Kasties: Militärhospital Hannover. In: Stadtlexikon Hannover, S. 443.</ref> über die Lehrschmiede in der Humboldtstraße und die an der dortigen Ecke Calenberger Straße schon zuvor errichtete Intendantur,<ref>Stadtplan 1888 mit der „Kgl. Intendant.“ an der Calenberger Straße</ref> weiter über die 1896 Garnisonkirche am Goetheplatz<ref>Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Garnisonkirche, in: Hannover Chronik</ref> und bis zu der schon 1866 nach Hannover verlegten Kavallerieschule im Marstall Am Hohen Ufer, der Artilleriekaserne am Steintor und der späteren Anlagen in Vahrenwald.<ref>Helmut Knocke: Kavallerieschule. In: Stadtlexikon Hannover, S. 343.</ref>

Die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg überstand zumindest das Verwaltungsgebäude der Militärlehrschmiede an der Humboldtstraße. In den 1970er Jahren wurde der Bau unter Denkmalschutz gestellt.<ref name="Denkmaltopographie"/> Er wurde jedoch zugunsten des 1996 bis 1998 errichteten Gebäudekomplexes der Calenberger Esplanade abgerissen.<ref name="Der Blaue Faden"/> Erhalten hat sich in seiner Symmetrieachse<ref name="Der Blaue Faden"/> die ehemalige Militär-Bekleidungs-Kommission, später Hilfslazarett<ref>Ilse-Rüttgerodt-Riechmann: Adolfstraße und der angrenzende Bereich. In: Denkmaltopographie ..., S. 94</ref> und heutige Deutsche Angestellten-Akademie.<ref name="Der Blaue Faden"/> In der Namensgebung nimmt die Calenberger Esplanade Bezug auf die Esplanade, bei der es sich um die ehemals als Schussfeld dienende freie Fläche handelte, die auch als Parade- und Waffenplatz diente.

Literatur

  • Arnold Nöldeke: Militärakademie und Generalstabsakademie. In: Stadt Hannover. Die Kunstdenkmale der Stadt Hannover, Teil 1, Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover, Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932 (Neudruck Verlag Wenner, Osnabrück 1979, ISBN 3-87898-151-1) Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, hrsg. von der Provinzial-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler der Provinz Hannover, S. 392.
  • Ilse-Rüttgerodt-Riechmann: Die nordwestliche Vorstadt Glocksee. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, [Bd.] 10.1, ISBN 3-528-06203-7, S. 94f., sowie Calenberger Neustadt, in der Anlage Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, S. 6, in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland ...

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 22′ 9,3″ N, 9° 43′ 24,3″ O

 {{#coordinates:52,369245|9,723415|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-NI
   |type=landmark
  }}