Michelau (Büdingen)
Michelau Stadt Büdingen
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(306)&title=Michelau 50° 20′ N, 9° 10′ O
{{#coordinates:50,327777777778|9,17|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Michelau | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 319 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 4,9 km²<ref>Familienstadt Büdingen: Michelau. Abgerufen am 11. September 2023.</ref> | |||||
| Einwohner: | 306 (2022)<ref>Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen am 11. September 2023.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 62 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. April 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 63654 | |||||
| Vorwahl: | 06049 | |||||
Übersichtskarte von Michelau (Büdingen)
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Michelau (ugs.: Die Michelau) ist der höchstgelegene Stadtteil Büdingens im hessischen Wetteraukreis.
Geographische Lage
Michelau liegt 5,5 km nordöstlich von Büdingen und ist nur über die Straße von Wolferborn zu erreichen.
Geschichte
Vorgeschichte
Im Jahr 1960 wurde in der Gemarkung Michelau ein jungsteinzeitliches Steinbeil gefunden. Das Beil hat einen Ballen von 48 mm, einen Nacken von 30 mm eine Länge von 70 mm und eine Stärke von 18 mm. Das Beil aus Basalt gehört zur Gruppe der breitnackigen Beile, eine Form, die aus der Zeit 3000–2000 v. Chr. im südlichen Vogelsberg häufiger gefunden wurde.
Ortsgeschichte
Der Geschichts- und Heimatforscher Peter Nieß benennt 1284 als Datum der ersten urkundlichen Erwähnung Michelaus, sein Kollege Karl Heuson datiert auf 1553. Für keines der Daten existiert ein schriftlicher Beleg. Das älteste auffindbare Dokument ist eine Bürgermeisterrechnung der Stadt Büdingen aus dem Jahre 1620. Zum Preis von sechs Gulden werden acht Wagenladungen Eichenholz geliefert, die „Uff der Michelay“ geschlagen worden waren. Im Gerichtsbuch der Gemeinde Wolferborn ist in einer Eintragung aus dem Jahr 1620 erstmals vom Ort „Michelau“ die Rede.<ref name="Festschrift">Jubiläumsfestschrift: 40 Jahre Verein für Rasenspiele Michelau e. V. 1949–1989, 1989</ref> Werner Wagner datiert die Ersterwähnung unter Bezug auf das Intradenbuch von 1628 im Fürstlichen Archiv in Büdingen auf das Jahr 1628.<ref>Werner Wagner: Die Dörfer und Städte des 1972 aufgelösten Landkreises Büdingen und die Ersterwähnung jedes einzelnen Ortes. In: Büdinger Geschichtsblätter, Band II, 2011, S. 235</ref>
Der Stadtteil Michelau ist eine späte Einrodung des Büdinger Markwaldes und gehörte in kirchlicher und verwaltungsmäßiger Hinsicht zu Wolferborn.<ref>Hans-Velten Heuson: Büdingen - Gestern und Heute: Arbeiten zur Geschichte der Stadt und ihres Umfeldes (1300–1945). Aufsatzsammlung von Hans-Velten Heuson, Büdingen 2004, Kapitel Büdingen – Landschaft und Geschichte</ref> Der Geschichtsforscher und langjährige Büdinger Denkmalpfleger und Stadtarchivar Hans-Velten Heuson vermutet, dass Michelau in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Teil Wolferborns entstanden sein muss. Der Ortsname könne vom ersten Siedler, einem Michel herrühren oder aber vom alten Wort mickil, michil, michel für groß abgeleitet sein, so dass Michelau einfach als „Zu der großen Au“ oder „Auf der großen Wiese“ zu verstehen sei.<ref name="Festschrift" />
Eine Schulstelle für Michelau wird erstmals 1733 erwähnt. Die Wasserleitung wird gegen vereinzelten Widerstand 1912 gebaut. 1921 erhielt das Dorf elektrisches Licht.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen verlor Michelau zum 1. April 1972 seine Selbstständigkeit und wurde auf freiwilliger Basis in die Stadt Büdingen eingemeindet.<ref></ref> Für Michelau wurde ein Ortsbezirk errichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 150 kB) § 3. In: Webauftritt. Stadt Büdingen, abgerufen im Juni 2024.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Michelau angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Isenburg-Birstein (birsteiner Anteil am Gericht Wolferborn)
- ab 1806: Fürstentum Isenburg (Rheinbund),<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Amt Büdingen
- ab 1813: Generalgouvernement Frankfurt,<ref group="Anm.">Infolge der Befreiungskriege.</ref> Amt Büdingen
- ab 1815: Kaisertum Österreich,<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses.</ref> Amt Büdingen
- ab 1816: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Durch Staatsvertrag mit Österreich und dem Königreich Preußen sowie Einigung zwischen Großherzogtum Hessen und Kurhessen.</ref> Provinz Oberhessen, Amt Büdingen<ref name="NLVK" /> (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig)
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Büdingen<ref name="STH-Oberhessen" /><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Büdingen) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Büdingen
Bevölkerung
- Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Michelau 327 Einwohner. Darunter waren 6 (1,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 51 Einwohner unter 18 Jahren, 132 zwischen 18 und 49, 84 zwischen 50 und 64 und 60 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 123 Haushalten. Davon waren 24 Singlehaushalte, 42 Paare ohne Kinder und 45 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 75 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
- Einwohnerentwicklung
| Michelau: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 215 | |||
| 1840 | 245 | |||
| 1846 | 257 | |||
| 1852 | 255 | |||
| 1858 | 215 | |||
| 1864 | 210 | |||
| 1871 | 196 | |||
| 1875 | 187 | |||
| 1885 | 195 | |||
| 1895 | 255 | |||
| 1905 | 238 | |||
| 1910 | 231 | |||
| 1925 | 256 | |||
| 1939 | 255 | |||
| 1946 | 354 | |||
| 1950 | 347 | |||
| 1956 | 317 | |||
| 1961 | 317 | |||
| 1967 | 317 | |||
| 1970 | 327 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | 356 | |||
| 1995 | 352 | |||
| 2000 | 371 | |||
| 2011 | 327 | |||
| 2014 | 336 | |||
| 2022 | 306 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Büdingen;<ref name="EW" /> Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
- Historische Religionszugehörigkeit
| • 1961: | 277 evangelische (= 87,38 %), 40 katholische (= 12,62 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Michelau besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Michelau) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 62,16 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Michelau“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Michelau. In: Votemanager. Stadt Büdingen, abgerufen im Juni 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Markus Gerlach zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Michelau. In: Ratsinfosystem. Stadt Büdingen, abgerufen im Mai 2024.</ref>
Kulturdenkmäler
Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Michelau
Literatur
- Hans Georg Ruppel und Karin Müller: Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. Historischer Verein für Hessen, Darmstadt 1976., S. 144.
- Baudenkmale in Hessen. Denkmaltopographie Wetteraukreis I, Braunschweig/Wiesbaden, Friedr. Vieweg & Sohn 1982, ISBN 3-528-06231-2, S. 173.
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Stadtteil Michelau. In: Webauftritt der Stadt Büdingen.
- Michelau, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Michelau, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. April 2024). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 411, 415 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 48 und 102, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="EW">2014: Haushaltsplan 2016. Vorbericht: Statistische Angaben. Stadt Büddingen, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Juni 2024. </ref> </references>
Aulendiebach | Büches | Büdingen | Calbach | Diebach am Haag | Düdelsheim | Dudenrod | Eckartshausen | Lorbach | Michelau | Orleshausen | Rinderbügen | Rohrbach | Vonhausen | Wolf | Wolferborn | Siedlung Herrnhaag | Wüstung Pferdsbach