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Michail Dmitrijewitsch Gortschakow

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Datei:Mikhail Gorchakov (1793-1861), by Jan Ksawery Kaniewski (1805-1867).jpg
Mikhail Gorchakov, (Jan Ksawery Kaniewski, 1860)

Michail Dmitrijewitsch Gortschakow ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 28. Januarjul. / 8. Februar 1792greg.; † 18.jul. / 30. Mai 1861greg. in Warschau) war ein General der Artillerie der russischen Armee, Oberbefehlshaber im Krimkrieg und Vizekönig in Kongresspolen.

Leben

Gortschakow entstammte der alten russischen Adelsfamilie Gortschakow, die ihre Ursprünge auf die Rurikiden zurückführte. Er war der Sohn des Fürsten Dmitri Petrowitsch Gortschakow und der Vetter von Alexander Michailowitsch Gortschakow. Sein Bruder Peter führte im Krimkrieg ein Armeekorps.

Gortschakow trat 1807 in die Gardeartillerie ein und wurde 1809 in den Kaukasus kommandiert, wo er als Adjutant des Generalmajors Filippo Paulucci am Krieg gegen Persien teilnahm. Im Rang eines Generalmajors kämpfte er im russisch-türkischen Krieg von 1828/29.

Kurz vor dem Polnischen Novemberaufstand von 1831 wurde er zum Stabschef des I. Infanteriekorps ernannt, eine Position, die er bis zur Schlacht von Wavre innehatte. Nachdem General Suchozanet in dieser Schlacht verwundet worden war, übernahm er den Posten des Artilleriechefs der in Polen operierenden Armee und nahm an der Schlacht von Grochow, der Schlacht von Ostrołęka und dem Sturm auf Warschau teil. Am Ungarischen Unabhängigkeitskrieg 1849 nahm er als Stabschef von Iwan Fjodorowitsch Paskewitsch teil und befehligte den Truppenübergang über die Theiß bei Tiszafüred.

1854, bei Ausbruch des Krimkrieges, wurde Gortschakow das Kommando über das III., IV. und V. Infanteriekorps übertragen, welche an der Donau und der Schwarzmeerküste bis zum Südlichen Bug operierten. Am 3. Juli 1853 besetzte er die Donaufürstentümer Walachei und Moldau. Das Osmanische Reich erklärte daraufhin am 16. Oktober 1853 Russland den Krieg. Der osmanische General Omar Pascha rückte gegen die russische Armee an der Donau vor und errang am 4. November einen ersten Sieg bei Oltenitza. Im April 1854 übernahm auf ausdrücklichen Wunsch von Nikolaus I. an Stelle von Gortschakow Iwan Fjodorowitsch Paskewitsch den Oberbefehl an der Donau. Dieser begann Ende April 1854 mit der Belagerung der strategisch wichtigen Festung Silistra. Paskewitsch verließ die Armee aber wieder, weil er sich eine Verletzung zugezogen hatte, und Gortschakow führte die Belagerung weiter. Omar Pascha führte am 10. Juni eine Entsatzarmee heran und war in den Kämpfen vor Silistra erneut siegreich. Nach dem Kriegseintritt von Frankreich und Großbritannien zogen sich die russischen Truppen vom Kriegsgebiet auf dem Balkan zurück und die Alliierten beschlossen die russische Festung Sewastopol auf der Halbinsel Krim anzugreifen.

Im März 1855 wurde Gortschakow an Stelle des Fürsten Menschikow Oberbefehlshaber auf der Krim und über die gesamten in Südrussland befindlichen Streitkräfte. In dieser Position führte er die Verteidigung Sewastopols an. In der Schlacht um den großen Redan konnte er am 8. September 1855 zwar die Briten besiegen, musste aber nach der Eroberung des Forts Malakow durch die Franzosen die gesamte Stadt Sewastopol räumen.<ref>Kerstin S. Jobst: Geschichte der Krim. Iphigenie und Putin auf Tauris. De Gruyter Oldenbourg, Berlin/Boston 2020, ISBN 978-3-11-051808-5, S. 219.</ref>

Ende 1855 wurde Gortschakow auf der Krim durch General von Lüders ersetzt, und im Januar 1856, nach dem Tod von Feldmarschall Fürst Paskevich, wurde er zum Vizekönig des Königreichs Polen und Oberbefehlshaber der neu aufgestellten 1. Armee ernannt. Er starb am 30. Mai 1861 in Warschau. Seine Leiche wurde auf seinen Wunsch in Sewastopol beigesetzt.

Seine Tochter Olga heiratete Felix von Meyendorff und lebte in Weimar, wo sie mit Franz Liszt befreundet war. Er war der Großvater mütterlicherseits des russischen Staatsmanns und Premierministers Pjotr Arkadjewitsch Stolypin.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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