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Mettma

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Vorlage:Infobox Fluss

Die Mettma ist ein knapp neunzehn Kilometer langer rechter Nebenfluss der Schlücht im Südschwarzwald in Baden-Württemberg.

Name

Das Gewässer wurde 1111 als fluvii Metimé erstmals schriftlich erwähnt. Der Name leitet sich wahrscheinlich von althochdeutsch *Metemen aha mit der Bedeutung „(an/in) dem mittleren Fluss“ ab.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Verlauf und Geografie

Datei:Mettma MorgensMitHalde.JPG
Die obere Mettma
Datei:Ühlingen-Birkendorf Mettmastausee.jpg
Das Mettmabecken (Stausee) im Kerbtal des Unterlaufs

Die Mettma verläuft zwischen den parallelen Tälern der Schwarza im Westen und der oberen Schlücht in generell südsüdöstlicher Richtung, der Abdachungsrichtung des östlichen Hotzenwaldes folgend.

Quellgebiet und Oberlauf

Das Quellgebiet liegt östlich des Schluchsees in der tektonisch angelegten und von eiszeitlichen Gletschern ausgeformten Schluchsee-Talung, die sich noch fast 10 Kilometer weit nach Südosten fortsetzt und dabei für die Mettma und andere südwärts querende Bäche auf jeweils kurzer Strecke die Abflusslinie vorgibt. Sie ist durch zahlreiche parallele Geländerücken (meist Seitenmoränen) gegliedert, die vielen Bächen wie auch dem linken Oberlauf der Mettma immer wieder den direkten Weg ins Tal verlegen. Dieser längere Oberlauf entspringt als Aubach knapp 1 km westlich der Ortschaft Faulenfürst (Gemeinde Schluchsee, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Diese höchstgelegene Quelle liegt am Osthang des Fohrenbühl auf ca. Vorlage:Höhe. Nach einem gefällereichen guten Kilometer<ref name="GeNe-Länge" group="LUBW" /> Lauf nach Süden nimmt er kurz die Richtung eines von Westen kommenden kleinen Wiesenbaches auf und trifft dann wiederum gefällereich von Norden auf den wesentlich kleineren namentlichen Oberlauf der Mettma. Er entspringt etwas östlich des Endbahnhofs Seebrugg der Dreiseenbahn auf knapp Vorlage:Höhe und fließt am Grund der großen Talung gemächlich ostwärts.

Engtalstrecke im Unterlauf

Datei:Ühlingen-Birkendorf - Wasserfall der Metttma.jpg
Wasserfall der Mettma im engen unteren Talabschnitt

Noch im Hochtal erreicht die Mettma das Gebiet des Landkreises Waldshut und verlässt es dann kurz vor Rothaus (Gemeinde Grafenhausen) mit scharfem Rechtsknick nach Süden. Das nun engere, aber von einer kleineren Gletscherzunge wiederholt etwas verbreiterte Tal verengt sich im weiteren Flussverlauf bis zur Mündung in die Schlücht weiter und bildet im Grundgebirge des Schwarzwaldes ein 100 bis fast 200 m tiefes Kerbtal. Es schwenkt allmählich südostwärts und knickt dann, gut zwei Kilometer vor der Mündung, unvermittelt nach Süden ab. Diese auch für die Nachbarflüsse typischen südwärtigen Richtungswechsel hängen mit dem Aufsteigen des Schwarzwaldes im Tertiär (Neogen) zusammen, was, als die Flüsse noch nicht die heutigen Engtäler gebildet hatten, quasi zu deren „Auskippen“ nach Süden führte.<ref name="Paul" /> Ein letzter Talknick vor der Mündung, nun nach Osten, korrespondiert mit einem ehemaligen, 65 Meter höher liegenden Talgrund, der die Südrichtung fortsetzt und erst 2 Kilometer weiter auf das Schlüchttal trifft. Das Tal der Schlücht hat, im Gegensatz zum einmündenden Mettmatal, Schluchtcharakter. Bei der Mündung in die Schlücht führt die Mettma trotz fast gleich großen Einzugsgebietes mit 0,92 m³/s etwas mehr Wasser als die Schlücht (0,79 m³/s), vor allem, weil sie etwas höhere Niederschlagssummen erhält.

Zuflüsse und Seen

Liste der direkten Zuflüsse und Datei:RiverIcon-SmallLake.svg Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge<ref name="GeNe-Länge" group="LUBW" />, Seefläche<ref name="SG-Seefläche" group="LUBW" />, Einzugsgebiet<ref name="BEZG-EZG" group="LUBW" /> und Höhe<ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW" /> nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Auswahl.

Ursprung der Mettma auf etwa Vorlage:Höhe östlich von Schluchsee-Seebrugg.

Mündung der Mettma von rechts und Nordosten auf wenhig unter Vorlage:Höhe<ref name="TK-Schwarz-Höhe" group="LUBW" /> östlich von Ühlingen-Birkendorf-Berau in die mittlere Schlücht. Der Bach ist hier ab dem Ursprung seines kürzeren rechten Namens-Oberlaufs 17,2 km, ab dem Ursprung seines längeren linken Oberlaufs Aubach gerechnet 18,8 km lang und hat ein 39,8 km²<ref name="BEZG-Summe-EZG" group="LUBW" /> großes Einzugsgebiet.

Nutzung und Erschließung

Datei:Schluchsee-Netzwerk.gif
Mettma mit Stausee im Rahmen des Pumpspeichernetzwerkes Schluchsee

Das Tal wird überwiegend forstwirtschaftlich genutzt. Touristisch wird das reizvolle Tal wenig genutzt, auch wenn die östliche Route des Mittelweges dem Tal folgt. Der Mettmastausee steht für Freizeitnutzungen nicht zur Verfügung.

Wasserkraft

Gut 4 Kilometer oberhalb der Mündung erstreckt sich oberhalb einer Staumauer das Mettmabecken auf einer Länge von bis zu 1,5 km und einer Breite von ca. 125 m. Es gehört zum östlichen Seitenarm eines Pumpspeicher-Verbundes, der daneben aus der dreistufigen Hauptachse zwischen Schluchsee und Rhein und dem westlichen Seitenarm mit dem Albstausee besteht und das ältere von zwei großen Pumpspeicheranlagen der Schluchseewerke AG im Südschwarzwald ist.

Verkehr

Für den öffentlichen Verkehr mit Kraftfahrzeugen ist das Tal der Mettma, abgesehen von querenden Gemeindeverbindungen, fast auf der gesamten Länge gesperrt.

Der Oberlauf der Mettma wird auf einer kurzen Strecke von der Landesstraße 170 begleitet, die zwischen Seebrugg (Gemeinde Schluchsee) und Bonndorf die B 500 mit der B 315 verbindet. An der Mündung überquert die Schlüchttalsstraße (L 157) von Gurtweil (Stadt Waldshut-Tiengen) nach Rothaus die Mettma. Dazwischen wird das Tal von drei Gemeindeverbindungsstraßen, BerauRiedern am Wald (Ortsteile von Ühlingen-Birkendorf), Brenden (Ühlingen-Birkendorf)Buggenried (Grafenhausen) und Schönenbach (Grafenhausen) – Grafenhausen gequert.

Historische Nutzungen

Bergbau

Als ortus fluvii Metimē wird die Mettma im Jahr 1111 erstmals in einer Urkunde des Klosters Allerheiligen genannt. Im Mettmatal wurden sicher schon im Mittelalter, wahrscheinlich aber schon deutlich früher, die an den Abhängen zu Tage tretenden Erzgänge abgebaut. Begehrt war vor allem das Silber, das aber nicht gediegen vorkommt und darum den Abbau des silberhaltigen Bleiglanzes erforderte. Der Gewannname Silberberg unterhalb des Ortes Buggenried geht auf diesen Abbau zurück.

Der Abbau wurde im Mittelalter vom Kloster St. Blasien betrieben oder mit einer Abgabe belegt, wobei auch die Regierung von Vorderösterreich beteiligt war. Der abgebaute Bleiglanz wurde danach im Wurkehof in Todtnau verhüttet und das gewonnene Rohsilber in einer Hütte in Freiburg im Breisgau zu höherem Feingehalt gebracht. Belegt ist die Verwendung des Silbers als Münzmetall in der Freiburger Münze. Blei wurde im Mittelalter unter anderem beim Bau von Fenstern, Steinverbindungen oder Blechen verwendet.

Der Abbau der Mineralien kam mit Importen billigeren Silbers schon am Ende des Mittelalters mehr und mehr zum Erliegen. Im 20. Jahrhundert (besonders um 1900, zwischen 1922 und 1926 und um 1939) wurden Probeschürfungen im Mettmatal und auch im Schwarzatal vorgenommen. Sie führten von 1923 bis 1926 zu erneutem Abbau von Bleiglanz. Die Pforzheimer Fluss- und Schwerspatwerke GmbH begann in der Grube Brenden von 1959 bis 1962 mit dem Abbau und zeitweiliger Förderung von Flussspat<ref>Rudolf Metz: Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes. 1980, S. 399–400ff</ref>, das der Herstellung von Fluor und Fluorverbindungen dient. Fluss- und Schwerspat wird im Schwarzwald nur noch in der Grube Clara abgebaut. Bei Urberg zeigt das 2001 eröffnete Mineralienmuseum einen Einblick in die Arbeit im ehemaligen Fluss- und Schwerspatbergwerk „Gottesehre“ in Höll-Bildstein.

Mühlen und Sägereien entlang der Mettma

Die Wasserkraft der Mettma wurde durch mehrere Getreide- bzw. Sägemühlen genutzt so die Schaffhauser Säge, Klausenmühle, Buggenrieder Mühle, Heidenmühle und die Lochmühle.

Im Mittelalter wurde über das Berauer Wuhr Wasser am westlichen Talhang entlang bis nach Berau geführt, um dort unter anderem die Wasserkraft nutzen zu können.

Burgen entlang der Mettma

Literatur

  • Jahrbuch des Landkreises Waldshut 2002, Bd. XXVII. Landkreis Waldshut (Hrsg.), DRW-Verlag, Karlsruhe 2002.
  • Rudolf Metz, Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes. Moritz Schauenburg Verlag, Lahr 1980.
  • Topografische Karten des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg Nr. 8115 u. 8215, Maßstab 1:25.000.

Einzelnachweise

LUBW

Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Mettma
Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Vorlage:GeoQuelle <references group="LUBW"> Höhe:

   <ref name="TK-HLB-Höhe" group="LUBW">Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref>
   <ref name="TK-Schwarz-Höhe" group="LUBW">Höhe nach schwarzer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref>

Länge:

   <ref name="GeNe-Länge" group="LUBW">Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN).</ref>

EZG:

   <ref name="BEZG-EZG" group="LUBW">Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN).</ref>
   <ref name="BEZG-Summe-EZG" group="LUBW">Einzugsgebiet aufsummiert aus den Teileinzugsgebieten nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN).</ref>
   <ref name="TK-abgemessen-EZG" group="LUBW">Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte.</ref>

Seefläche:

   <ref name="SG-Seefläche" group="LUBW">Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer.</ref>

Sonstige: </references>

Andere Belege

<references>

   <ref name="MQ">LUBW: Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 1. Oktober 2016</ref>
   <ref name="Paul">Willi Paul: Die Naturgeschichte der Wutachschlucht – Geologie. In: Fritz Hockenjos (Hrsg.): Wanderführer durch die Wutach- und Gauchachschlucht, Freiburg (Rombach), 1973, S. 11</ref>
   <ref name="BfL-185">Vorlage:GeoQuelle</ref>

</references>

Literatur

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 8115 Lenzkirch, Nr. 8215 Ühlingen-Birkendorf und Nr. 8315 Waldshut Tiengen

Weblinks

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