Monsieur (Anrede)
Monsieur [<templatestyles src="IPA/styles.css" />], abgekürzt M. (mit Punkt), ist eine französische Anredeform und bedeutet Herr. Der Plural lautet Messieurs, kurz MM. oder MM (mit bzw. ohne Punkt). Üblich ist auch der Titel Maître (Meister), Kurzform Me oder Me (jeweils ohne Punkt), für Künstler, Anwälte oder andere angesehene Persönlichkeiten. Beispiele: Maître d’hôtel, Maître de Cuisine, Maître fromager affineur, Maître de conférences.
Formen im deutschen Sprachgebiet
Musje oder Mosje<ref>z. B. [Karl Christian Ludwig Schmidt zugeschrieben:] Reineke der Fuchs, verbessert durch Johannes Ballhorn, den Jüngeren. Trowitzsch, Frankfurt/Oder und Berlin, o. D. [datiert: 1805], S. 23, S. 56</ref> sind im 18. Jahrhundert verbreitete deutsche Kurzformen von Monsieur.<ref>vgl. Hans H. Hiebel: Lenz und Schiller. Die erlebnissymptomatische Dramensprache. In: Jeffrey L. High u. a. (Herausgeber): Who is this Schiller now? Essays on his reception and significance. S. 25–36, hier S. 32</ref>
Die aus den Abenteuerromanen des deutschen Schriftstellers Karl May bekannte Anrede Mesch’schurs geht auf die französische Form Messieurs zurück. Deren englische Entlehnung messieurs und ihre Abkürzung Messrs. dienten als Ersatz für die fehlenden Pluralformen zu Mister und Mr. Englisch messieurs ist 1779 erstmals belegt, Messrs. 1793.<ref>Oxford English Dictionary. London 1989, 2. Aufl., s. v. messieurs</ref> Die Abkürzung wurde „mech-ourz“<ref>Joseph Wilson: A French and English dictionary. London 1833, s. v. Messieurs, online</ref>, „Meschurs“<ref>Joseph Gambihler: Handbuch für Reisende nach London und dessen Umgebungen. München 1844, S. 225, online</ref>, „Messurs, Messyurs“<ref>William Colgrove: Multum in parvo. An improved grammar of the English language. Cleveland 1852, S. 63, online</ref> oder „méshers“<ref>Rudolf Thum: Anmerkungen zu Macaulay’s History. In: Englische Studien. Band 9 (1886), S. 413, online mit US-Proxy</ref> ausgesprochen. May verwendete die Anrede in der Form Mesch'schurs bereits in seinem frühen Roman Old Firehand (1875),<ref>Karl May: Old Firehand. In: Deutsches Familienblatt, Heft 12 (1875), S. 189, online</ref> erklärte später die Herleitung<ref>Karl May: Deutsche Herzen – Deutsche Helden. Dresden 1885–1888, zitiert nach der <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online-Version ( des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 1. April 2011</ref> und gab 1896 als Aussprache „Meschĕrs“ an.<ref>Karl May (zugeschrieben), in: Der Gute Kamerad. Jahrgang 10 (1896), S. 294, zitiert nach: Der Schwarze Mustang. Karl May Werke III.7. Bamberg, Radebeul 2008, S. 461</ref> In Mays Schreibweise tritt sie bei den Schriftstellern Franz Werfel<ref>Franz Werfel: Bocksgesang. München 1921, S. 58</ref> und Carl Zuckmayer<ref>Carl Zuckmayer: Der fröhliche Weinberg. Theaterstücke 1917–1925. Frankfurt am Main 1995, u. a. S. 217</ref> auf, bei Franz Josef Degenhardt in der Form Mesch’urs,<ref>Franz Josef Degenhardt: Brandstellen. München 1975, S. 21</ref> bei Ernst Friedrich Löhndorff als Meschurs.<ref>Ernst Friedrich Löhndorff: Glück in Malina. Berlin 1958, S. 226</ref>
Formen im französischen Sprachgebiet
Während des französischen Ancien Régime war Monsieur die alleinige Anrede für den (ggf. ältesten) Bruder des regierenden Königs.
(Siehe z. B. und v. a. der Herzog von Orléans, Bruder des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV.)
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />