Mengersdorf (Mistelgau)
Mengersdorf Gemeinde Mistelgau
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(111)&title=Mengersdorf 49° 54′ N, 11° 23′ O
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| Höhe: | 377–402 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 111 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1969 | |||||
| Eingemeindet nach: | Truppach | |||||
| Postleitzahl: | 95490 | |||||
| Vorwahl: | 09206 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Mengersdorf ist ein Dorf in der Gemeinde Mistelgau im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Mengersdorf hat eine Fläche von 4,066 km². Sie ist in 426 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9545,12 m² haben.<ref>Gemarkung Mengersdorf (092411). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 11. Dezember 2024.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Außerleithen, Bärnreuth und Pensenleithen.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. Dezember 2024.</ref>
Geografie
Das Pfarrdorf liegt an der Truppach und am Leimbach, der dort als linker Zufluss in die Truppach mündet. Einen Kilometer südlich befindet sich die bewaldete Anhöhe Lehenberg (472 m ü. NHN), östlich schließt sich die bewaldete Anhöhe Streiter Berg (482 m ü. NHN) an. Im Westen liegt die Flur Mittlere Au. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Truppach zur Staatsstraße 2186 (0,4 km nordwestlich) bzw. an Außerleithen und Äußerer Graben vorbei nach Wohnsgehaig (2,2 km südöstlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. August 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Seit 1383 ist das Adelsgeschlecht Mengersdorf urkundlich nachweisbar. Otto von Mengersdorf hatte im gleichnamigen Ort ein Rittergut als Stammsitz errichtet. Die Bedeutung des Ortsnamens bleibt unklar. Entweder leitet sich Menger von der mittelhochdeutschen Bezeichnung für Händler ab oder von einem Personennamen (Meinger, Enger oder Mengingoz). Die Endung –dorf wurde vor allem im 9./10. Jahrhundert für eine Ansiedlung verwendet, weist aber nicht zwingend darauf hin, dass der Ort in dieser Zeit gegründet wurde.<ref>C. Schimpf: Busbach, S. 262.</ref>
Das Rittergut wurde 1525 im Bauernkrieg niedergebrannt und im Zweiten Markgrafenkrieg (1552–1554) offenbar nochmals zerstört. Mit dem Aussterben des Geschlechts 1601 wurde das Gut an die Familie von Aufseß verkauft, die bereits längere Zeit einen Sitz in dem benachbarten Schloss Truppach hatte.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Mengersdorf 24 Anwesen (1 Schlossgut mit Bräu- und Malzhaus, 1 Mühle, 1 Schenkstatt, 1 Gut mit Schmied- und Schenkgerechtigkeit, 1 Sölde mit Schenke, 7 Söldengüter, 12 Tropfhäuser). Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft war strittig zwischen dem Rittergut Mengersdorf und dem Hofkastenamt Bayreuth. Die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Rittergut Mengersdorf.<ref name="W373">R. Winkler: Bayreuth, S. 373.</ref>
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. 1810 kam Mengersdorf zum Königreich Bayern. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Mengersdorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Truppach zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Mengersdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand der gesamte Ort von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Aufseß. 1854 kamen Außerleithen, Bärnreuth und Pensenleithen hinzu. Ab 1862 gehörte Mengersdorf zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).<ref name="W476">R. Winkler: Bayreuth, S. 476.</ref> Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,074 km².<ref name="OV 1961"/> Am 1. Januar 1969 schloss sie sich der Gemeinde Truppach an, die am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Mistelgau eingegliedert wurde.<ref></ref><ref>Mistelgau > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 11. Dezember 2024.</ref>
Baudenkmäler
- St. Otto, evangelisch-lutherische Pfarrkirche
- Pfarrhaus
- Ehemaliges Gesindehaus
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Einwohnerentwicklung
Gemeinde Mengersdorf
| Jahr | 1822 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 177 | 168 | 149 | 225 | 203 | 206 | 196 | 206 | 199 | 171 | 159 | 157 | 140 | 135 | 135 | 130 | 129 | 135 | 106 | 176 | 184 | 198 | 156 | 146 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> | 25 | 32 | 31 | 32 | 31 | 29 | 27 | 31 | ||||||||||||||||
| Quelle | <ref name="W476"/> | <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 138, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV" /> | <ref name="HGV" /> | <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 845, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 130 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1017, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 963 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1008 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1030 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 891–892 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 656 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 150 (Digitalisat). Gemeinde existierte zum Stichtag bereits nicht mehr.</ref> |
Ort Mengersdorf
| Jahr | 1819 | 1822 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 108 | 177 | 120 | 139 | 132 | 104 | 98 | 155 | 131 | 137 | 111 |
| Häuser<ref name="Häuser" /> | 25 | 24 | 25 | 24 | 22 | 27 | 34 | ||||
| Quelle | <ref>Vorlage:Ober-Mainkreis 1820</ref> | <ref name="W476"/> | <ref name="OV 1861" /> | <ref name="OV 1875" /> | <ref name="OV 1885" /> | <ref name="OV 1900" /> | <ref name="OV 1925" /> | <ref name="OV 1950" /> | <ref name="OV 1961" /> | <ref name="OV 1970" /> | <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 296 (Digitalisat).</ref> |
Religion
Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Otto und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.<ref name="W373"/><ref name="OV 1961"/>
Sonstiges
- Kindererlebnisweg im Zauberwald
- Waldlebensweg
- Im November 2021 wurde im Wald der Familie von Aufseß nach mehrjähriger Vorbereitungszeit der Bestattungswald Urnenwald Mengersdorf eröffnet.<ref>Urnenwald Mengersdorf bei urnenwald-mengersdorf.de, abgerufen am 7. Februar 2026</ref>
Söhne und Töchter des Orts
- Heinrich II. von Mengersdorf († 1545), Abt von Kloster Theres (1532–1545)
- Ernst von Mengersdorf (bis 1591), Fürstbischof von Bamberg (1583–1591)
- Margot Drechsel (auch Drexler, Drechsler; * 17. Mai 1908 in Mengersdorf; † Juni 1945 in Bautzen hingerichtet), Aufseherin in verschiedenen Konzentrationslagern
- Hans Gerhard Behringer (* 1952), Diplom-Psychologe, Theologe, Psychotherapeut, Seminartrainer und Schriftsteller
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Mengersdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 533 (Digitalisat).
- Vorlage:Gebessler Stadt und Landkreis Bayreuth
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Vorlage:Schimpf Busbach
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Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Mengersdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Mengersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Vorlage:BayernPortal Ortsteile
Fußnoten
<references responsive />
Äußerer Graben | Außerleithen | Bärnreuth | Böhnershof | Braunersberg | Culm obere | Culm untere | Engelmeß | Eschenmühle | Frankenhaag | Friedrichsruh | Geislareuth | Gollenbach | Göritzen | Gries | Hardt | Harloth | Hundshof | Kammer | Klingenmühle | Kreckenmühle | Laimen | Lenz | Mengersdorf | Mistelgau | Moosing | Obernsees | Ochsenholz | Pensenleithen | Plösen | Schnackenwöhr | Schobertsberg | Schobertsreuth | Schöchleins | Schöchleinsmühle | Seitenbach | Sorg | Streit | Striegelhof | Tennig | Truppach | Wohnsgehaig
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:BibISBN
- Ort im Landkreis Bayreuth
- Ortsteil von Mistelgau
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth)
- Gemeindegründung 1812
- Gemeindeauflösung 1969
- Fränkisches Rittergut
- Kirchdorf (Siedlungstyp)
- Gemarkung im Landkreis Bayreuth