Zum Inhalt springen

Melancholiker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Tierpark Berlin-Frf 142-194.JPG
Melancholiker nach dem Original von Johann Gottfried Knöffler, mit sinnbildlicher Fesselung
Datei:Dürer Melancholia I.jpg
Albrecht Dürer, Melancholie

Als Melancholiker (von lateinisch melancolicus, „schwarzgallig, Schwarzgalliger; melancholisch, Melancholiker“,<ref>Konrad Goehl: Guido d'Arezzo der Jüngere und sein 'Liber mitis'. 2 Bände. Königshausen & Neumann, Würzburg 1984 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 32), Band 2, S. 746.</ref> von Vorlage:GrcS und χολή cholḗ, ‚Galle‘) wird in der heutigen Umgangssprache ein zu Melancholie, also Schwermut, Trübsinn und Traurigkeit, aber auch zu Misstrauen und Kritik neigender Mensch bezeichnet. Er bildet mit dem Choleriker, Phlegmatiker und Sanguiniker die inzwischen als überholt geltenden vier Temperamente, die auf der Humoralpathologie beruhen. Beim Melancholiker überwiegt dementsprechend in der Mischung der vier Körpersäfte (Blut, Gelbe Galle, Schwarze Galle und Schleim) die Schwarze Galle.<ref>Ortrun Riha: Konzepte: Säfte und Symbole. In: Medizin im Mittelalter. Zwischen Erfahrungswissen, Magie und Religion (= Spektrum der Wissenschaft. Spezial: Archäologie Geschichte Kultur. Band 2.19), 2019, S. 6–11, hier: S. 10 f. (Vier Körpersäfte, vier Temperamente.)</ref>

Im positiven Sinn werden dem Melancholiker Verlässlichkeit und Selbstbeherrschung zugeschrieben.

Begriffsentwicklung

Hildegard von Bingen schreibt „[Melancholische Frauen] haben mageres Fleisch, dicke Adern, mäßige Knochen und mehr rotblaues als blutfarbenes Blut, und haben ein Antlitz wie mit blauer oder schwarzer Farbe durchsetzt u.s.w.“<ref>{{#if:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen: |}}trim | hildegar/heilwiss/heilwiss }}.html {{#ifeq:Heilwissen|kurz|Volltext online|Heilwissen{{#if:{{#invoke:Text|sentenceTerminated|Heilwissen}}||}}}} im {{#ifeq:Heilwissen|kurz|Projekt Gutenberg|Projekt Gutenberg-DE}}</ref>

Gemäß Marsilio Ficino werden geniale Menschen, die Außergewöhnliches leisten, aber zudem durch ein reizbares, zwischen Depression und Übererregung schwankendes Temperament bedroht seien, durch Geburt im Zeichen des Saturn oder durch ihre geistige Tätigkeiten zu Melancholikern, bei denen die Schwarze Galle vorherrscht.<ref>August Buck: Die Medizin im Verständnis des Renaissancehumanismus. In: Deutsche Forschungsgemeinschaft: Humanismus und Medizin. Hrsg. von Rudolf Schmitz und Gundolf Keil, Acta humaniora der Verlag Chemie GmbH, Weinheim 1984 (= Mitteilung der Kommission für Humanismusforschung. Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 181–198, hier: S. 189 f.</ref>

Nach Hans Jürgen Eysenck ist das melancholische Temperament durch die Kombination von emotionaler Labilität mit Introversion gekennzeichnet.

Die Entstehung der Charaktereigenschaften eines Menschen wird von der heutigen Persönlichkeitspsychologie anders beurteilt; an ihrer Ausbildung sind viele andere Faktoren beteiligt.

Weblinks

[[wikt:{{#if:|{{{lang}}}:}}{{#if:|{{{1}}}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}|Wiktionary: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:|{{{1}}}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]]{{#switch: 1

|1|= – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen |0|-= |X|x= |#default= –

}}{{#if:| {{#ifeq: {{{lang}}} | de | {{#ifeq: 0 | 0 | }} | ({{#invoke:Multilingual|format|{{{lang}}}|slang=!|shift=m}}) }}}}

{{#invoke:TemplatePar|check

  |opt= 1= 2= lang= suffix=
  |template=Vorlage:Wiktionary
  |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Schwesterprojekt
  }}

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Temperamentenlehre