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Hain-Wachtelweizen

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(Weitergeleitet von Melampyrum nemorosum)

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Hain-Wachtelweizen
Datei:MelampyrumNemorosum.jpg

Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Gattung: Wachtelweizen (Melampyrum)
Art: Hain-Wachtelweizen
Wissenschaftlicher Name
Melampyrum nemorosum
L.

Der Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum)<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wachtelweizen (Melampyrum) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Beschreibung

Datei:Melampyrum nemorosum Sturm52.jpg
Illustration aus Sturm
Datei:Melampyrum nemorosum - Keila.jpg
Blüte
Datei:MelampyrumNemorosum1.jpg
Hain-Wachtelweizen an einem Feldweg
Datei:Bombus lucorum - Melampyrum nemorosum - Keila.jpg
Bestäubung

Vegetative Merkmale

Der Hain-Wachtelweizen ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 10 bis 30, selten bis zu 60 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /> Der beblätterte, aufrechte Stängel ist stark verzweigt.<ref name="FloraWeb" />

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die ganzrandige Blattspreite ist bei einer Breite von 15 bis 35 selten bis zu 40 Millimetern ei-lanzettlich.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Der Blütenstand enthält einseitswendige, gelbe Blüten; breit-herzförmige, blauviolett überlaufene Hochblätter<ref name="FloraWeb" /> darüber bilden einen auffälligen Farbkontrast zu diesen. Die Blütenkelche sind wollig-zottig behaart und die Kelchzähne sind dreieckig-lanzettlich.<ref name="FloraWeb" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Da sich die Wurzeln des Hain-Wachtelweizens in die Wurzeln benachbarter Gräser bohren und diesen so Wasser und Nährstoffe entziehen, wird er zu den Halbschmarotzern gezählt. Der fleischige Anhang der weizenkornähnlichen Samen wird gern von Ameisen verzehrt. In der Ähnlichkeit des Samens mit dem Weizenkorn dürfte auch die Herkunft eines Teils des Namens begründet sein.

Der Hain-Wachtelweizen wird von den Rostpilzen Coleosporium melampyri<ref>Peter Zwetko: [[[:Vorlage:ZOBODAT/URL]] Die Rostpilze Österreichs.] Supplement und Wirt-Parasit-Verzeichnis zur 2. Auflage des Catalogus Florae Austriae, III. Teil, Heft 1, Uredinales. (PDF; 1,8 MB).</ref> und Cronartium flaccidum mit Uredien und Telien befallen.<ref>Kaitera, J. and Nuorteva, H. (2003), Cronartium flaccidum produces uredinia and telia on Melampyrum nemorosum and on Finnish Vincetoxicum hirundinaria. Forest Pathology, 33: 205–213. doi:10.1046/j.1439-0329.2003.00321.x</ref>

Vorkommen

Melampyrum nemorosum ist in Eurasien weitverbreitet. Der Hain-Wachtelweizen ist im europäisch-sibirischen Raum von den Niederungen bis in Gebirgslagen anzufinden. Er gedeiht am besten im Halbschatten von Gebüsch- und Waldrändern. Er ist in Mitteleuropa pflanzensoziologisch eine Verbandscharakterart des Carpinion, die oft angereichert in Origanetalia-Säumen oder in Prunetalia-Gesellschaften vorkommt.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Europa kommt er in den meisten Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Großbritannien, Irland, Belgien, den Niederlanden, Island, Norwegen, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei.<ref name="Euro+Med" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Melampyrum nemorosum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 605.<ref name="Euro+Med" /> Synonyme für Melampyrum nemorosum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Melampyrum debreceniense <templatestyles src="Person/styles.css" />Rapaics, Melampyrum moravicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Heinr. Braun, Melampyrum nemorosum subsp. debreceniense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rapaics) Soó, Melampyrum nemorosum subsp. moravicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Heinr. Braun) Čelak., Melampyrum nemorosum subsp. silesiacum <templatestyles src="Person/styles.css" />Ronniger, Melampyrum nemorosum subsp. zingeri <templatestyles src="Person/styles.css" />Ganesch.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

  • Hans Christian Weber: Parasitismus von Blütenpflanzen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-10529-X.
  • Hans Christian Weber: Schmarotzer: Pflanzen, die von anderen leben. Belser, Stuttgart 1978, ISBN 3-7630-1834-4.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Melampyrum nemorosum L., Hain-Wachtelweizen. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 848–849.</ref> <ref name="Euro+Med">Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae: Datenblatt Melampyrum nemorosum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="InfoFlora">Melampyrum nemorosum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien