Maxkirche (Düsseldorf)
Die römisch-katholische Kirche St. Maximilian, heute meist Maxkirche genannt, im Düsseldorfer Stadtteil Carlstadt ist eine spätbarocke Kirche, die aus einem 1804 aufgehobenen Franziskanerkloster hervorging. Das Kloster, dessen Wohn- und Wirtschaftsräume im unmittelbar benachbarten Maxhaus lagen, wurde im 17. Jahrhundert gegründet, die heutige Kirche im 18. Jahrhundert erbaut.<ref name=sdk />
Geschichte
1650 bat der Provinzial der Kölner Franziskaner Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg um die Erlaubnis, eine Niederlassung seines Ordens in Düsseldorf zu gründen.<ref name="Norbert Schloßmacher, Edmund Spohr 108">Norbert Schloßmacher, Edmund Spohr: Art. St. Maximilian, Karlstadt. In: Bernard Henrichs (Hrsg.): Düsseldorf. Stadt und Kirche. Schwann, Düsseldorf 1982, S. 108–110, hier S. 108.</ref> Herzog Wolfgang Wilhelm lehnte dies zunächst ab, da er in den Jahrzehnten zuvor bereits mehreren anderen Orden die Niederlassung in seiner Residenzstatt gestattet hatte, nämlich den Kapuzinern (1617), den Jesuiten (1621), den Cölestinerinnen (1638), den Karmelitinnen (1639) und zuletzt den Cellitinnen (1649).<ref name="Norbert Schloßmacher, Edmund Spohr 108" /> Im folgenden Jahr willigte der Herzog dann doch ein. So konnten 1651 die ersten sechs Franziskaner nach Düsseldorf kommen. Bereits vier Jahre später begannen die Franziskaner dank Spenden aus der Bevölkerung sowie von lokalen Adeligen mit dem Bau ihres Klosters in der damaligen Düsseldorfer Zitadelle. 1662 wurde das Kloster fertiggestellt.<ref name="Norbert Schloßmacher, Edmund Spohr 109">Norbert Schloßmacher, Edmund Spohr: Art. St. Maximilian, Karlstadt. In: Bernard Henrichs (Hrsg.): Düsseldorf. Stadt und Kirche. Schwann, Düsseldorf 1982, S. 108–110, hier S. 109.</ref> Anschließend wurde die Klosterkirche gebaut. Sie wurde 1668 fertiggestellt.<ref name="Norbert Schloßmacher, Edmund Spohr 109" /> Die Kirche war ein einfacher langgestreckter, sechsjochiger Saalbau.<ref name=weidenhaupt /> Ab 1671 unterrichteten die Franziskaner an einer eigenen theologischen Lehranstalt. Da der Sakralbau durch Bodensenkungen baufällig wurde, entstand zwischen 1735 und 1737 eine dreischiffige Hallenkirche aus Backstein, die heutige Maxkirche; zeitgleich begann die Erneuerung der Klostergebäude, die bis 1743 andauerte.<ref name=weidenhaupt /> Am 4. Oktober 1737 wurde die Kirche dem Heiligen Antonius von Padua geweiht.<ref>H. Ferber: Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf. Herausgegeben vom Düsseldorfer Geschichtsverein; Verlag C. Kraus, 1889, Teil II, S. 72+73.</ref>
Mit der Säkularisation der Klöster Anfang des 19. Jahrhunderts drohten Kloster und Kirche der Abriss. Der Protest der Düsseldorfer Bevölkerung verhinderte dies jedoch, der Landesherr sah vom Abriss ab. So wurde die Kirche nun zu Ehren des Kurfürsten und Herzogs Maximilian Joseph dem heiligen Maximilian von Celeia geweiht und als zweite Düsseldorfer Pfarrkirche betrieben.
Zum 1. Januar 2011 fusionierte die Pfarrei St. Maximilian mit den Pfarreien St. Lambertus und St. Mariä Empfängnis zur Pfarrgemeinde St. Lambertus Düsseldorf. Überregional bekannt ist die Maxkirche für ihre Kirchenmusik. Es werden sowohl der klassische Choralgesang wie auch die Orgel- und Orchestermesse gepflegt.<ref name=maxkirche />
Architektur
Fassade
Die dreiachsige Backsteinfassade wird von genuteten Haustein-Lisenen gegliedert. Die Mittelachse wird durch Säulenportal, Figurennische und Hochfenster hervorgehoben, wobei die Rahmung des Fensters Nische und Fenster zusammenfasst. In den Außenbahnen befinden sich das Nebenportal und hohe Rundfenster. Das Abschlussgebälk ist als einfaches Mauerband gehalten. Ein mittiger Dreiecksgiebel schließt die Fassade ab. Das mächtige Mansarddach wird von einer sechseckigen Kuppel mit steiler Laterne und abschließender Zwiebelkuppel bekrönt.
Innenraum
Die ganz in Weiß und Grau gehaltene ehemalige Klosterkirche St. Maximilian ist eine dreischiffige spätbarocke Hallenkirche. Raumbestimmend wirken die vier ionischen Säulenpaare mit als Gewölbeauflager dienenden Gebälkstücken. An den Außenwänden stehen ionische Pilaster. Gurtbögen gliedern die Kreuzgratgewölbe. Der Chor besitzt die Breite des Langhauses und schließt rund. Im Westen ist eine Orgelempore eingezogen. Den ausgewogenen Proportionen entspricht die helle Lichtführung.
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Innenraum nach Westen mit Orgel
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Innenraum nach Osten
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Sakristei
Ausstattung
Die 14 Ölbilder an den Seitenwänden bilden den Kreuzweg. Sie stammen vom nazarenischen Kirchenmaler Heinrich Nüttgens und wurden 1903 gemalt. Der Kirchenraum ist weitgehend im Ursprungszustand erhalten.<ref>Vgl. die Informationen auf der Website der Pfarrei.</ref>
- Das Chorgestühl stammt aus der im 17. Jahrhundert erbauten ersten Kirche (Vorgängerin jetzigen Kirche).<ref name="maxkirche" />
- Die Kanzel, Beichtstühle, die Heiligenfiguren und die Bänke stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
- Das Adlerpult aus Bronze wurde 1449 in Maastricht für den Altenberger Dom geschaffen gefertigt.<ref>Anton Henze, Otto Gaul: Nordrhein-Westfalen. Kunstdenkmäler und Museen (= Reclams Kunstführer. Band 3). 6. Auflage. Reclam-Verlag, Stuttgart 1982, S. 158.</ref>
- Das Altargemälde wurde vom Kapuzinerpater Damian geschaffen, der am Hofe Jan Wellems wirkte. Die schlichte Rahmung zeigt Schnitzereien an den Seiten.
- Die künstlerische Gestaltung der Fenster schuf Jochem Poensgen 2000.<ref>Holger Brülls (Hrsg.): Jochem Poensgen. Architektur des Lichts. Regensburg 2013, S. 93 ff.</ref>
Glocken
Das Glockengeläut der Maxkirche umfasst fünf Bronze-Glocken, die 1954 in der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher gegossen wurden.<ref>Glockenbuch Düsseldorf, S. 64 ff.: Düsseldorf-Carlstadt, St. Maximilian (PDF; 2,0 MB).</ref>
| Nr. | Name | Durchmesser | Gewicht | Schlagton | Inschrift |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Maximilian | 910 mm | 468 kg | a¹±0 | ST. MAXIMILIAN – „CONDUCO FIDELES“ (Ich führe die Gläubigen zusammen.) |
| 2 | Maria | 755 mm | 261 kg | c²+1 | ST. MARIA – „CONSOLOR AFFLICTOS“ (Ich tröste die Niedergeschlagenen.) |
| 3 | Albertus | 666 mm | 180 kg | d²±0 | ST. ALBERTUS – „INVITO ERRANTES“ (Ich lade die Irrenden ein.) |
| 4 | Antonius | 590 mm | 123 kg | e²±0 | ST. ANTONIUS – „EXCITO PIGROS“ (Ich treibe die Faulen an.) |
| 5 | Joseph | 554 mm | 103 kg | f²±0 | ST. JOSEPHUS – „PLANGO DEFUNCTO“ (Ich beklage die Toten) |
Das Läutemotiv ist Lauda Sion Salvatorem
Orgel
Christian Ludwig König aus Köln, einer der herausragenden Orgelbauer seiner Zeit, erhielt im Jahr 1753 den Auftrag zu einem Orgelneubau. Vertraglich wurde vereinbart, dass ihm hierfür „1500 Reichsthaler und für 500 Reichsthaler Zinn und Bley, ohne freie Station, jedoch zum Nachmittagstrunk 2 Maas Bier, oder dafür wird auch ein Schreinerbruder im aufsetzen Hn. König zu helfen zugestanden“.<ref name=klais0 />
Das Werk wies eine vergleichsweise großzügige Disposition mit 39 Register auf drei Manualen und einem selbständigen Pedal auf.
Im weiteren Verlauf wurde die Orgel mehrfach umgebaut. Im Zuge einer Restaurierung der Kirche im Jahr 1831 erfolgte eine Renovierung der Orgel, bei der viele alte Register verloren gingen. Durch weitere Veränderungen entfernte sich die Orgel immer weiter von ihrer ursprünglichen Konzeption und traten Störanfälligkeiten auf.
Nach langer Planung wurde im Jahr 2008 ein Neubau unter Einbeziehung des erhaltenen historischen Materials beschlossen.
Die Orgel „im Geiste Christian Ludwig Königs“ wurde von der Firma Klais aus Bonn erbaut. Das Schleifladen-Instrument verfügt über 39 Register, verteilt auf 3 Manuale und Pedal (Stimmung: Neidhardt III – „für eine große Stadt“ –, A = 440 Hz). Die Windversorgung erfolgt über eine Balganlage mit drei Keilbälgen. Die Spieltrakturen (einarmig) sind mechanisch, die Registertraktur ist mechanisch und elektronisch (Doppeltraktur). Das Instrument ist mit einer elektronischen Setzeranlage ausgestattet. Am 11. Dezember 2011 wurde das neue Instrument eingeweiht. Heute weist das Instrument folgende Disposition auf:<ref name=klais1 /><ref>Informationen zur Orgel(-geschichte) auf Organ index, abgerufen am 23. März 2024.</ref>
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- Koppeln: I/II, III/II (jeweils als Schiebekoppeln); I/P, II/P, III/P
- Anmerkung:
- K = teilweise Pfeifenmaterial von Christian Ludwig König, 1753
An der Orgel findet eine der ältesten und erfolgreichsten Konzertreihen in Düsseldorf statt: Die Marktmusik wurde im Mai 1980 von Werner Lechte ins Leben gerufen.
Literatur
- Anton Henze, Otto Gaul: Nordrhein-Westfalen. Kunstdenkmäler und Museen (= Reclams Kunstführer. Band 3). 6. Auflage. Reclam-Verlag, Stuttgart 1982, S. 158.
- Norbert Schloßmacher, Edmund Spohr: Art. St. Maximilian, Karlstadt. In: Bernard Henrichs (Hrsg.): Düsseldorf. Stadt und Kirche. Schwann, Düsseldorf 1982, ISBN 3-590-30242-9, S. 108–110.
- Markus Belmann (Hrsg.): Die Klais-Orgel der Kirche St. Maximilian, Düsseldorf. Festschrift zur Orgelweihe am 11. Dezember 2011. Düsseldorf 2011.
Weblinks
- Eintrag in der Denkmalliste der Landeshauptstadt Düsseldorf beim Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege
- Katholische Kirche St. Maximilian - Kath. Kirchengemeinde St. Lambertus Düsseldorf
- Musik Maxkirche Düsseldorf - Kirchenmusik in der Maxkirche Düsseldorf: Maxchor, Orgel und mehr
Einzelnachweise
<references> <ref name="klais0"> Düsseldorf, St. Maximilian, Aufbau, abgerufen am 24. November 2025. </ref> <ref name="klais1"> Düsseldorf, St. Maximilian, Disposition, abgerufen am 24. November 2025. </ref> <ref name="maxkirche"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Maxkirche.de ( vom 15. Juni 2012 im Internet Archive) </ref> <ref name="sdk"> Stadt Düsseldorf: Kirchen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2025. Suche im Internet Archive ) </ref> <ref name="weidenhaupt"> Hugo Weidenhaupt (Hrsg.): Düsseldorf. Geschichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert. Band 2: Von der Residenzstadt zur Beamtenstadt. (1614–1900). Schwann im Patmos-Verlag, Düsseldorf 1988, ISBN 3-491-34222-8, Seite 82. </ref> </references>
Koordinaten: 51° 13′ 24″ N, 6° 46′ 17,2″ O
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- Wikipedia:Defekter Dateilink
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- Kirchengebäude im Dekanat Düsseldorf
- Baudenkmal in Düsseldorf
- Maximilian-von-Celeia-Kirche
- Disposition einer Orgel
- Barockbauwerk in Düsseldorf
- Erbaut im 18. Jahrhundert
- Bauwerk in der Carlstadt (Düsseldorf)
- Denkmalgeschütztes Bauwerk in Düsseldorf
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