Maximilian Jagielski (Architekt)
Maximilian Jagielski (* 24. Januar 1876 in Zerbst; † 12. Juni 1912 in Hannover) war ein deutscher Maurermeister, Architekt und Marinemaler.<ref name="GWLB">o. V.: Jagielski, Maximilian in der Datenbank Niedersächsische Personen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 2. März 2026</ref>
Leben
Einzelheiten zu Jagielskis Ausbildung sind bis heute nicht bekannt; er absolvierte eine Maurerlehre bis zum Meisterabschluss.<ref name="GWLB"/>
Für mehrere Jahre lebte und arbeitete Jagielski in Christiania (Oslo, Norwegen), möglicherweise bei dem Architekten Ole Sverre.<ref name="GWLB"/>
Ab 1901 wirkte er in Hannover, ab etwa 1902 zeitweise gemeinsam mit dem Architekten Georg Thofehrn. Jagielski war insbesondere vom Jugendstil geprägt, seine Bauten weisen eine reiche Materialienmischung auf, oftmals mit nordisch-skandinavischen Dekor. Seine Kirchenbauten weisen zumeist romanische und gotische Formen auf. Von ihm geplante Wohnbauten in Hannover wurden vor allem in den Stadtteilen Kleefeld, Döhren und Bemerode errichtet.<ref name="HBL">Helmut Knocke: Jagielski, Maximilian. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 186.</ref>
Jagielski war Mitglied der Hannoverschen Architekten-Gilde, arbeitete gelegentlich auch als Mitarbeiter der Deutschen Bauhütte und betätigte sich mitunter als Marinemaler. Verschiedene Gemälde schuf er für den Verleger Curt Rudolf Vincentz.<ref name="HBL" />
Gemeinsam „mit R. Diethelm“ entwarf Jagielski verschiedene Brücken; ausgeführt wurde die Rheinbrücke in Laufenburg.<ref name="HBL" />
Als Maximilian Jagielski mit 36 Jahren in Hannover starb,<ref name="HBL" /> hatte er sich vor allem durch katholische Kirchenbauten in historistischen Stilformen einen Namen gemacht.
Werk (Auswahl)
Bauwerke für Katholiken
- 1904–1905, Hannover, Misburg: katholische Pfarrkirche Herz-Jesu-Kirche< mit Pfarrhaus, Max-Kuhlemann-Straße<ref name="SAH" />
- 1905–1906, gemeinsam mit Georg Thofehrn, Hannover: Vereinshaus für den Katholischen Arbeitervereins in der Konkordiastraße 14B, im Hinterhof von Nr. 14<ref name="SAH">Jagielski, Maximilian (*1876-1912) / Architekt über das Archivinformationssystem Arcinsys Niedersachsen Bremen</ref>
- 1906–1907: katholische Herz-Jesu-Kirche in Oebisfelde
- 1907: Pfarrhaus der katholischen Kirche St. Bonifatius in Süpplingen
- 1907–1908: katholische Pfarrkirche St. Maria Hilfe der Christen in Schöningen
- 1908–1910: katholische Pfarrkirche Herz-Jesu in Rünthe<ref name="HBL" />
- 1910–1911: katholische Pfarrkirche St. Willehad in Wilhelmshaven<ref>Ursula Große Bockhorn: Zur Weihe noch ohne Kanzel. Jubiläum. St.-Willehad-Kirche blickt an diesem Sonntag auf 100 Jahre zurück. In: Nordwest-Zeitung vom 26. Februar 2011. (online, zuletzt abgerufen am 7. März 2011) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
- 1911: katholische Liebfrauenkirche in Hamm<ref>Dunya Berthold-Ellersbach (Hrsg.): Kirchen der Neuzeit in Hamm. 2002, ISBN 3-924966-31-1.</ref>
- 1911: katholische Pfarrkirche Herz Jesu in Lehe<ref>Menschen unter Gottes Zelt - 100 Jahre Herz Jesu Kirche, Bremerhaven-Lehe 1911-2011. Bremerhaven 2011, Seite 12</ref>
- 1911: katholische Pfarrkirche St. Bonifatius in Gehrden
- 1912: katholische Pfarrkirche St. Bonifatius in Duisburg-Hochfeld (seit 1985 unter Denkmalschutz)
- 1911–1912: katholische Pfarrkirche St. Joseph mit Pfarrhaus, Isernhagener Straße in Hannover<ref name="SAH" />
- 1912–1914: Neubau der katholischen Pfarrkirche St. Anna in Nuttlar<ref name="HBL" /> (Westfalen) als Ersatz eines baufälligen Renaissance-Baus
Weitere Bauten
- um 1904: Villa in der Bemeroder Straße 55, Hannover<ref name="SAH" />
- 1904, zusammen mit Thofehrn in Hannover:
- Reihenvilla Fichtestraße 1, früher Nr. 36<ref name="SAH" />
- Eckvilla Dörriesplatz 4, früher An der Petrikirche 4; Bauherr: Ernst Breithaupt<ref name="SAH" />
- 1904–1905, gemeinsam mit Thofehrn in Hannover:
- für die Heimstätten-Baugenossenschaft: Herrenhäuser Straße 92 / 94<ref name="SAH" />
- für den Bauherrn Rechtsanwalt Dr. Adolf Stehmann: Villa mit großem Park in der Bemeroder Straße 39, heute Bünteweg 10A, früher 8B<ref name="SAH" />
- 1906 in Hannover:
- mit Georg Thofehrn: Doppelhaus Scheidestraße 4 und 6<ref name="SAH" />
- Villa in Waldhausen<ref name="SAH" />
- Wohnhaus Waldheimstraße 1<ref name="SAH" />
- Wohnhaus Liebrechtstraße 39<ref name="SAH" />
- 1908, Hannover, für den Bauherrn, Maurermeister und Bauunternehmer Adolf Schönkäß: Wohn- und Geschäftshaus Hildesheimer Straße 220<ref name="SAH" />
- 1909: Fünf Mehrfamilienhäuser in der Willmerstraße 20 A-E, frühere Hausnummern 10 A-E* Bauherr: Maurermeister und Bauunternehmer Adolf Schönkäß<ref name="SAH" />
- um 1910, Hannover:
- Miethaus Eisenstraße 2, heute: Gellertstraße 57 C<ref name="SAH" />
- Reihenvilla Fichtestraße 10, frühere Nr. 5<ref name="SAH" />
- 1910: nicht ausgeführter Entwurf für einen Architektenwettbewerb für die Stadthalle Hannover, stattdessen wurde der Entwurf von Paul Bonatz realisiert<ref name="SAH" />
- Reihenhäuser in Hildesheim<ref name="HBL" />
Literatur
- Helmut Knocke: Der Architekt Maximilian Jagielski. In: 75 Jahre Sankt Joseph Hannover, 1987, S. 92–96
- Thomas Scharf-Wrede: Das Bistum Hildesheim 1866–1914. Hannover 1995.
- Ulrich Knapp: Maximilian Jagielski. In: Das Bistum Hildesheim und seine Kirchen. Éditions du Signe (Hrsg.), Strasbourg 2002, ISBN 2-87718-893-0, S. 41.
- Maria Kapp: Maximilian Jagielski: Kirchenbau zwischen Historismus und Jugendstil. In: Jahrbuch für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim. 82./83. Jahrgang 2014/15, Hildesheim 2016, ISBN 978-3-7954-3143-3, S. 200–201.
Archivalien
Archivalien von und über Maximilian Jagielski finden sich beispielsweise
- im Stadtarchiv Hannover; eine Postkarte und Zeitungsausschnitte aus dem Nachlass von Günther Kokkelink als Verzeichnung von Jagielskis Bauten in Hannover, Archivsignatur StadtA H 3.NL.518 Nr. 2775<ref name="SAH" />
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jagielski, Maximilian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 24. Januar 1876 |
| GEBURTSORT | Zerbst/Anhalt |
| STERBEDATUM | 12. Juni 1912 |
| STERBEORT | Hannover |